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06.08.2012
BAD DRIBURG/LONDON
Bad Driburger Dorf steht nach Silbermedaille Kopf
Heimatort Siebenstern hat Lilli Schwarzkopf fest die Daumen gedrückt
VON BURKHARD BATTRAN

Siebensterns Berühmtheit | FOTO: DPA

Bad Driburg/London. Die Fotos in der Fan-Ecke des Siebensterner Hotels Kanne müssen jetzt dringend aktualisiert werden. Die im Bad Driburger Dorf Siebenstern beheimatete Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf (28) hat in London überraschend eine Olympia-Silbermedaille gewonnen.

"Das war eine lange Nacht für uns. Vor vier Uhr sind wir nicht ins Bett gekommen. Es war einfach alles viel zu aufregend", sagte gestern Karola Böddeker (61), mit der Familie Schwarzkopf bekannte Siebensternerin und bekennender Lilli-Schwarzkopf-Fan. Karola und Franz Böddeker gehören mit zu einem Fanclub aus Siebenstern, der Lilli Schwarzkopf seit vielen Jahren moralisch unterstützt und ihr auch in schweren Zeiten immer die Treue gehalten hat.

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"Alles fing damit an, dass wir losgegangen sind, um im Dorf Geld für einen Blumenstrauß zu sammeln", erinnert sich Karola Böddeker. Das war 2006, nachdem Lilli Schwarzkopf als 22-jährige Jungathletin im schwedischen Göteborg bei den Leichtathlitik-Europameisterschaften überraschend die Bronzemedaille gewonnen hatte. Auch damals hatte sie niemand ernsthaft auf der Rechnung.

Streit mit dem LC Paderborn

Umso größer der Triumph. Damals wie heute. "Ich freue mich unglaublich für Lilli Schwarzkopf, vor allem auch darum, weil sie es immer schwerer hatte als andere Sportlerinnen und jetzt hat sie all die Lügen gestraft, die ihr in den letzten Jahren Steine in Weg gelegt haben", sagt Lilli-Schwarzkopf-Experte Franz Böddeker (66).

Die Kritik geht in Richtung ihres ursprünglichen Heimatclubs, dem LC Paderborn. Den hat sie Anfang 2010 im Streit verlassen müssen, weil der Verein ihren Trainer nicht akzeptieren wollte. Lilli Schwarzkopf wird seit Beginn ihrer Karriere von ihrem Vater Reinhold Schwarzkopf trainiert, einem ehemaligen Zehnkämpfer aus Kirgisistan.

Seit über 20 Jahren ist die Familie jetzt aber schon im kleinen Dorf Siebenstern zu Hause. "Ich freue mich nicht nur als Politiker über diesen Erfolg einer jungen Frau aus unserer Stadt, sondern auch ganz persönlich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Gemeindepfarrer Lilli Schwarzkopf konfirmiert habe. Da war sie zwölf Jahre alt, aber schon damals war sie sportlich sehr ambitioniert", erzählt Herbert Falke, Stadtverordneter und Mitglied im für Siebenstern zuständigen Ortsausschuss.
In der Lillli-Schwarzkopf-Fanecke | FOTO: BURKHARD BATTRAN

Olympia-Salat im Hotel Kanne

Große Freude auch im Hotel Kanne, dem einzigen Gastronomiebetrieb in dem kleinen 400-Einwohner-Dorf. "Natürlich haben wir den Wettkampf mitverfolgt und Lilli Schwarzkopf fest die Daumen gedrückt", sagt Christina Kanne. Der Gastbetrieb ist offizielles Lilli-Schwarzkopf-Fanlokal. "Der Fanclub aus dem Dorf trifft sich hier ab und an. Lilli Schwarzkopf selbst ist zwar auch schon hier gewesen, aber als Sportlerin hat sie meistens Besseres zu tun, als in Gastwirtschaften zu gehen", sagt Hotelchef Peter Kanne. Ganz spontan hat er seinen Gästen gestern einen Olympia-Salat in den Farben der fünf Ringe serviert. Den bekommt auch das Damenkränzchen aus Willebadessen-Helmern, das in der Gastwirtschaft gerade auf den Erfolg der im Kreis Höxter heimischen Sportlerin anstößt. "Wir haben alle vor dem Fernseher gesessen und mitgefiebert", sagt Anni Ernst, mit 89 Jahren die älteste in der Runde.

Derzeit befindet sich die gesamte Familie Schwarzkopf noch in London. Aber eines ist sicher: "Wenn die Schwarzkopfs zurückkommen, muss dieser historische Sieg unbedingt gefeiert werden. Da werden wir uns noch etwas überlegen, damit es ein schöner Empfang hier in Siebenstern wird", sagt Fanclub-Sprecher Franz Böddeker.

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