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05.11.2010
BIELEFELD
Zimmermanns Zustand nach Absturz verbessert
Hinweise auf Pilotenfehler / Rietberger Schlagersängerin muss nochmal operiert werden

Bulletin | FOTO: MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld/Rietberg (bth/tyl/gär). Schlagersängerin Anna-Maria Zimmermann geht es besser,. Wie Fritz Mertzlufft, Leitender Chefarzt des Bielefelder Traumazentrums, am Freitagmittag bekannt gab, muss die 21-Jährige nicht mehr über eine künstliche Lunge versorgt werden. "Ein großer Fortschritt", so Mertzlufft, der allerdings auch betonte, dass der Star damit noch keineswegs "über den Berg" sei. Sie schwebe "weiter in Lebensgefahr", sagt der Mediziner bei einer Pressekonferenz. Zimmermann befindet sich weiter im künstlichen Koma.

Wenn es der Zustand der Patientin zulasse, müsse sich die Rietbergerin weiteren Operationen unterziehen. So muss noch ein mehrere Zentimeter langer Knochensplitter aus der Lunge entfernt werden. Dies könne aber noch zwei bis drei Wochen dauern.

Zimmermann hatte sich am 24. Oktober bei einem Hubschrauberabsturz in Altenbeken im Kreis Paderborn schwerste Verletzungen zugezogen. Der Pilot, Zimmermanns Manager und ein Tontechniker, die ebenfalls mit im Helikopter saßen, wurden leichter verletzt.

Fehlerhafter Landeanflug

Nach dem Absturz verdichten sich mittlerweile die Hinweise auf einen Pilotenfehler. Wie die Neue Westfälische aus Ermittlerkreisen erfuhr, geht die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig von einem fehlerhaften Landeanflug aus.

Die BFU-Experten hegen den Verdacht, dass der Hubschrauber, eine Robinson R44, das Gelände der Diskothek "Kuhrausch" außerhalb von Altenbeken mit Rückenwind angeflogen hat. Ein Landeanflug in Windrichtung in Verbindung mit einer hohen Sinkgeschwindigkeit kann bei Hubschraubern zu einem Phänomen führen, das in der Fachsprache auch "Vortex" genannt wird: Wenn der Pilot die Leistung erhöht, steigt der Helikopter nicht wieder höher, sondern sinkt nur um so schneller. Außerdem treten teilweise starke Vibrationen auf. Nur mit einer sehr schnellen Reaktion kann der Pilot dann noch gegensteuern.

Nach Polizeiangaben wurde der Unglückspilot Mario M. (50) aus Verl gestern in Paderborn als Beschuldigter vernommen. Dem Vernehmen nach hat er keine Erklärung für den Absturz geben können. Wie berichtet, wird gegen Mario M. wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen externen Sachverständigen eingeschaltet, der das Unglück untersuchen soll. Dieser Experte, von dessen Expertise der Ausgang des Strafverfahrens maßgeblich abhängen dürfte, werde die Erkenntnisse der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung berücksichtigen, sagte ein Polizeisprecher. Die Bundesstelle selbst besitzt keine Befugnis zu strafrechtlichen Ermittlungen.
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