Paderborn (nw). Nach Einbrüchen in einen Recyclingbetrieb in Paderborn hat die Polizei am Samstagabend mit zahlreichen Einsatzkräften sieben Tatverdächtige festnehmen können. Gegen fünf mutmaßliche Täter sind am Sonntag Haftbefehle erlassen worden.
Darüber hinaus beschlagnahmte die Polizei zwei Transporter und zwei Autos. Die aus Rumänien stammende Bande soll mehrere Tonnen Edelmetall gestohlen haben. Zu der Bande zählen vermutlich weitere noch nicht identifizierte Täter.
Bei dem Großeinsatz wurde die Paderborner Polizei von Kräften aus Bielefeld samt Diensthund und einem Polizeihubschrauber aus Dortmund unterstützt.
Mehr als zehn Personen an der Tat beteiligt
Am Samstagmorgen meldeten Mitarbeiter des Metall-Recyclingbetriebes Am Atlaswerk einen Einbruch auf das Gelände und in die Lagerhalle für Edelmetalle. Im Laufe der Nacht hatten die Täter mehrere Tonnen Kupferschrott aus der Halle gestohlen und aus Firmenfahrzeugen Diesel abgezapft. Auf einem Überwachungsvideo der Firma war zu erkennen, dass mehr als zehn Personen an der Tat beteiligt waren. Die Polizei sicherte sämtliche Spuren. In dem Betrieb war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu nächtlichen Metalldiebstählen gekommen.
Als am Samstagabend, gegen 22.10 Uhr, wieder mehrere verdächtige Personen auf dem Firmengelände gesichtet wurden, löste die Polizei sofort eine groß angelegte Fahndung aus und forderte Unterstützung aus Bielefeld sowie einen Polizeihubschrauber aus Dortmund an.
Während der Umstellung des teils unwegsamen Geländes erfolgten die ersten Festnahmen. Die Täter waren offenbar aufgeschreckt worden und waren sternförmig vom Firmengelände geflüchtet. Zwei Tatverdächtige wurden in einer Unterführung der B 64 festgenommen. Zwei weitere flüchteten an der Husenerstraße südlich der B 64 in ein Rapsfeld. Sie konnten von Polizisten aufgespürt und festgenommen werden.
In ein Kornfeld geflüchtet
Einer der Männer leistete Widerstand und wurde mit Hilfe von Pfefferspray überwältigt. Eine weitere Person war in ein Kornfeld am Monte Scherbelino geflüchtet und konnte hier gestellt werden. Kurz vor der Auffahrt zur A33/Mönkeloh stoppte eine Streife einen Mercedes Sprinter, in dem zwei weitere Tatverdächtigen auf der Flucht waren.
Am Querweg entdeckte die Polizei zwei abgestellte Pkw und einen weiteren Lieferwagen, die offensichtlich der Bande gehörten. Die Fahrzeuge wurden sichergestellt.
Noch in der Nacht erfolgte eine umfangreiche Spurensuche. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Täter über einen benachbarten Firmenhof auf das Gelände der Altmetallhandlung gelangt waren. Der Zaun war hier großflächig entfernt worden. Auch in der Vornacht hatten die Täter hier einen Zugang geschaffen. Die Beschädigungen hatten Firmenangehörige am Samstag bereits wieder repariert.
Vermutlich Scheinanschrift in Duisburg
Zu einem erneuten Diebstahl war es aufgrund der frühzeitigen Entdeckung noch nicht gekommen. Aufgrund einer ersten Spurenauswertung müssen einige der Tatverdächtigen auch an der Tat in der Nacht zuvor beteiligt gewesen sein. Die sieben festgenommen Männer im Alter von 26 bis 41 Jahren stammen allesamt aus Rumänien. Einige wohnen angeblich in Duisburg. Bei dem Wohnort handelt es sich vermutlich um eine Scheinanschrift. Die Tatverdächtigen lassen sich von mehreren Anwälten vertreten.
Gegen einige mutmaßliche Einbrecher liegen bereits einschlägige Erkenntnisse vor. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sind fünf Tatverdächtige am Sonntag dem Paderborner Amtsgerichts vorgeführt worden. Gegen alle fünf Männer erließ die Haftrichterin Haftbefehle zur Untersuchungshaft. Die beiden weiteren Tatverdächtigen kamen wieder auf freien Fuß. Die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Einbrecherbande dauern weiter an.