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21.11.2012
Hoberge-Uerentrup
Kraftakt des TuS Hoberge
Der kleine Verein rettet den eigenen Sportplatz durch Übernahme – und damit auch sich
VON ANSGAR MÖNTER

Erwartet viel Arbeit und hohe Kosten | FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Hoberge-Uerentrup. Knapp 300 Mitglieder hat der TuS Hoberge-Uerentrup. Damit gehört er zu den kleinen Bielefelder Sportvereinen. Um so mehr Kraft braucht der TuS, wenn er ab Juli 2013 den Betrieb des Sportplatzes an der Bergstraße von der Stadt Bielefeld übernehmen wird. Dazu wird es nämlich kommen.

Info

Sportplatz Bavostraße bleibt

Auch der Sportplatz an der Bavostraße war Gegenstand des "Runden Tisches Fußball" – wobei der Platz, wie Sportamtsleiter Gerhard Bockermann erklärte, wegen seiner geringen Maße nicht als offizielle Sportstätte gelte, sondern nur als Schulsportplatz. Für ihn und die Nutzer ändert sich eigentlich nichts. Der Platz wird unter den bisherigen Bedingungen weiter betrieben. Die Stadt Bielefeld sorgt für den laufenden Unterhalt des Feldes und der dazugehörigen Gebäude, stellt aber keine Finanzmittel mehr für Sanierung oder Modernisierung zur Verfügung.

Das jedenfalls ist das Ergebnis zahlreicher Sitzungen des "Runden Tisches Fußball" mit Vertretern der Vereine über den Stadtsportbund, des Sportamtes und der politischen Fraktionen. Hintergrund sind die Sparbemühungen der Stadt, erzwungen durch das Haushaltssicherungskonzept.

Dem TuS-Vorsitzenden Dirk Meyer und den anderen Mitgliedern stehen also arbeitsreiche Monate bevor. Denn das Vereinshaus ist in keinem guten Zustand. Das aber muss der Verein ab Sommer selbst unterhalten. "Es muss energetisch dringend etwas gemacht werden", sagt Meyer. Im Frühjahr will der TuS beginnen.

Das Gebäude soll besser isoliert werden, auch an der Heizung wird gearbeitet werden. "Wir müssen sehr viel in Eigenleistung machen und hoffen auf Sponsoren ", sagt Meyer.

Die TuS-Mitglieder kennen das schon. Vor rund 20 Jahren haben sie das Vereinsheim innen ausgebaut, vor zehn Jahren einen Anbau in Eigenregie fertig gestellt. Wann das Haus genau gebaut wurde, weiß auch der Vereinsvorsitzende nicht. Es hat Fachwerkelemente, ebenso Anbauten aus den 50er Jahren.

Der Verein ist 1923 gegründet worden. 2013 feiert er also das 90. Jahr seines Bestehens. Damit die Existenz des TuS auch darüber hinaus gesichert bleibt, ist der Verein dazu gezwungen, den Platz zu übernehmen. "Es gibt keine andere Möglichkeit", sagt Meyer. Wäre der TuS dazu nicht bereit, müsste er mit dem Spielbetrieb auf andere Sportplätze der Stadt ausweichen. "Das wäre unser Ende", ist sich der Vorsitzende sicher.

Also hat der TuS zugestimmt, die Betriebskosten für Wasser, Heizung, Strom und Abfallentsorgung ab Juli 2013 zu übernehmen, ebenso Reinigungs- und Platzwartaufgaben gegen Zahlung eines städtischen Zuschusses, der so festgelegt ist: 50 Prozent der Betriebskosten auf der Basis der Nebenkostenabrechnung für 2010; 50 Prozent der bisher angefallenen Reinigungskosten auf Basis der Mietliste 2012. Zusammen sind das laut städtischer Vorlage insgesamt gut 36.600. Euro pro Jahr. Für die Patzwartarbeit gibt es einen jährlichen Zuschuss von 2.500 Euro.

Laut städtischer Vorlage gilt der Übernahmevertrag zunächst für fünf Jahre. Für die Sanierung oder Modernisierung werden künftig keine Finanzmittel mehr zur Verfügung gestellt.

Gerhard Bockermann vom Sportamt teilte in der Bezirksvertretung Dornberg mit, dass sich der Verein eigentlich eine andere Förderung gewünscht habe, "er aber mit der Lösung leben kann".

Der von Arbeitern gegründet Verein – während der Nazi-Zeit wurde er verboten –, wird also annehmen, weil er muss. Das stieß bei Teilen der Bezirksvertreter in Dornberg auf Kritik. Die Grünen-Fraktionen will weitere Informationen einholen, bevor sie ihr Votum abgibt. Die Abstimmung über die Beschlussvorlage wurde auf die Dezember-Sitzung vertagt.

Sportamtsleiter Bockermann betonte jedoch, dass die Arbeitsgruppe intensiv und transparent gearbeitet hätte und dass alle politischen Fraktionen dabei vertreten gewesen seien.

Gut informiert war auf jeden Fall Petra Brinkmann (CDU), die an den Sitzungen teilgenommen hatte. Sie lobte den TuS für seine Einstellung: "Der kleine Verein zeigt damit ganz viel Mut."



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