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07.01.2012
BIELEFELD
Wie ein Stich ins Hornissennest
Ex-Polizist und Buchautor Tim K. kämpft um seinen Ruf
VON SUSANNE BARTH

Von der Seele geschrieben

Bielefeld. Mit dem Enthüllungsbuch "Treibjagd" sorgt Ex-Polizist Tim K. für Furore. Er erzählt seine Geschichte: von falschen Engeln und rechtsbeugenden Staatsdienern. Sieben Monate lang saß er nach seiner Ansicht "unschuldig" im Gefängnis und schrieb das Buch. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende: "Ich soll laut Polizei meine eigene Mutter prostituiert haben." Das geht K. nun zu weit. Er will endlich, dass seine "Weste reingewaschen wird".

Aufgefallen ist die Behauptung, als Anwalt Willi Ehmke den Aktenberg um K. genau durchsieht. "In vier Akten wird meine Mutter zur Hure gemacht." Grund für den Verdacht des Polizeipräsidiums Bielefeld sind K’s Kontoauszüge, die während eines SEK-Einsatzes am 17. März 2010 beschlagnahmt wurden.

Häufig tauchen dabei Zahlungseingänge von Anja Schneider, K’s Mutter, auf (Name von der Redaktion geändert). 500 bis 2.500 Euro sind die Überweisungen hoch. Mal ist es etwas zum Geburtstag, mal griff Schneider ihrem Sohn mit dem Geld unter die Arme.

"Sie können meine Mutter nicht zur Hure machen"

"Das hat die Polizei wohl stutzig gemacht. Aber sie können deswegen doch nicht meine Mutter zur Hure machen", empört sich K. Von der Mutter-Sohn-Beziehung weiß das KK 21 zu dem Zeitpunkt nichts. In einem Schreiben heißt es: "Eine Verbindung von der Frau [Schneider] zu dem Beschuldigten habe ich bisher noch nicht herstellen können."

Laut Tim K. gab es auch keine Bemühungen seitens der Beamten. "Meine Mutter wurde nicht angerufen, nicht vorgeladen. Das Gerücht hätte doch leicht aus der Welt geschafft werden können." Die Polizei äußert sich zu der Situation nicht.

Aus den Kontoauszügen entnimmt die Polizei laut K. noch mehr:"[Es] ergaben sich Bareinzahlungen, die in der Höhe das Gehalt des Beschuldigten [...] leicht übersteigen. Die Herkunft [...] ist gegenwärtig nicht bekannt." Daher leiten die Beamten das Ergebnis der Auswertung an das Finanzamt Detmold weiter. Es geht um rund 50.000 Euro. Der Frühpensionär ist entrüstet. "Ich kann doch jede Zahlung erklären."

"Ich bin denen zu gefährlich geworden"

Seine Erklärung: "Ich bin denen einfach zu gefährlich geworden. Ich habe den Informanten der Polizei bei den Hells Angels auffliegen lassen." Er umschreibt die Fakten, die er in seinem Buch verewigt hat, als ein "Stich ins Hornissennest". Jetzt wolle man ihn finanziell ruinieren.

Doch er geht dagegen vor. Einem Vollstreckungsaufschub, den sein Anwalt in die Wege leitete, wird jedoch nicht stattgegeben. Der Leiter des Finanzamtes Detmold, kann sich dazu nicht äußern: "Das fällt unter das Steuergeheimnis". K. will in nächster Instanz das Finanzgericht Münster einschalten.



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