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10.11.2012
Bielefeld
Opposition entrüstet über Absage an medizinische Fakultät in Bielefeld
Abruszat: "Nicht mal Geld für kleine Lösung"

Bielefeld (hl). Auf die deutliche Absage von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) an eine medizinische Fakultät in Bielefeld (diese Zeitung berichtete) reagieren CDU und FDP entrüstet. "Skandalös" nennt CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann die Entscheidung. "Sie zeigt, dass Frau Krafts Versprechen einer vorsorgenden Politik nur leeres Gerede ist."

Bielefeld brauche dringend die medizinische Fakultät für OWL, um die ärztliche Versorgung sicherzustellen. "Die CDU erwartet, dass die Landesregierung ihre Entscheidung revidiert und unverzüglich ein finanziell verantwortbares Konzept zur Errichtung vorlegt", sagte Laumann.


Der Mindener FDP-Landtagsabgeordnete Kai Abruszat erinnert "an das Versprechen der SPD in der Region, mindestens 200.000 Euro" in den Landeshaushalt für die Medizinerausbildung einzustellen. Keinen einzigen Cent finde man dort.

Georg Fortmeier (SPD-MdL) spricht von "Oppositionsgetöse". Im Haushalt werde erstmalig "eine Verpflichtung" zur medizinischen Ausbildung aufgenommen. "Damit ist das Projekt haushaltsmäßig verankert."

Kommentare
Seien Sie unbesorgt. Der "Sehnnerv" ist da durchaus noch entschuldbar. Mir ist vor kurzem eine Überweisung an die Hände gekommen, auf der sich der Begriff "Pseutartrose" fand. Das fetzt erstmal!

Habe ich wirklich "Sehnnerv" statt "Sehnerv" geschrieben? War wohl schon in Gedanken bei der "Sehne". Da sieht man, warum ich kein Mediziner geworden bin: Wie sähe denn das aus, wenn an den Rezepten, die ich gläubigen Patienten ausstelle, nicht einmal die Rechtschreibung stimmte?

Wir haben ganz andere Strukturprobleme (!) im Gesundheitswesen und jeder der sich mal über seine persönlichen und politische Interessen (es sind ja nicht nur die Politiker, sondern auch die PD's unter den praktizierenden Ärzten, die auf eine Professur schielen) hinwegsetzt, stellt sehr schnell fest, dass eine medizinische Fakultät in OWL dafür kein Heilsbringer sein kann.

Wir haben an der Uni Bielefeld die einzige eigenständige Fakultät für Gesundheitswissenschaften, seit 1994 ausgestattet mit 8 Lehrstühlen u.a. zur Versorgungsforschung, Gesundheitspolitik, Biomedizin, Epidemiologie, Gesundheitsförderung und Prävention. Hier werden jedes Jahr fast 200 Expertinnen und Experten mit Bachelor, Master und Promotion für die Arbeit im Gesundheitswesen qualifiziert. Diese Leute arbeiten dann genau an den Schnittstellen im Gesundheitswesen, wo wir die Struktur- und Verteilungsprobleme haben.

Dieses Modell hat sich deutschlandweit und international etabliert und bewehrt. Es zeichnet die Stadt und die Uni Bielefeld aus! Die Fakultät ist mittlerweile eine der stärksten was die Einwerbung von Forschungsgelder an der Uni Bielefeld angeht. Wenn in die Medizin- und Gesundheitsforschung in Bielefeld investiert werden soll, dann bitte hier!

Wir sollten bei dem Thema die Kirche im Dorf lassen. Erstens ist die Einrichtung einer med. Fakultät sehr teuer und zweitens ist noch überhaupt nicht klar, ob sie auch dafür sorgen würde, dass die Absolventen später hier bleiben. Also die Gretchenfrage ist: Wird es z.B. im Kreis Höxter weiter genug Landärzte geben, wenn es in OWL eine medizinische Fakutät gibt. Nur darum geht es, überhaupt nicht um die Uni BI.

Ich finde, dass Paderborn auch eine medizinische Fakultät benötigen täte ... und Lemgo ... und Höxter ... und in Warburg gibt es doch auch noch einen marginalen Hochschul-Standort. Vielleicht ließe sich der mit ein paar Medizinern aufwerten.

Ich finde, dass Frau Schulze einen Orden vom Steuerzahlerbund u.a. verdient, da sie diesen populistisch geforderten, aber ökonomischen Unsinn nicht mitmacht.
Wo bleibt denn die vollmundig angekündigte, privat finanzierte Medizinische Hochschule Bielefeld? Vielleicht Bielefeld bei Witten Herdecke? ;-) wobei Münster, Hannover und Göttingen als nächstgelegene medizinische Hochschulen auch nicht weit weg sind.



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