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15.11.2012
Bielefeld-Bethel
Westfälische Präses mahnt modernes Familienbild an
Positionspapier wird Freitag auf der Synode in Bielefeld vorgestellt

Vater, Mutter, Kinder | FOTO: DPA

Bielefeld (lnw). Das Oberhaupt der westfälischen Kirche, Präses Annette Kurschus, hat eine Modernisierung des traditionellen Familienbildes gefordert. Für viele Menschen bedeute Familie auch heute noch "Vater, Mutter, Kinder", sagte Kurschus der Nachrichtenagentur dpa. Und oft habe der Begriff ganz stark mit eigenen Nachkommen zu tun. Aber: "Die Bibel gibt uns kein festes Familienbild vor".

"Familie sind die Menschen, die für mich da sind und für die ich da bin", definiert Kurschus ihr persönliches Familienbild. "Wir tragen füreinander Verantwortung. Familie ist da, wo ich die sein kann, die ich bin." Familie müsse man auch nicht ständig neu verabreden. "Sondern sie ist da, da gehöre ich hin. Und das müssen nicht unbedingt Blutsverwandte sein." Die Evangelischen Landeskirchen von Westfalen und Lippe wollen sich in den nächsten Monaten mit dem Thema "Familie heute" befassen.


Ein erstes, 80-seitiges Positionspapier wird an diesem Freitag auf der Synode in Bielefeld vorgestellt.

"Wenn ich gefragt werde: Hast du Familie?, heißt das: Bist du verheiratet, hast du Kinder?", berichtete Kurschus, die unverheiratet und kinderlos ist. Natürlich habe sie dennoch Familie: "Ich habe eine Herkunft, ich habe das beschriebene Netz." Dennoch spüre sie bei solchen Fragen unwillkürlich einen Rechtfertigungsdruck: "Ist mit mir etwas falsch, weil ich nicht dem gängigen Familienbild entspreche?" "Und dann gibt es dieses blöde Klischee: Na ja, Sie haben sicherlich keine Familie, weil Sie Karriere machen wollen", sagte Kurschus. "Das ist absurd." So einfach sei das Leben nicht gestrickt.

Die Debatte über ein modernes Familienbild umfasse ein reiches Spektrum, sagte die 49-Jährige. Dazu gehöre auch die Frage nach gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. "Aus der Bibel lässt sich nicht die Frage beantworten, ob man gleichgeschlechtliche Paare trauen sollte." Es könne aber sicherlich nicht sein, "dass in der Kirche Menschen benachteiligt werden wegen ihrer geschlechtlichen Orientierung".

"Wenn es der Wunsch eines gleichgeschlechtlichen Paares ist, dass Nachkommen bei ihnen aufwachsen, dann mag das auch gut so sein. Ich möchte mir da kein Urteil anmaßen", betonte Kurschus. Das Thema sei auch für viele in ihrer Kirche recht neu. "Viele spüren: "Der Gedanke ist für mich ungewohnt. Zugleich weiß ich, eigentlich ist das in Ordnung"." "Unser verengter Familienbegriff spiegelt sich auch in unseren kirchlichen Angeboten", räumte die Präses ein. Der Gottesdienst für die Familie richte sich meist an Kinder, Eltern und Großeltern. Bei Taufen und Konfirmationen kämen aber oft Patchworkfamilien zusammen.

"Wie gehen wir damit um?" Die Debatte über die Familie werde in einem Jahr nicht zu Ende sein. "Das Familienbild weiterzuentwickeln ist keine Aufgabe eines Jahres, sondern eine Daueraufgabe."

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Bielefeld: Ev. Landessynode tagt in Bethel
 
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Kommentare
Ach ich brauche eine "Ersatzfamilie"???? Wo ist denn die andere hin???? :D
Frau Buntrock, bloß weil Sie keine haben, angebliche Mustersöhne "erfinden" müssen, die sie von diversen "Abenteuer-Reisen" aus dem Ausland haben, womit Sie sich ja brüsten, heißt das nicht, dass das die Regel ist!

@Christian W.: Ich wünsche Ihnen jedenfalls aus ganzem Herzen eine verständnisvolle Ersatzfamilie, die Sie annehmen kann. - Halten Sie mich doch hier auf dem Laufenden..... Ansonsten, lieber Christian W., wünsche ich Ihnen Gelegenheit, sich an diesem Wochenende von meinen Kommentaren zu erholen. Von Herzen alles, alles Gute.

Genau Frau Buntrock... jede Frau, die nicht Ihrer wirren Meinung ist, ist automatisch ein Mann! Unglaublich! :D

Wobei ein normal denkender Mensch gar nicht darauf kommt, wo "stolze Mutter" etwas gegen Mütter gesagt hat. Es ging ausschließlich um Karriere-Frauen, und das, was stolze Mutter da schreibt, trifft nun einmal zu!
Mal abgesehen davon, dass Ihr Kommentar wieder einmal absolut NICHTS mit dem Artikel zu tun hat, und Sie den wahrscheinlich wieder nicht einmal gelesen haben.

Wobei ich Frau Kurschus zustimmen möchte, ob man sie nun als Karriere-Barbie hinstellt oder nicht... das heutige Erscheinungsbild einer Familie hat meist nichts mehr mit dem klassischen Bild der Familie zu tun... obwohl ich das nicht unbedingt schlecht finde, und ich die Ansätze der Frau Kurschus durchaus gut finde!

@Stolze Mutter. Ich vermute, hinter ihrem Namen steckt ein frustrierter Mann, denn echter Mutterstolz ließe sich mit dem Kommentar kaum vereinbaren. Ein stolze Mutter weiß besseres zu tun als kinderlose Frauen anzugiften.

Be der Gelegenheit: Aktive Mutter ist man immer nur wenige Lebensjahre. Unterm Strich sind wohl Frauen besser dran, die beruflich zufrieden sind und über einen großen Freundeskreis verfügen. Dies gilt selbst dann, wenn sie kinderlos bleiben. Vor allem im Alter wissen diese unabhängigen und selbständig gewordenen Frauen zu leben und sind auch wirtschaftlich häufig besser gestellt als die ehemalige Ehefrau, die in späten Jahren oft geschieden oder verwitwet ist und nur über unzureichendes Alterseinkommen verfügt. - Wenn die Kinder dann weit entfernt wohnen, ist das Unglück oft komplett.

@ Aufpasser: Offenbar eine Folge der inzwischen bis in die höchste Führungsebene durchschlagenden drastischen Einsparmaßnahmen!?

@ stolze Mutter: Da haben Sie vollkommen Recht. Das würde niemand zugeben, egal ob Weiblein oder Männlein. Für Frau Kurschus, wie für viele andere in hohen Positionen, dürfte es nahezu unmöglich sein einen adäquaten Partner zu finden. Wer mag schon gern eine Beziehung nach Terminplan führen und mitunter nebenbei auch noch Gefahr zu laufen mit in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden? Mein Ding wäre das auch nicht. So macht sie, wie sie es selbst darlegt, ihre Gefühlswelten an ganz anderen Kreisen fest. Was sogar zum Nachleben animieren soll, wozu aber wohl nur die allerwenigsten bereit sind.



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