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12.11.2012
Leopoldshöhe
Staatsschutz ermittelt nach rechtem Konzert in Leopoldshöhe
Gastronomiebetrieb inzwischen geschlossen
VON MICAELA BREDER

Leopoldshöhe-Greste. Im damals noch geöffneten "Ess-Werk" in Leopoldshöhe-Greste (Kreis Lippe) haben Rechtsextreme Mitte September gefeiert. Der Staatsschutz Bielefeld wusste nach eigenen Angaben nichts davon, sonst hätte er das Konzert aufgelöst.

"Wir haben erst im Nachhinein davon erfahren", erklärte Rudolf Frühling, Leiter des Kommissariats für Rechts- und Linksextremismus. Der Staatssschutz habe die Kneipe schon länger im Blick, weil es dort mehrfach Veranstaltungen "der rechtsextremen Szene im engeren und weiteren Sinne" gegeben habe.


Zu der Feier im September liefen die Routineermittlungen. So werde etwa recherchiert, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass verbotenes Liedgut verbreitet wurde oder sonstige Straftaten vorlagen oder konkret verabredet wurden. Auch die Teilnehmer des Konzertes versuche der Staatsschutz zu ermitteln. Frühling: "Wir prüfen, was lässt sich justiziabel im Nachhinein tun?"

"Ich habe nichts von dieser oder anderen Veranstaltungen von Personen aus der rechtsextremen Szene in dem Restaurant gewusst", beteuerte Andreas Spilker, Eigentümer des inzwischen geschlossenen Gastronomiebetriebes. "Ansonsten hätte ich sie natürlich untersagt." Er sei froh, dass das "Ess-Werk" als Restaurant endlich abgestoßen werden konnte. Denn nun könne die Spilker GmbH, deren Eigentümer und Geschäftsführer er ebenfalls ist, die Räume dem Unternehmen zuschlagen. "Wir wollen sie als Lager oder Büroräume nutzen."

Vor einigen Jahren hatte der Betrieb, der in der Werkzeugherstellung arbeitet, die Immobilie an der Mühlenstraße in Greste inklusive Tennishalle erworben, um seine Produktion auszuweiten. Kurz zuvor hatten Neonazis in der Halle eine Feier veranstaltet. Der Staatsschutz Bielefeld wusste damals darüber Bescheid und rückte an. Die Veranstaltung wurde aufgelöst.

"Ich wusste wohl, dass dort noch eine Abschlussfeier stattfinden sollte, aber hatte keine Ahnung, dass sie irgend etwas mit der rechten Szene zu tun hatte", betonte Spilker. Die Redaktion hat über mehrere Tage versucht, eine Stellungnahme von Sascha Christke einzuholen. Ohne Erfolg. Er war Pächter vom "Ess-Werk", als dort im September das Konzert veranstaltet wurde und führt jetzt einen Gastronomiebetrieb in Oerlinghausen.



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