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17.11.2012
Schröttinghausen
Unmut über Kita-Pläne
Dornberg-Politiker wollen Kita und Schule verknüpfen – und fühlen sich übergangen
VON ANSGAR MÖNTER

Im Wohngebiet | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Schröttinghausen. Wenn eine Kita ausgebaut werden soll, ist das eigentlich ein erfreuliches Ereignis für einen Stadtteil und deren Bezirkspolitiker. In Dornberg sorgten die Anbau-Pläne der Verwaltung für den Kindergarten an der Horstkotterheide in Schröttinghausen hingegen für gereizte Stimmung. Geschlossen formulierten die Dornberger Bezirksvertreter während ihrer Sitzung nun ihren Unmut darüber. Sie fühlen sich übergangen – denn sie hatten eine andere Vorgabe an die Verwaltung gemacht – die Einbeziehung der nahen Grundschule.

Die Kita in Schröttinghausen bietet zurzeit 65 Kindern in drei Gruppen Platz. Demnächst sollen zehn weitere Kinder aufgenommen werden – vor allem Unter-Dreijährige. So weit, so gut. Doch die Verwaltung will dafür Platz schaffen mit einem Anbau an der Kita für knapp eine halbe Million Euro. Die Bezirksvertretung Dornberg hatte aber in Beschlüssen zuvor gefordert, Grundschule und Kita eng zu verzahnen, zusätzlich Platz für Kindergartenkinder also im Schulgebäude oder dort mit einem Anbau zu schaffen. "Wir wollen die Sicherung des gesamten Standorts", erklärte Jörg Sensenschmidt (SPD) stellvertretend für alle. Für Angelika Wilmsmeier (FDP) ist ein Anbau an der Kita "absolute Verschwendung. Das Gebäude ist in einem desolaten Zustand. Außerdem kommt es dann zu einer Verknappung des Außengeländes". Petra Brinkmann (CDU), Wolfgang Huber (BfB) und Paul John (Grüne) sekundierten. Sie erklärten, dass sie bewusst die Verzahnung fordern, um die Grundschule langfristig zu sichern. Auch pädagogisch halten sie eine Zusammenarbeit und Zusammenlegung für nützlich.

"Die Pläne zeigen, dass die Verwaltung uns nicht verstanden hat", sagte John merklich angesäuert. Er mutmaßt nämlich – und er ist offensichtlich nicht der einzige in dem Gremium – , dass die Voten der Bezirksvertreter einfach ignoriert wurden im Rathaus von den Fachleuten. Bezirksbürgermeister Hermann Berenbrinker (CDU) sprach gar von einer "unsäglichen" Vorlage. John betonte für das Gremium: "Wir sind ausdrücklich für den Ausbau der U-3-Betreuung, aber uns geht es darum, den gesamten Kindergarten in die Schule zu bringen."

Dort, in der Grundschule, sind derzeit zwei Klassenräume frei. Doch eine Zusammenlegung, so der Vertreter der Verwaltung, würde das Raumprogramm nicht einfach so hergeben. Und ein zusätzlicher Anbau würde dort geschätzte 1,1 bis 1,2 Millionen Euro kosten. Außerdem sei es nicht so, dass das Kita-Gebäude in einem desolaten Zustand sei.

Die Ausführungen überzeugten die Kommunalpolitiker überhaupt nicht. Sie wiesen die Vorlage zurück und beschlossen einstimmig, dass eine Arbeitsgruppe mit Amtsleiter vor Ort nach einer Lösung auch in ihrem Sinne suchen soll. Dazu gehöre eine Vergleichs-Kostenrechnung, in der auch der Verkauf des Kita-Grundstücks miteinbezogen werden solle.



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