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Ja, der Artikel 1 ist unveränderbar - darin sehe ich auch die Säulen unserer humanistischen Demokratie!
Auch ich erachte es als wichtig, die Geschichte nicht zu vergessen oder zu verdrängen!
Aber: Eine Differenzierung tut not - und sie findet allgemein auch statt!
NAZIs standen (und stehen!) für eine Weltanschauung die Menschen nach Herkunft und Religionszugehörigkeit klassifiziert(e) - diese als "Minderwertig" einstuft(e) und ausgrenzt bzw. gar bekämpfte und umbrachte!
Die RAF stand ebenfalls gegen den Staat, sie brachte Menschen um, weil sie diese für Verantwortliche des "Unrechtsstaates" hielt.
Kein Grabstein eines RAF Mitgliedes ziert heute das Symbol dieser Terrororganisation! Und wenn: Es würde untersagt, entfernt!
Es gibt in Deutschland allerorten Gedenkstätten mit historischen Belegen für die Naziherrschaft und ihre Greueltaten. Dort werden die Symbole, die Täter, das System und die Opfer an Hand von historischen Belegen erklärend gezeigt.
Als Helmut Kohl in den 1980er Jahren mit Francois Mitterand nach Bitburg fuhr um dort einen Kranz auch auf ein Ehrenmal für deutsche Soldaten zu legen, war der Aufschrei groß - denn in Bitburg lagen (und liegen) zahlreiche SS-Soldaten!
Der Aufschrei war berechtigt - denn hier wurde nicht differenziert!
Das Grab in Herford ist kein historisch wichtiger Lehrstoff - sondern lediglich das Grab eines "einfachen" Nazis. Er starb bei einem LKW-Unfall lange bevor die Massenvernichtung Andersdenkender, Homosexueller, Juden, Sinti, Roma, Behinderter, etc. losging. Geplant war sie zu dem Zeitpunkt jedoch schon lange (siehe "Mein Kampf"!). Wer 1933 bereits langjähriges Mitglied der NSDAP Kampftruppe SA gewesen ist, der hatte die Weltanschauung der NAZIs verinnerlicht - der glaubte daran!
Auch in meiner Familie gab es Nazis - und es hat Jahrzehnte gebraucht, bis ich die Wahrheit darüber erfahren habe! In meiner Familie (bzw. dem Teil, der hiervon tatsächlich betroffen war) hat jedoch nach 1945 das Umdenken begonnen - und eben auch eine Abkehr von jener Person, die "damals" Mirgeläufer war! Wäre dem nicht so: Ich würde mich schämen!
Die Familie des SA Offiziers jedoch hat bis heute keine Notwendigkeit gesehen, umzudenken, sich geistig und moralisch abzuwenden von dem menschenverachtenden Weltbild jenes Ahnen!
Man ist offenbar stolz darauf, denn das Symbol des Hakenkreuzes auf dem Grabstein war eine Ehrung des Regimes die nicht jedem zu Teil wurde!
Es zu entfernen wäre der erste Schritt gewesen, eine Hinweistafel der Zweite.
So bleibt der fade Geschmack, dass hier ein Ort der Huldigung für eben jene bestehen blieb, die bis heute die Ansichten der NS-Weltanschauung treu geblieben sind!
Und: Ich bin insgesamt ein sehr toleranter Mensch - Tolerant ggü. jeder Religion, jeder Herkunft, jeder Ansicht - sofern diese keine unlauteren Mittel verwendet die freiheitliche, demokratische und humanistische Grundordnung dieses Staates und seiner Gesellschaft zu unterwandern und zu zerstören versucht!
Ein Mitarbeiter, der derartige Ideologien öffentlich vertritt, stört m.E. den Betriebsfrieden, denn diese Ansicht eines Einzelnen kann bei allen anderen Angestellten, Kunden und Lieferanten den Eindruck erwecken, das Unternehmen toleriere oder stütze gar dessen Auffassung!
Auch Toleranz hat Grenzen! Hier sehe ich diese Grenzen überschritten!