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04.04.2013
Altenbeken
"Geistertreiben" am Bahnsteig
Gestern startete der Schienenersatzverkehr rund um den Rehbergtunnel / 650.000 Reisende betroffen
VON ANNIKA FALK

Bahnreisende müssen umsteigen | FOTO: REINHARD ROHLF

Altenbeken. Seit 30 Jahren pendelt Markus Glitz morgens von Altenbeken mit dem Zug zur Arbeit nach Steinheim. In den nächsten sechs Monaten fährt er Bus, denn der Rehbergtunnel wird saniert (die NW berichtete) und der Bahn- weicht einem Schienenersatzverkehr.

Info

Haltestellen nicht angefahren

Aufgrund von Gleisbauarbeiten bleibt die Driburger Straße in Buke bis einschließlich Freitag, 5. April, gesperrt. Die Haltestellen "Driburger Straße", "Reelsberg", "Siedlung/Reelsberg" können in dieser Zeit von folgenden Buslinien der DB Bahn Ostwestfalen-Lippe-Bus nicht angefahren werden: Linie 431 Bürgerbus Altenbeken, Linie 438 Paderborn – Altenbeken – Bad Driburg, Linie 545 Altenbeken – Willebadessen, Linie S30 Schnellbus Paderborn – Bad Driburg. Als Ersatzhaltestelle fährt die 431 "Hühnerfeld", die 438 und 545 "Mitte" sowie die S30 "Dorfplatz" an.

Alle Fahrpläne stehen unter www.ostwestfalen-lippe-bus.de.


Das Chaos hielt sich am ersten Tag der Tunnelsperrung in Grenzen - wegen der Ferien werden viele Pendler erst nächste Woche auf den Bus umsteigen müssen. Manche steigen aber ganz aufs Auto um. "Ich hatte überlegt, mir ein Auto zu kaufen, aber ich probiere es mit dem Zug", sagt Markus Glitz. Für die längere Fahrzeit nach Steinheim hat er sich eine Zeitung mitgenommen. Denn an einer nur 14-tägige Bahn-Pause kann er sich noch gut erinnern: "Das war damals eine Katastrophe."


Der Altenbekener hat sich wie die meisten Pendler im Vorfeld bestens über die Fahrplanänderungen informiert - im Gegensatz zu einigen Touristen. Für Fragen stehen Ehrenamtliche der Bahnhofsmission und sogenannte Reisendenlenker der Deutschen Bahn parat.

Ehrenamtliche Mitarbeiter der Bahnhofsmission sind wichtige Helfer für die Reisenden

Und die Reisenden helfen sich untereinander: Markus Glitz nahm bis Steinheim spontan zwei Touristen aus Amerika unter seiner Fittiche, die dort wieder vom Bus in die S-Bahn umstiegen, um zum Flughafen Hannover zu kommen.

Währenddessen liefen die zwei Reisendenlenker Jens Lange und Christian Gibken über den Bahnsteig, boten Passagieren ihre Hilfe an, wiesen den Weg zur Bushaltestelle. Und die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bahnhofsmission studierten morgens nochmal die Ersatzfahrpläne, um den Reisenden zu helfen. Normalerweise arbeitet am Altenbekener Bahnhof ein Ehrenamtlicher, für die Zeit der Bauarbeiten wurde die Zahl verdoppelt. "Wir helfen Reisenden mit Koffern oder Müttern mit Kinderwägen, so wie wir das sonst auch tun", sagt Gerda Hellweg.

Wenig los war hingegen am Kiosk von Anke Lober, die das Büdchen, die Gaststätte und den Fahrkartenverkauf in dritter Generation führt. "Geistertreiben ist das", sagt sie. "Wir werden enorme Umsatzeinbußen haben, aber wir halten durch." An die Bauarbeiten 1971 kann sie sich noch erinnern - damals war aber noch ein Gleis freigegeben.

Die Gleisbau-und Tunnelarbeiten sind der Deutschen Bahn AG rund 12 Millionen Euro wert

Bis zum 27. September ist der Rehbergtunnel komplett gesperrt, rund 650.000 Reisende sind von dem Schienenersatzverkehr betroffen. Rund 12 Millionen Euro verbaut die Deutsche Bahn AG bei den Gleisbau- und Tunnelarbeten zwischen Altenbeken und Langeland. Nach der Sanierung soll die Geschwindigkeit im 1.632 Meter langen Tunnel von 50 auf 80 Kilometer pro Stunde erhöht werden.

Nicht betroffen vom Ersatzverkehr ist der Fern- und Regionalverkehr in Richtung Warburg und Kassel. Informationen über die verschiedenen Fahrplanänderungen erhalten Sie im Internet unter www.nph.de/bauarbeiten.



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