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22.03.2013
Bielefeld
Klettern an 3.000 Griffen
In ehemaliger Industriehalle entsteht Norddeutschlands größte Boulder-Anlage
VON THOMAS KOPSIEKER

Hängepartie | FOTO: SARAH JONEK

Bielefeld. Wer bisher glaubte, zum Klettern müsse man in die Berge fahren, kann sich schon bald im Bielefelder Stadtbezirk Senne eines Besseren belehren lassen. In einer ehemaligen Industriehalle entsteht hier Norddeutschlands größte Boulder-Anlage. Bouldern - das ist seilfreies Klettern in maximal 4,50 Metern Höhe. In Frankreich vor mehr als 100 Jahren entstanden, ist das Bouldern auf dem besten Wege, sich weltweit zur angesagten Trendsportart zu entwickeln.

Initiator und Motor des Projekts ist Sascha Deiters. Für den 43-jährigen gelernten Krankenpfleger ist Klettern seit Jahrzehnten Leidenschaft, seit 1999 ist es auch sein Broterwerb. Zu den Geschäftsfeldern seiner Firma Climbix gehören bisher das Industrieklettern, die Ausbildung von Kletterern, das Installieren von Kletterwänden sowie Klettershows.

Noch wird in der vom Sennestädter Architekturbüro Elke Maria Alberts geplanten Boulderanlage geschraubt, gesägt und gehämmert, aber schon jetzt lässt sich erkennen, dass hier eine in jeder Hinsicht imposante Sportanlage entsteht.

Sportler mit Weltmeisterniveau

Eine 650 Quadratmeter große Kletterwand mit zahlreichen Überhängen und rund 3.000 verschiedenen Griffen und Tritten wird sportliche Herausforderungen der unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade bieten.

"Anfänger können hier ebenso bouldern wie Sportler, die Weltmeisterniveau haben", erläutert Deitert und fügt hinzu: "Und das direkt nebeneinander." Beim Bouldersport kommt es darauf an, möglichst schwierige Kletterzüge zu machen. Dabei arbeitet man sich mit Händen und Füßen anhand der an der senkrechten Wand angebrachten Griffe aus Polyurethan aufwärts. "Ich bezeichne Bouldern gerne als Ganzkörperschach", so Deiters, "nicht nur jeder Muskel, sondern auch der Geist wird dabei gefordert."

Die Kletterwege - Insider nennen sie "Boulder" - sind in sechs Schwierigkeitsgrade unterteilt. Zur besseren Orientierung sind sie farblich kodiert. Anfängern werden die weißen Griff empfohlen, fortgeschrittene Kletterer entscheiden sich vielleicht für den roten oder blauen Weg. Die schwarzen Griffe sind Könnern vorbehalten.

Im Gegensatz zu anderen Klettersportarten ist die Verletzungsgefahr beim Bouldern gering. Selbst wenn es mal zum Absturz kommt, federn dicke, weiche Matten den Aufprall sanft ab. "Eine besondere Ausrüstung braucht man zum Bouldern nicht", erläutert die Betriebsleiterin der Anlage, Sandra Zeisberg. "Empfohlen werden lediglich spezielle Kletterschuhe, es geht aber auch mit normalen Turnschuhen."

Starten soll der Kletterbetrieb am 1. April.


In Frankreich erfunden

  • Als Mekka des Boulderns gilt die französische Stadt Fontainebleau.
  • Dort wird bereits seit mehr als 100 Jahren geklettert.
  • Ursprünglich wurde der Sport ausschließlich an natürlichen Felsen ausgeübt.
  • Bouldern wird möglichweise 2020 olympische Disziplin.



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