Hövelhof/Bielefeld (my). So etwas hatten selbst Einsatz erfahrene Feuerwehrleute und Polizeibeamte nur selten gesehen: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A 33 ist ein Audi Kombi unter einen Speditions-Lastwagen gerast. Anschließend durchbrachen die Fahrzeuge die seitliche Schutzplanke und stürzten die etwa zehn Meter tiefe Böschung hinab, wobei der Lastwagen den Audi teilweise unter sich begrub. Erste Bilanz des Unfalls: Ein Toter und vier Leichtverletzte.
Der Unfall ereignete sich gegen 2.35 Uhr auf der Fahrbahn in Richtung Bielefeld. Ein 41 Jahre alter Mann aus Kaufbeuren (Schwaben) war mit seinem sibernen Audi Kombi mit Kennzeichen aus dem schweizerischen Kanton Zürich mit hohem Tempo unter das Heck eines Speditions-Lkw aus Bad Lippspringe gerast. Das Auto geriet dadurch ins Schleudern und prallte zunächst gegen die Mittelschutzplanke.
Der 49-jährige Lkw-Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Lkw und stürzte in Höhe des Schlotmann-Teichs mit seinem Fahrzeug die angrenzende Böschung hinab, wo der Lastwagen schwer beschädigt auf der Seite liegen blieb. Das Auto stürzte ebenfalls die Böschung hinab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Der Audifahrer wurde in seinem Fahrzeug tödlich verletzt, die vier Insassen des Lastwagens wurden leicht verletzt.
Um 2.42 Uhr wurden die ersten Rettungskräfte alarmiert. Als das gesamte Ausmaß deutlich wurde, ging es Schlag auf Schlag. Neben dem Paderborner Notarzt wurden auch die Hövelhofer Feuerwehrärzte, der Leitende Notarzt und eine Vielzahl von Rettungs- und Hilfeleistungsfahrzeugen auf die Autobahn gerufen. Alle Einsatzmittel mussten in Handarbeit von Einsatzkräften der Feuerwehr Hövelhof die steile Böschung herunter getragen werden.
Fahrer offenbar sofort tot
Zunächst wurden die Fahrzeuge gesichert und der Lastwagen leicht anghoben, um an das Wrack des Audi zu gelangen, da unklar war, mit wie vielen Insassen der Wagen besetzt war. Doch bis auf den Fahrer, der offenbar sofort tot war, wurde niemand entdeckt. Da jedoch nicht auszuschließen war, dass noch weitere Personen aus dem Wagen geschleudert worden waren, wurde die Umgebung mit Wärmebildkameras abgesucht. Dabei wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt.
Parallel zu den ersten Rettungskräften setzte auch eine Spezialfirma aus Paderborn einen Autokran in Marsch, um das Lastwagen-Wrack anheben zu können. Trotz Blaulicht-Eskorte musste sich das tonnenschwere Fahrzeug mühsam durch den Rückstau kämpfen.
Die A 33 in Fahrtrichtung Bielefeld blieb bis in die Morgenstunden ab Anschlussstelle Sennelager gesperrt. Fahrzeuge, die zwischen Anschluss- und Unfallstelle im Stau standen, wurden von der Polizei zurückgeführt, der übrige Verkehr wurde über die Landstraße 756 in Richtung Hövelhof umgeleitet.
Für weiteren Ermittlungen an der Unfallstelle wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Höhe des Sachschadens beziffert die Polizei auf rund 120.000 Euro.