Paderborn (ag). Der Union Jack war allgegenwärtig – als Flagge an der Wand, als Fahne an den Informationsständen oder gar als Rugbyball in der Hand. Im Schützenhof Paderborn gingen bei der Premierenmesse von zehn Internaten aus dem Vereinigten Königreich deutsche und britische Eltern mit ihren Sprösslingen auf Tuchfühlung mit Lehrern und Schulleitern.
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Wenn es mal mit den Sprachkenntnissen haperte, sprang Saarah Jochums aus Bielefeld ein. Als Internatberaterin informiert sie deutsche Eltern über den Besuch von englischen Privatschulen. Der ist bereits ab dem Grundschulalter von sechs Jahren möglich. Wer auf der Insel die Schullaufbahn bis zum Ende durchziehen möchte, sollte zuvor auf die richtige Fächerkombination achten. Der Abschluss sollte nach deutschen Regeln erfolgen, damit er später in Deutschland auch anerkannt wird. Bei deutschen Entscheidern aus der Wirtschaft werden Abschlüsse an britischen Privatschulen gerne gesehen.
Constanze Meilinger war am Samstag auf Informationstour. Die Realschülerin aus Bielefeld möchte für ein Jahr nach England gehen. "Ich möchte generell ein Auslandsjahr einlegen, und in England gefallen mir die kleinen Klassen", sagt die 14-Jährige. Die Schülerin erhofft sich durch den Auslandsaufenthalt auch, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen und die englische Sprache besser zu lernen.
Engagierte und authentische Lehrer
Ähnlich fällt auch der Wunschzettel von Kim Giersberg aus. "Ich möchte dadurch auch meine Persönlichkeit weiterentwickeln und selbstständiger werden", sagt die Schülerin vom Bielefelder Ratsgymnasium. Zudem sei England ein schönes Land.
Zusammen mit ihrem Vater Thomas hat die 14-Jährige bereits fünf von zehn Internaten abgeklappert. Nicht alle kommen in Frage, weil Kim nur ein Quartal auf der Insel die Schulbank drücken möchte. "Mir ist nach den Gesprächen erst klar geworden, wie unterschiedlich doch die Bildungssysteme sind", stellt Thomas Giersberg fest. Von der Messe hat er einen guten Eindruck. Die Lehrer seien sehr engagiert und alles sei sehr authentisch. Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke nannte die Messe "eine Idee, die auch mal an Schulen oder am Rathaus stattfinden könnte". Die Messe zeige, dass Engländer und Deutsche nicht nur zusammenlebten, sondern auch Freunde seien, meinte der Paderborner CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann.