Schrift

14.12.2012
Bielefeld
Andreas Steinle: "Lieber Bielefeld als London"
Trendforscher zu Image und Vorzügen eher überschaubarer Städte

Kennt die Vorzüge überschaubarer Städte

Bielefeld / Kelkheim (dpa). Ab in die Großstadt: Berlin, Hamburg und Köln sind Städte, von denen viele junge Leute träumen – weniger von Bielefeld. Dass man beim Image von Städten aber zwischen der Sicht von Touristen und Bewohnern unterscheiden muss, erklärt Trendforscher Andreas Steinle, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts im hessischen Kelkheim, im Gespräch mit Alexandra Stahl.

Herr Steinle, Was braucht eine Stadt, um als cool und lebenswert zu gelten?
ANDREAS STEINLE:
Ein wesentlicher Faktor ist die Kultur, denn sie bringt Lebendigkeit in eine Stadt und zieht junge Menschen an. Der US-Ökonom Richard Florida hat in seinen Studien zur kreativen Klasse als den Treibern von Städten von den drei T’s gesprochen, die eine Stadt braucht: Talent, Technologie und Toleranz.

Eine für junge Menschen interessante Stadt braucht ein reichhaltiges Bildungsangebot in Form von Arbeitsplätzen und Universitäten sowie eine gute Vernetzung und Infrastruktur. Außerdem muss sie tolerant gegenüber Randgruppen, fremden Kulturen und Homosexuellen sein.

Gibt es aber nicht auch verkannte Orte? Wieso haben viele Städte – zum Beispiel Bielefeld – einen eher schlechten Ruf?
STEINLE:
Auf jeden Fall urteilt man vorschnell. Wir sehen in den Medien jeden Tag einen Bericht über etwas, das in Berlin stattgefunden hat – und nicht in Bielefeld. Das verzerrt den Blick.
Ein anderes Beispiel für eine verkannte Stadt ist Frankfurt am Main. Die Stadt hat lange keinen so guten Ruf wie sie attraktiv ist. Dabei ist sie viel mehr als nur Hochhäuser und Bankenmetropole, denn sie bietet auch charmante Viertel wie Bornheim, die beinahe dörfisch wirken.

Generell muss man bei dem Image von Städten zwischen der Sicht der Touristen und der der Bewohner unterscheiden. Für den Bewohner einer Stadt zählen nicht die Dichte der angesagten Hipster-Cafés oder Galerien, sondern Dinge wie genügend Kita-Plätze, bezahlbarer Wohnraum und Natur. Was bringt es in London oder Paris zu leben, wenn ich jeden Tag zwei Stunden in eine viel zu teure Innenstadt pendeln muss? Dann lieber Bielefeld als London.

Welche Städte werden 2013 interessant sein?
STEINLE:
Berlin wird weiter die Nummer Eins bleiben, denn es gibt keine vergleichbare Großstadt in Deutschland, die einen so hohen Zustrom ausländischer Gäste verzeichnet und damit ihr kulturelles Angebot ständig erneuert und erweitert.

Daneben werden aber auch kleinere Städte profitieren. Naturnahe Städte werden im Trend liegen, da Leute mit steigendem Bildungsniveau weiter in die Städte ziehen werden. Der Traum von der Landlust wird bestehenbleiben: Die grüne Stadt ist die Stadt der Zukunft.

Kommentare
Habe sehr gerne in Bielefeld gewohnt, bin aber für 13 Jahre nach Süd Niedersachsen auf den Lande gezogen.



Anzeige
Weitere Nachrichten aus OWL
Bielefeld
Polizei begleitet Entenfamilie über den Ostwestfalendamm
Tierischer Einsatz für die Bielefelder Polizei und Feuerwehr: In aller Ruhe watschelte am Montagmittag eine Entenmutter mit ihren neuen Küken über den Ostwestfalendamm. mehr

Rietberg
Auto kippt nach Kollision mit Baum um
Ein 39-Jähriger Autofahrer aus Paderborn wurde am Montagmorgen bei einem Unfall auf der Neuenkirchener Straße in Rietberg (Kreis Gütersloh) schwer verletzt. mehr

Bielefeld
Schneller "Flirt" mit Unternehmen
Bielefeld. Mariusz Wojcik studiert Maschinenbau an der Fachhochschule Bielefeld. Er steht kurz vor seinem Abschluss. Janina Ostendorf ist bei Claas für die Abteilung Hochschulmanagement zuständig... mehr

Halle
Vorfahrt missachtet: Autofahrer bei Unfall in Halle verletzt
Erneuter Unfall auf der Alleestraße in Halle im Kreis Gütersloh: Als am Sonntag ein 44-Jähriger Haller mit seinem Honda aus der Alleestraße kommend die Theenhauser Straße überqueren wollte, übersah er die Vorfahrt eines aus Richtung Brockhagen anrollenden Fiat Panda. mehr



OWL / NRW: Meistgeklickt heute vor ...

Anzeige
Fotos aus OWL
Dringenberg: Schützenfest
Dringenberg: Schützenfest
Bellersen: Schützenfest
Bellersen: Schützenfest
Rothe: Schützenfest
Rothe: Schützenfest
Sommersell: Schützenfest
Sommersell: Schützenfest
Espelkamp: Dickschiff-Treffen am Gabelhorstweiher
Espelkamp: Dickschiff-Treffen am Gabelhorstweiher
Lübbecke: Premiere auf der Freilichtbühne Nettelstedt
Lübbecke: Premiere auf der Freilichtbühne Nettelstedt



Anzeigen

Videos
Regionale Wirtschaft
Bielefeld: Schneller "Flirt" mit Unternehmen
Bielefeld. Mariusz Wojcik studiert Maschinenbau an der Fachhochschule Bielefeld. Er steht kurz vor seinem Abschluss. Janina Ostendorf ist bei Claas... mehr

Gütersloh: Gewinnsprung für Bertelsmann
Gütersloh. Bertelsmann nimmt Tempo auf: Das Konzernergebnis des Medienkonzerns ist im ersten Quartal um 43 Prozent auf 207 Millionen Euro nach oben... mehr

Minden: Edeka Minden-Hannover wächst weiter
Minden (dpa/lnw). Die größte der Edeka-Regionalgesellschaften, Minden-Hannover, bleibt auf Wachstumskurs. Nach den am Donnerstag veröffentlichten... mehr

Herford: Elmar Duffner kehrt Alno den Rücken
Herford/Pfullendorf. Paukenschlag in Pfullendorf: Elmar Duffner, Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie... mehr

Delbrück: Paragon-Chef sieht große Wachstumsmöglichkeiten
Delbrück. Die Aktionäre, allen voran Alleinvorstand Klaus Dieter Frers, waren zum 25. Jubiläum der Paragon AG in Feierlaune. "Die Aktionäre sind heute... mehr


Kultur
Paderborn im Trommelfieber
Paderborn. Schlagzeuger sind anders. "Nimm zwei Lead-Gitarristen und du hast ein Ego-Problem. Nimm vier Schlagzeuger und du hast vier Kumpels"... mehr

Warburg: Signum Quartett mit zwei Konzerten bei "Wege durch das Land" in Warburg
Bielefeld. In ihren Erstwerken bleiben Komponisten zumeist noch den Vorbildern und Lehrern verhaftet. Im Opus 3 hingegen hat sich in der Regel die... mehr

Bielefeld: Generationen feiern die Toten Hosen
Bielefeld. Die Hitze ist tropisch: Kondenswasser tropft von der Decke, Bier und Schweiß fließen in Strömen. Die Menge tobt, dicht gedrängt... mehr

Karrieresprung für Bielefelder Dirigent
München/Bielefeld (dpa/groe). Kevin John Edusei wird neuer Chefdirigent der Münchner Symphoniker. Der gebürtige Bielefelder... mehr

Liebestod im Rausch der Klänge
Detmold. Das Wunder einer Partitur wird im Rausch großer Stimmen und eines fabelhaften Orchesters zum Erlebnis. "Tristan und Isolde" beendet die... mehr





Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format