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28.12.2012
Rietberg
Erlegtes Wildschwein in Rietberg auf Holzpflock drapiert
Makabre Zurschaustellung

Roher Spaß mit einem erlegten Wildschwein | FOTO: PRIVAT

Rietberg (ai). Als Paul Halbour am Heiligen Abend mit seinen Hunden spazieren ging, machte er eine grausige Entdeckung: an der Emsbrücke in Rietberg-Westerwiehe an der Westerloher Straße entdeckte er am Straßenrand ein vermeintlich sitzendes Wildschwein. Als er sich vorsichtig genähert hatte, stellte er zu seinem Entsetzen fest, dass es sich um die Überreste einer ausgeweideten Wildsau handelte.

"Der Kopf und das Fell waren so auf einem Holzpflock drapiert, dass es von weitem den Anschein hatte, als säße dort ein lebendes Wildschwein. Bei näherem Hinsehen fanden sich in der Nähe Reste der Innereien und die beiden abgetrennten Hinterläufe." Offensichtlich wurde das Tier an Ort und Stelle aufgebrochen, ausgeweidet und dann auf einen Holzpflock, dessen zugespitztes Ende in die Erde getrieben war, so arrangiert, dass es lebend wirkte.

"Es stellt sich die Frage, wer macht so etwas? Hat nicht auch ein erlegtes Tier einen Anspruch auf Würde? Oder ist der Jägerei jeglicher Sinn für Ethik abhandengekommen? Wer ein getötetes Tier so der Lächerlichkeit preisgibt, der trägt nicht gerade dazu bei, den ohnehin zweifelhaften Ruf der Jäger und Jagdpächter in unserer Region zu verbessern", sagt Halbuer.

Kadaver auf die Uferböschung geworfen

Er benachrichtigte die Polizeistation, es wurde ihm zugesichert, dass der Vorfall geprüft und an den zuständigen Jagdpächter weiterleitet werde, mit der Auflage, die Kadaverreste unverzüglich zu beseitigen. "Als ich am 25. Dezember wieder mit meinen Hunden an der besagten Stelle vorbeikam, waren die Überreste des Wildschweins auf den ersten Blick verschwunden. Leider stellte ich fest, dass jemand lediglich den Kadaver auf die Uferböschung geworfen hatte. Diese Vorkommnisse haben mich sehr schockiert, und es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie mit den Tieren umgegangen wird, zumal ich am gleichen Tage noch mit ansehen musste, wie für Apportübungen mit Jagdhunden eine tote Graugans herhalten musste."

Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, zeigte sich empört: "Ein verantwortungsvoll handelnder Jäger tut so etwas nicht." Er werde zusammen mit dem Hegeringsleiter Rietberg der Sache nachgehen und versuchen, den Fall aufzuklären.

Ein vernünftiger Waidmann würde selbstverständlich die so genannte Schwarte und den Kopf ordnungsgemäß, etwa beim Schlachthof, entsorgen. Nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, um eine eventuelle die Übertragung der Schweinepest zu unterbinden. Er vermute, dass das Wildschwein woanders erlegt wurde, die Überreste dann auf diese Weise entsorgt worden seien. Es komme zwar vor, dass Wildschweine auch auf Westerwieher oder Linteler Gebiet gelangten, doch sie bevorzugten eigentlich Waldgebiete, seien in der Senne, in Schloß Holte und vor allem im Teutoburger Wald heimisch.



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