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12.11.2012
Bielefeld-Bethel
Evangelische Kirche will Ökumene auf Augenhöhe
Synode berät auch das Thema "Familie heute"

Synode in Bielefeld | FOTO: DPA

Bielefeld (lnw). Das Oberhaupt der evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, hat von der katholischen Kirche Gespräche und Verhandlungen auf Augenhöhe gefordert. Die evangelische Kirche dürfe nicht gönnerhaft behandelt werden, mahnte Kurschus zum Auftakt der Synode ihrer Kirche am Montag in Bielefeld.

Es sei beschwerlich, wenn die katholische Kirche wie selbstverständlich von ihrem eigenen Kirchenverständnis ausgehe und manche Äußerung "gönnerhaft" daherkomme. "Dies sorgt meinerseits für Verstimmung." Kurschus sprach sich für eine Beteiligung der katholischen Kirche an der 500-Jahr-Feier der Reformation 2017 aus. "Martin Luther wollte seine Kirche erneuern, nicht spalten."


Der vatikanische "Ökumene-Minister" Kardinal Kurt Koch habe allerdings im April ein beidseitiges Schuldbekenntnis für die seit dem 16. Jahrhundert bestehende Kirchenspaltung gefordert, sagte Kurschus und zitierte ihn mit den Worten: "Wir können nicht eine Sünde feiern." Luther habe die Kirche zu den Wurzeln, zum Evangelium zurückgeführt, sagte die Präses, die seit März als erste Frau die viertgrößte Landeskirche repräsentiert. In diesem Sinne sollte sich die katholische Kirche am Jubiläum beteiligen.

Vor einer Woche hatte Kardinal Koch anlässlich der EKD-Synode gemahnt, man dürfe nicht nur das Positive der Reformation sehen, sondern müsse auch die negativen Auswirkungen ansprechen. "Die blutigen Konfessionskriege gehören dazu und auch die Säkularisierung der Gesellschaft, wie wir sie heute erleben." Bis zum Freitag wollen die Mitglieder des Kirchenparlaments den Etat für 2013 verabschieden. Die Landeskirche rechnet zurückhaltend mit Kirchensteuereinnahmen von 430 Millionen Euro. In diesem Jahr dürften es an die 450 Millionen Euro werden.

Die fast 200 Synodalen wählen im Laufe der Woche einen Teil der Kirchenleitung neu. Die Synode berät auch über das Thema "Familie heute". Kurschus, selbst unverheiratet und kinderlos, forderte einen weit gefassten Begriff von Familie. "Der Satz, Familie sei dort, wo Kinder sind, führt, solange er alleine steht, in die Irre", unterstrich Kurschus. "Er macht damit die familienlos, die keine Nachkommen haben."

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Bielefeld: Ev. Landessynode tagt in Bethel
 
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