Höxter. "Cha-cha one, cha-cha two", zählt Erich Klann. Seine Füße huschen über den Hallenboden. "Na, ist das einfach oder einfach?" 30 Augenpaare blicken fragend. Die Schüler haben heute eine Tanzstunde bei einem richtigen Profi. Der Paderborner Klann wirbelte schon durch die RTL-Show "Let’s Dance".
Jetzt ist die Bühne kleiner als vor den Fernsehkameras. Klann ist trotzdem voll in seinem Element. "Wir tanzen heute Cha-Cha-Cha", ruft der 24-Jährige. "Aber nicht so 70er-mäßig." Also bitte nicht steif hin und her wackeln, stattdessen Feuer in den Hüften.
Der Tanzprofi
Der 24-jährige Erich Klann lebt als Profitänzer, Tanzlehrer und Choreograph in Paderborn.
Mit neun Jahren fing er mit dem Tanzsport an.
Zwischenzeitlich lebte Klann in Rumänien, wo er 2006/2007 Landesmeister in allen Klassen wurde.
Mit seiner Tanzpartnerin und Freundin Oana Andreea Nechiti liegt Klann in der Weltrangliste auf Platz 109.
Im Frühjahr 2011 trat er mit der Sängerin Kristina Bach bei der RTL-Tanzshow "Let’s Dance" auf.
Das Paar schied aus, weil Bach sich verletzte. (jm)
Mit seiner Partnerin Oana Andreea Nichiti macht er vor, wie es geht. Beide fliegen durch die kleine Gymnastikhalle. Die Schüler machen große Augen. Das erinnert schon sehr die glamourösen Fernsehauftritte des Paderborner Profitänzers. In der Show "Let’s Dance" überzeugte Klann ein Millionenpublikum.
"Training zwischen Sendungen war sehr hart"
"Die Show fand ich toll", erzählt die 14-jährige Anna-Lena. Klann tanzte im vergangenen Frühjahr mit der Schlagersängerin Kristina Bach um die Gunst einer Jury und des Fernsehpublikums. "Die Prominenten waren alle Neulinge, was das Tanzen betraf", erinnert sich Klann. "Das Training zwischen den Sendungen war sehr hart."
Klann war das gewohnt. "Vor großen Turnieren trainieren wir in der Regel drei Stunden täglich", erzählt der Profi. Er hat schon an Europameisterschaften und Weltmeisterschaften für Amateure teilgenommen.
Klann tanzt, seitdem er neun Jahre alt ist. "Für Kristina war das wesentlich härter", erinnert er sich. Prompt erlitt die Sängerin bei den Proben zur Sendung einen Bandscheibenvorfall. Das Paar musste aufgeben.
Zehn männliche Interessierte sind gekommen
Die Aufmerksamkeit durch die Fernsehauftritte will Klann jetzt nutzen. "Die Jugendlichen hätten oft eher ein angestaubtes Bild vom Tanzen gezeigt", findet er. Bei Standardtänzen würden viele an gehemmte Stunden im Tanzkurs denken.
"Er kann einem richtig was beibringen", sagt Christina Hesse. Die Lehrerin muss es wissen. Sie trainiert wöchentlich in einem Paderborner Tanzverein. Klann ist ihr Trainer. Hesse lud ihn nach Höxter ein. Schüler von der Hauptschule am Bielenberg, der Hofmann-von-Fallersleben-Realschule und des König-Wilhelm-Gymnasiums konnten sich für den 90-minütigen Kurs anmelden.
Das Wichtigste beim Tanzen: "Erich verbreitet Spaß bei der Sache", sagt Lehrerin Hesse. "Ran an die Tanzgeräte, Mädels", ruft Klann. Und meint damit die Jungs, die noch zögerlich in einer Reihe stehen. Immerhin: zehn männliche Interessierte sind gekommen. "Eine gute Quote", findet der Profi. "Das Jungs nicht tanzen wollen, ist ein Vorurteil", glaubt der 16-jährige Jan.
"Man muss sich ganz schön konzentrieren"
Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, machen die Profis es vor. Erst langsam, dann immer schneller. "Keine Sorge, ich habe auch nur zwei Füße", sagt Klann. "Man muss sich ganz schön konzentrieren", findet die 16-jährige Nejra. Spaß mache es trotzdem. "Tanzen ist cool", sagt Klann. "Es kommt nur darauf an, wie man es verpackt."