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06.02.2012
BIELEFELD
Lügen-Lehrerin droht lange Haft
Dienstverhältnis am Bielefelder Gymnasium beendet
VON HUBERTUS GÄRTNER

Bielefeld. Eine Lehrerin, die einen Kollegen mit frei erfundenen Vergewaltigungsvorwürfen für fünf Jahre ins Gefängnis gebracht haben soll, darf weder in Nordrhein-Westfalen noch in Hessen weiter unterrichten. Zwar wird die Bezirksregierung in Detmold ein Disziplinarverfahren gegen die Pädagogin einstellen, aber das hessisches Kultusministerium hat ein solches Verfahren bereits eingeleitet, wie Sprecher Horst Günter Herold bestätigte. Außerdem droht der Beschuldigten jetzt eine Anklage wegen Freiheitsberaubung.

Die Studienrätin Heidi K. hatte behauptet, ihr früherer Kollege Horst A. habe sie vor etlichen Jahren an einer Realschule im hessischen Reichelsheim in einem Klassenraum vergewaltigt. Horst A. wurde daraufhin im Jahr 2002 vom Landgericht Darmstadt wegen Vergewaltigung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Lehrer musste die Strafe komplett absitzen.

Am 5. Juli 2011 wurde Horst A. dann vom Landgericht Kassel im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Seine Unschuld sei "erwiesen", urteilte das Kasseler Gericht. Heidi K. habe die Vergewaltigung erfunden und dabei "bewusst gelogen". Beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat Heidi K. gegen den Freispruch Revision eingelegt, über die noch nicht entschieden ist.

Unterrichtsverbot seit August 2011

Heidi K. war zuletzt als Biologielehrerin an einem Gymnasium in Bielefeld tätig. Als publik wurde, dass gegen die Pädagogin wegen Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung ermittelt wurde, leitete die Detmolder Bezirksregierung ein Disziplinarverfahren ein und verfügte im August 2011 zunächst ein Unterrichtsverbot.

In dem Verfahren gebe es jetzt "eine neue Entwicklung", teilte die Bezirksregierung mit. Heidi K. habe auch ihre Übernahme in den Schuldienst des Landes NRW "durch unwahre Angaben erwirkt". Deshalb habe die Bezirksregierung die im Jahr 2009 erklärte Bereitschaft, sie in den Schuldienst des Landes NRW zu übernehmen, "zurückgenommen". Worin die "unwahren Angaben" der Heidi K. im Detail bestanden, wollte die Bezirksregierung nicht sagen.

"Die Rücknahme des Einverständnisses zur Versetzung aus dem Landesdienst des Landes Hessen führte gestützt auf die entsprechende Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Wiederherstellung des vor der Versetzung bestehenden Zustandes", teilte die Sprecherin der Detmolder Bezirksregierung, Anja Hegener, mit. Demzufolge befinde sich Heidi K. nun "erneut im Schuldienst des Landes Hessen". Weil wegen der oben geschilderten Vorfälle und Verdachtsmomente das Land Hessen ein Disziplinarverfahren eingeleitet habe, dürfe Heidi K. aber derzeit auch in diesem Bundesland "an keiner Schule unterrichten", sagt Horst Günter Herold, Sprecher des hessischen Kultusministeriums.

Derweil wartet die Darmstädter Staatsanwaltschaft auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes. Sollten die Karlsruher Richter den Freispruch des Lehrers Horst A. bestätigen, dürfte die Schuld von Heidi K. endgültig erwiesen sein. Dann könne man die Ermittlungen gegen Heidi K. wegen Freiheitsberaubung wiederaufnehmen, sagt Staatsanwalt Sebastian Zwiebel. Im Falle einer Anklage und einer Verurteilung drohen Heidi K. bis zu zehn Jahre Haft.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
6 Jahre sind für die Lügnerin viel zu wenig!

Wir können alle nicht wissen, was tatsächlich geschehen ist. Es gibt aber Menschen, die ihre eigene Historie sehr verdrehen können. Und es gibt
Statistiken. Ich vermute Frau Buntrock nicht in der Minderheit. Wenn es wenige gibt, die Frau Buntrocks Meinung hier vertreten, dann hat dann heisst das nicht, dass sie Unrecht hat. Überlegt doch mal, wer denn wirklich Zeit und Möglichkeiten hat, hier zu schreiben... !? Während die Frauen Essen kochen und Kinder ins Bett bringen diskutieren hier die Kerle wie man sehen kann, ob eine Frau vergewaltigt wurde...

Ich finde es bedauerlich, das hier kaum Frauen schreiben, die eine persöhnliche Meinung zum Thema des Artikels haben, und diese mit schlüssigen Argumenten begründen können. Dann könnte man (und Frau) endlich mit einer Diskussion beginnen, anstatt Monologe zu lesen.

@NW
Sollte man diese Kommentar-Funktion nicht langsam mal schließen? Frau (...) hat es wieder mal geschafft, dass keiner mehr zum Thema schreibt, sondern es nur noch um die völlig verwirrten Thesen der Frau (...) geht. Ich denke, man sollte Frau (...) nicht länger eine Plattform für ihre "Ich hasse alle Männer"-Bewegung geben, und sollte das hier beenden. Ein Kommentar zum Thema ist eh nicht mehr möglich, das Frau (...) auf jeden noch so sachlichen Kommentar mit ihren verdrehten Thesen reagiert, und dann nur noch darüber diskutiert wird!

@fgff: Ihre Aussage, Zitat: "wenn es keine gewaltspuren gibt dann gibt es auch keien vergewaltigung". Eine Frau, die bedroht wird, meistens mit dem Leben, tut gut daran, sich nicht zu wehren. Dann gibt es keine Gewaltspuren und bleibt dennoch eine Vergewaltigung. Keine Frau muss zugunsten ihrer Glaubwürdigkeit ihr Leben aufs Spiel setzen und Gewaltspuren durch Gegenwehr provozieren. In solchen Fällen verzichten viele Frauen auf Anzeigen, weil sie wissen, auf sie wartet ein demütigendes Procedere mit ungewissem Ausgang. Es kostet dazu noch Geld. Fahrtkosten, Verdienstausfall, um sich Verhören und Untersuchungen zu stellen. Es bleibt schlichtweg dabei - ob es gefällt oder nicht - Frauen geschieht häufiger Unrecht als Männern. Solche Frauen, die oft lebenslang leiden, sind häufiger als unschuldig verurteilte Vergewaltiger. Viel häufiger. Das gehört zu ihrem Pechlebensrisiko wie es für einen Mann zu seinem Pechlebensrisiko gehört, unschuldig als Vergewaltiger verurteilt zu werden. Kumuliert ist das Leid der Frauen größer als das Leid der Männer. Individuell betrachtet ist es für jeden Menschen tragisch, großes Unrecht zu erleiden. Damit werden Menschen schlecht werden, Frauen meistens etwas besser als Männer.



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