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06.01.2010
PORTA WESTFALICA
Zug-Chaos in OWL: ICEs können Unfallstellen langsam passieren
Nach Güterzug-Entgleisungen in Neubeckum und Vennebeck: Weiter Ersatzbusse für den Nahverkehr

Entgleist | FOTO: OLIVER KRATO

Porta Westfalica (-sg-/bth/lnw). Nach einer weiteren Zugentgleisung am Mittwochnachmittag in Vennebeck (Kreis Minden Lübbecke) hat sich das Bahn-Chaos in Ostwestfalen zwischenzeitlich verschärft. Die Strecke zwischen Minden und Löhne war zeitweise komplett gesperrt. Gegen 19.30 Uhr erreichte der erste ICE wieder den Bahnhof Bielefeld. Am Morgen konnten Fernverkehrszüge die Unglücksstelle auf einem Gleis passieren. Auch an der Unfallstelle in Neubeckum, wo am Dienstag ein Güterzug entgleist war, ist ein Gleis für ICEs freigegeben.

Am Donnerstagmorgen beläuft sich Verspätung auf der ICE-Strecke Köln-Berlin laut Bahn auf etwa eine Stunde. Die Bahn rechnet für Donnerstag nicht mehr mit extremen Verspätungen im Fernverkehr. "Wir haben vielleicht noch den ein oder anderen Ausreißer, aber das ist im Gegensatz zu gestern sehr erträglich", so ein Sprecher am Donnerstagmorgen. Im Nahverkehr werden weiter Ersatzbusse eingesetzt.

Gegen 15.55 Uhr sind am Mittwoch nach Auskunft der Bahn etwa 1,5 Kilometer südlich des Bahnhofes von Porta Westfalica drei leere Kohlewagen eines 20-Wagen-Güterzuges entgleist. Dadurch wurde der Gleisoberbau auf 800 Metern Länge beschädigt. Betroffen sind Gleise Schotter und Schwellen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist bisher unklar. Ein Hilfszug aus Osnabrück wurde in Marsch gesetzt.

So können die Züge des Nahverkehrs bis auf weiteres von Norden nur bis Minden und von Süden nur bis Löhne fahren. Zwischen den beiden Städten wurde ein Busverkehr eingerichtet.

Die Fernzüge konnten ab 17.11 Uhr zumindest mit verlangsamter Fahrt auf einem von vier Gleisen die Unfallstelle passieren. "Das ist für uns sehr wichtig. Wir hätten sonst gar nicht gewusst, wo wir die Fahrgäste der Fernzüge in Löhne hätten unterbringen sollen", so ein Bahnsprecher.

Karte

So kommt es auf den ICE-Linien 10 (Köln-Hamm-Hannover-Berlin) und auf der IC-Linie 55 (Köln-Hannover-Magdeburg-Leipzig) teilweise zu erheblichen Verspätungen. Im Internetportal der Bahn, wo Reisende aktuelle Informationen zu ihrem Start-Bahnhof abfragen können, wurden am frühen Abend Verspätungen von rund zwei Stunden bei ICE-Zügen aus NRW angeben. Bei etlichen Verbindungen in Ostwestfalen und ins nahe Niedersachsen wurden Zugausfälle angegeben.

Beim ersten Zugunglück, bei dem in der Nacht zu Dienstag bei Neubeckum im Münsterland mehrere Waggons eines Güterzugs mit über 40 Wagen entgleist waren, sieht es mit einer vollständigen Freigabe des Streckenabschnitts dagegen schlechter aus. Vom Eisenbahnbundesamt hieß es, dass der Unfall bei Neubeckum möglicherweise durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde.

Info
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Reiseauskunft der Bahn

Ersatz-Fahrpläne der Linie RE6:
Ersatz-Fahrplan 1
Ersatz-Fahrplan 2

Info-Telefonnumer der Bahn:
01803/464006 (6-22 Uhr)



Die Schäden an beiden Unglücksorten dürften in die Millionen gehen. Bei Neubeckum sind auf zwei Kilometer Länge Schienen, Oberleitungen, Hauptsignale und Weichen schwer beschädigt. In Vennebeck ist es nach Bahnauskunft "nur" ein Kilometer, aber auch hier stehen komplizierte Reparaturen an, die sich Tage hinziehen dürften. "Donnerstag früh wissen wir für Neubeckum mehr, und mittags für Vennebeck", versprach ein Bahn-Sprecher am Mittwochabend.

Mehr lesen Sie Donnerstag in der Neuen Westfälischen.

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Kommentare
Das mit der Informationspolitik der Bahn ist auch in diesem Fall genauso, wie sonst auch immer: Informationen werden möglichst lange zurück gehalten, bis der Kunde sowoso schon gemerkt hat, das es klemmt. Typisches Beispiel (schon oft am Frankfurter Flughafen erlebt): Es gibt zwei Möglichkeiten vom Flughafen in die Innenstadt. S-Bahn und IC, beide fahren um 08:01 ab. Nachfrage um 07:48, ob der IC pünktlich ist. Aussage ja. Um 07:59 dann die Ansage, das der IC leider 5-10 Minuten verspätet ankommt. Toll, um die pünktliche S-Bahn nun noch zu erreichen ist es zu spät. Danke DB-Ag für diesen tollen Service.

Aktuell habe ich angerufen. Der Zug von Bielefeld nach Nienburg fährt jetzt schon wieder und morgen ab 9.24 h. Der Zug von Bielefeld nach Braunschweig fährt noch nicht. Muss morgen auch nach Minden, werde dann eine Std. später los fahren. War auf der Strecke Minden-Bad Oeynhausen am Dienstagnachmittag gefahren und da hat der Zug schon komisch gezuckelt. Gut also, dass "nur" Güterzüge entgleist sind.

Was sich die Deutsche Bahn in derartigen Fällen leistet, ist eine bodenlose Unverschämtheit! Dutzende Leute (ua. ich selbst) standen gestern am späten Nachmittag stundenlang am Bahngleis in Bad Oeynhausen und haben vergeblich auf einen Zug gewartet. Es wurden keine Ansagen gemacht, dass die Züge ausfallen, keine Informationen an Anzeigentafeln - nichts. Wir wurden einfach da stehen gelassen! Die Zwei Busse (vom besagten dritten hat bei uns niemand etwas gesehen), die als Ersatzverkehr bereitgestellt wurden, sind absolut lächerlich – mitten im Feierabendverkehr UND wenn die Fahrgäste nicht einmal über diesen Ersatzverkehr informiert werden! Unfälle können (leider) passieren. Da kann die Bahn wahrscheinlich nichts für (Ursachen stehen ja noch nicht fest – ich bin gespannt!). Aber wenn DAS der volle Service der Deutschen Bahn war, ist dieses Unternehmen ab sofort der größte Ansporn für mich, den Führerschein doch noch irgendwann nachzuholen!

Die Bahn macht Mobil ! Man kann doch von glück Reden das es bis jetzt noch keinen Personenzug (RE,IC,ICE) erwischt hat! Nur in Anführungsstrichen 2 Güterzüge...aber was ja noch nicht ist kann ja noch werden. Also mich würde das nicht wundern bei dem maroden schienennetz...grade bei dem Wetter! Hoffen wir mal das es nicht so kommen wird. lg

Wenn man den Unfall bei Bünde aus dem letzten Jahr hinzu nimmt, dann ist das schon der dritte größere Güterzug-Unfall in der Region innerhalb eines Jahres. Für mich ein Skandal, somal seit längerem die Bahn für die Wartung Ihrer Waggons im Güterverkehr kritisiert wird. Es sollte einen nicht wundern, wenn die Ursache bei den neuen Unfällen erneut bei den Waggons liegt. Wenn das so weiter geht, dann sind Personenschäden (Lockführer, andere Züge oder Anreiner von Bahnstrecken) wohl nur eine Frage der Zeit. Ich hoffe bei fahrlässigkeit auf eien harte Bestrafung der Bahn durch das Zuständige Bundesamt. Ausserdem sollten die Politiker sich mal vorstellen, was bei einer Privatisierung des Streckennetzes mit selbigen passiert. Ein Blick nach Großbritannien zeigt, daß dies wohl nur ein Vorgeschmack ist.



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