Bielefeld. Die Universität spricht offiziell von Feierstimmung, die gestern Nachmittag zwischen drei und vier Uhr aufgekommen sei. Doch die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Exzellenzinitiative von Bund und Ländern dürfte eher gemischte Gefühle erzeugt haben: Die beiden bereits seit 2007 geförderten Uni-Einrichtungen werden weiter finanziert, ein dritter Antrag der Bielefelder wurde abgelehnt.
Das Exzellenzcluster unter dem Namen "Citec" hat es wieder geschafft, ebenso die Graduiertenschule der Historiker und Soziologen. Das Exzellenzcluster - neben Citec - zur Erforschung der Geschichte von öffentlichen Vergleichen durch Historiker und Soziologen kam nicht durch. "Wir müssen jetzt das Gutachten der DFG abwarten", sagt Gerhard Sagerer. Aufgeben will der Rektor das Forschungsfeld nicht. "Wir werden dann entscheiden, welche andere Förderformate in Frage kommen."
Sagerer betont die Erfolge der Bielefelder Uni. Die Förderzusage für Citec über 33,7 Millionen Euro und für die Graduiertenschule über 6,6 Millionen Euro - zusammen also mehr als 40 Millionen Euro - zeige, dass die Bielefelder Universität "ganz oben spielt" und sich mit den besten Universtäten messen könne - in Deutschland und auf internationaler Ebene.
Arbeit wird mit äußerster Kraft vorangetrieben
Professor Helge Ritter, Sprecher von Citec, wertet die weitere Förderung bis 2017 als Motivationsspritze. Die Arbeit werde "mit noch mehr Elan" vorangetrieben. Positiv gestimmt gibt sich auch Professor Thomas Welskopp von der Graduiertenschule. Über 200 Doktoranden promovieren dort zurzeit. "Das kreative Umfeld zieht sie an und wird auch über die Exzellenzinitiative hinaus austrahlen."
Die DFG-Projekte sind:
"Cognitive Interaction Technology" (Citec). Dieses Cluster wird seit 2007 mit jährlich 6,5 Millionen Euro für die Erforschung der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine gefördert. Ziel sind hilfsbereite und nützliche Roboter für praktische Alltagsaufgaben. Beteiligt sind Informatiker, Biologen, Linguisten, Physiker, Psychologen und Sportwissenschaftler. Noch arbeiten sie in einem provisorischen Bau auf der östlichen Seite der Universität. Mitte 2013 ziehen dann 250 Wissenschaftler auf den Campus Nord. Dort entsteht gerade das neue Citec-Forschungsgebäude.
Graduiertenschule "Bielefeld Graduate School in History and Sociology": Die gemeinsame Einrichtung der Fakultät für Soziologie und der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie bietet internationale Promotionsstudiengänge in Soziologie und Geschichte an. Die Doktoranden sollen in einem inspirierenden Forschungsumfeld arbeiten können. Die Graduiertenschule wird von der DFG seit 2007 mit jährlich etwas mehr als einer Million Euro gefördert.