Löhne. Im Herbst nehmen viele Gartenbesitzer die Heckenschere in die Hand oder greifen zur Harke. Doch wohin dann mit Grünschnitt und Laub von den Bäumen und Sträuchern? Einigen erscheint die nächstgelegene Wiese als geeigneter Ablageplatz. Doch das kann tödliche Folgen für Vierbeiner haben, wie Landwirt Helmut Schwager sagt. Er ist mächtig sauer darüber, dass seine Wiesen immer wieder mit einem Komposthaufen verwechselt werden.
"Schauen Sie sich das an", sagt Schwager und deutet auf eine Wiese am Ende der Nordbreite in Obernbeck. "Hier und hier und hier", schimpft er und schiebt mit dem Fuß Laub und zerkleinerte Äste zur Seite. "Wenn das meine Kühe fressen, kann es gefährlich werden."
Das Problem liegt dabei nicht in den Blättern normaler Laubbäume. Es geht um die Reste von Zierpflanzen, die sich möglicherweise auch in den Laubhaufen befinden. "Ich weiß doch nicht, was da drin ist und erkennen kann man das nicht mehr", so Schwager. Er befürchtet, dass auch Blätter und Zweige von Eibe, Vogelbeere und Goldregen auf seine Wiese geschüttet wurden. "Daran kann eine Milchkuh sterben." Vor kurzem erst habe er durch verunreinigtes Futter ein Tier verloren.
Den Schaden beziffert er auf rund 2.000 Euro
Doppelter Ärger
Wird Grünschnitt illegal auf einem privaten Grundstück abgelagert, muss dennoch der
Grundstücksbesitzer die Entsorgung übernehmen. Es sei denn, er kennt den Verursacher und
kann dessen Tat belegen.
Wird der Grünschnitt nicht entfernt, kann der Kreis als zuständige Behörde ein Zwangsgeld androhen.
Zwar weiden Schwagers Tiere nicht auf der betroffenen Wiese in Obernbeck, aber "im Frühjahr schneide ich das Gras und mache daraus Silage." Dieses Futter fressen die Kühe. "Jetzt aber kann ich das hier vergessen", so der Landwirt. Es könne nur noch die ganze Wiese unterpflügen. "Dann muss ich neues Gras aussäen und verpasse einige Ernten." Den Schaden beziffert er auf rund 2.000 Euro.
Schwagers Bedenken sind gerechtfertigt. Das bestätigt Amtstierarzt Dr. Reinhard Zwingelberg aus Herford: "Viele der harmlos wirkenden Zierpflanzen sind toxisch für Kühe oder Pferde." Es sei durchaus möglich, dass die Tiere daran verenden, so Zwingelberg.
Grünschnitt auf Wiesen zu schütten sei genauso gefährlich wie Hundekot auf diesen Flächen: "Auch der kann ins Futter geraten und Krankheiten auslösen." Diese Erfahrung hat auch Bauer Schwager mehrfach gemacht. Er führt unter anderem zwei frühgeborene Kälber aus diesem Jahr darauf zurück. "Ich musste die Tiere töten lassen."
"Ich musste die Tiere töten lassen"
All jenen, die nicht wissen, wo sie ihren Kompost vom herbstlichen Gartenaufräumen lassen sollen, macht Schwager ein Angebot: "Sie können mir ruhig Laub und Grünschnitt bringen. Ich pflüge das dann auf den Feldern unter." Auf die Futterwiesen dürfe der Unrat jedoch nicht: "Der Tiere wegen."
Schön, wie du dich aufregst! :D
Während der größte Teil des Kommentars glatt am Thema vorbei geht ein paar Worte zu der Kritik am Ex-Bielefelder... 1. Waren es Kälber, von denen die Rede war, und 2. steht in dem Artikel, das sie getötet werden mußten, also waren es auch keine verendeten Tiere!
(...)