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27.03.2013
Bielefeld/Düsseldorf
NRW-Umweltminister plant Meldepflicht für exotische Tiere
Gesetzesentwurf soll Haltung von Schlangen, Spinnen und Schildkröten in den eigenen vier Wänden neu regeln / Milliardenschwerer Schwarzmarkt
VON HUBERTUS GÄRTNER

Exotische Haustiere | FOTO: DPA

Düsseldorf. In deutschen Wohnstuben werden nicht nur Katzen, Hunde, Wellensittiche und Zierfische gehalten. Die Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde geht davon aus, dass es hierzulande vier Millionen Privathaushalte gibt, in denen wilde Tiere leben. Zu ihnen zählen beispielsweise Gift- und Riesenschlangen, Echsen und Warane, Spinnen, Skorpione sowie diverse Schildkrötenarten.

Vor allem Nordrhein-Westfalen habe sich zu einem "Zentrum der Exotenhaltung" entwickelt", teilte die NRW-Landesregierung unlängst auf eine kleine Anfrage der Piraten mit. Als Beispiel für diese These werden eine Vielzahl von großen Tierbörsen, wie beispielsweise die europaweit größte Reptilienbörse "Terristika" in Hamm und die "Breeders’ Expo" in Rheda Wiedenbrück angeführt.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will die Haltung von exotischen Tieren durch Privatpersonen nun "streng reglementieren". Ein Gesetz sei in Vorbereitung, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage.

Für gefährdete Arten brauchen mehr Schutz

Gedacht ist vor allem an Melde-, Mitteilungs- und Berichtspflichten, die es für Halter von exotischen Tieren in Nordrhein-Westfalen im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern bislang noch nicht gibt. Dirk Jansen, Sprecher im NRW-Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz, begrüßt die Bestrebungen, in diesem Bereich restriktiver vorzugehen.

Der weltweite Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen sei "ein milliardenschwerer Schwarzmarkt", sagte Jansen auf Anfrage. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen, das 178 Staaten unterzeichnet haben, gelten für gefährdete Arten entsprechend dem Grad ihrer Schutzbedürftigkeit Beschränkungen bis hin zum kompletten Handelsverbot.

Mitarbeiter des Zolls können berichten, dass selbst diese strengen Vorschriften immer wieder unterlaufen werden. Vogeleier, Falken, Papageien, Schildkröten, aber auch Frösche und Lurche in Tupperdosen, all das hätten Mitarbeiter seiner Behörde schon auf Flughäfen in NRW beschlagnahmt, berichtet Ulrich Schulze, Sprecher des Essener Hauptzollamtes.

Artgerechte Haltungsbedingungen

"Wenn ich einige dieser Schlangen- und Spinnenarten bei mir zu Hause hätte, dann würde ich keine Nacht mehr ruhig schlafen", sagte Schulze dieser Zeitung.

Allerdings ist der Besitz zahlreicher "Exoten" durchaus legal. Auch bei ihnen müssen allerdings artgerechte Haltungsbedingungen erfüllt werden. Auch das wollen die Behörden in Zukunft besser kontrollieren.

Kommentare
Ein solches Gesetz ist längst überfällig.

Wo kann man exotische Gesetze und Verordnungen melden?



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