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30.01.2013
Bad Oeynhausen
Spielcasino in Bad Oeynhausen pokert um Standort
Verhandlungen über Park-Hotel als Alternative gescheitert
VON PETER STEINERT

Spaß und Unterhaltung | FOTO: PETER STEINERT

Bad Oeynhausen. Die Vorstellung war zu schön: Auf dem Areal der alten Kurverwaltung sollte nicht nur ein nobles Vier-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern und luxuriösen Appartements entstehen (die NW berichtete), unter dem selben Dach sollte auch das Spielcasino Glück bringen. Dessen Pachtvertrag im Entertainmentcenter am Werre-Park läuft zum 31. Dezember 2013 aus. Ein Umzug zum Ostkorso hätte das Hotel deutlich aufgewertet. Doch daraus wird nun nichts.

"Die Verhandlungen sind gescheitert", sagt Oskar Edler von Schickh. Der Geschäftsführende Gesellschafter von "Venta-Fonds" war im Juni an die Öffentlichkeit getreten und hatte die Pläne für das erste Vier-Sterne-Haus der Kurstadt vorgestellt. Finanziert werden sollte das Projekt durch Renditefonds.


Mit dem Kölner Manfred Brennfleck saß ein weiterer wichtiger Mann im Boot. Als Hotel-Betreiber und Geschäftsführender Gesellschafter der "Libertas Hotel-Verwaltungsgesellschaft mbH" gab er für einen Pachtvertrag mit 20-jähriger Laufzeit die Zusage. Brennfleck: "Das ist ein exzellentes Grundstück".

Doch seitdem hapert es mit der Umsetzung. Der für Herbst avisierte Abriss des leer stehenden Flachbaus zwischen Bahnhofstraße und Ostkorso ist verschoben. Als Grund nennt Oskar Edler von Schickh die Casino-Verhandlungen mit der Westspiel-Zentrale (Duisburg), die federführend für sämtliche staatlich konzessionierten NRW-Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg als auch demnächst in Köln (laut Düsseldorfer Kabinetts-Entscheidung von gestern) ist.

"Ein Casino hätte diese Sache natürlich aufgewertet", sagt Oskar Edler von Schickh. Der Finanz-Spezialist ist dennoch zuversichtlich, das Projekt am Kurpark verwirklichen zu können. "Wir werden nicht auf halbem Weg stehen bleiben", sagt Edler von Schickh, der die Kosten für den Hotel-Komplex mit 14,6 Millionen Euro beziffert.

Für diese Summe sollen das Park-Hotel mit 120 Zimmern inklusive Suiten und Apartments und mit Wellnessbereich oder Konferenztrakt entstehen.

Glanz und Glamour

Im Penthousegeschoss sind zudem Eigentumswohnungen vorgesehen. Zwei an der Bahnhofstraße gelegene Stadtvillen vervollständigen das Ensemble. Edler von Schickh zur Nachfrage: "Die Penthouse-Wohnungen hätten wir doppelt verkaufen können."

Mit dem Casino wären zusätzliche Kosten von zwei Millionen auf die Finanziers zugekommen. Nach dem Rückzug von Westspiel erwartet der Bremer Fond-Spezialist, "dass im März, spätestens im April die alte Kurverwaltung abgerissen werden kann." Umgehend danach werde mit dem Bau des Vier-Sterne-Hotels begonnen.

Damit sind "Venta-Fonds" in ihren Planungen weiter als Westspiel in den Gesprächen mit der Werre-Park-Mutter ECE (Hamburg). Constanze Pongrats vom ECE-Leasing-Management: "Die Verhandlungen können innerhalb der nächsten vier Wochen abgeschlossen werden. Es kann aber sein, dass das noch ein halbes Jahr dauert. Das hängt auch davon ab, ob der Eigentümer der Immobilie, ein Kölner Immobilien-Fond, mit dem Ergebnis einverstanden ist. Wir von der ECE sind nur das Management."

David Schnabel, Pressesprecher von Westspiel, bestätigt die laufenden Verhandlungen mit dem ECE-Management. Weitere Gesprächspartner gebe es nicht mehr.


Chance vertan

KOMMENTAR

PETER STEINERT

Die Fachleute bei Westspiel werden wissen, warum sie einst vom Kurhaus in das Entertainment-Center am Werre-Park gezogen sind. Allwissend sind diese Profis indes nicht, was die jüngsten Zahlen belegen und wonach an den drei Standorten außerhalb von NRW alles andere als positiv Bilanzen geschrieben wurden.

In Bremen etwa, so sagen Insider, sei der Standort falsch gewählt. Was, wenn das auch auf Bad Oeynhausen zuträfe? Und das Casino im geplanten Park-Hotel untergekommen wäre. Vielleicht würden Erinnerungen an vergangene und anspruchsvollere Zeiten aufkommen.

Ganz bestimmt aber könnten sich die Konzessions-Inhaber von Poker und Roulette deutlich von den Spielhöllen und Daddelhallen absetzen, die so schummrig längst nicht mehr sind. Für das Vier-Sterne-Hotel am Kurpark wäre ein Spielcasino allemal ein sicherer Grundstein gewesen. Schade ist, dass damit gleich zweimal eine Chance vertan wurde. Für das Hotel, aber auch für das Casino.

peter.steinert@ihr-kommentar.de


Kommentare
Ein sehr guter Kommentar finde ich! Ich fände es toll wenn in Bad Oeynhausen rund um den Kurpark das Leben wieder richtig in Schwung kommt inklusive Fussgängerzone. Mit Grüßen aus Bielefeld

Das Spielcasino könnte nach Bad Salzuflen umziehen. Im ehemaligen Salinenpark wäre es hervorragend untergebracht.


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