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16.11.2012
Gadderbaum
Großes Pella-Theater
Aktionswochen im Begegnungszentrum / Sponsoren gesucht
VON KURT EHMKE

Gemeinsam gut | FOTO: ANDREAS ZOBE

Gadderbaum. Es sind die Aktionswochen der Pellahöhe, doch dieses Mal ist die Aktion immer wieder das Gegenteil einer Aktion: Stilles Verharren, Menschen werden zu Bildern, Szenen frieren ein. Im Begegnungszentrum spielen ältere Menschen Theater. Nicht irgendeins, sondern ein Theater irgendwo zwischen Psycho-Drama und Impro-Theater.

Playback-Theater nennt Andreas Bentrup vom Augenblick-Theater das, was die Künstler auf die Bühne bringen. Und das geht so: Aus dem Publikum kommen Stichwörter wie "November".

Theaterpädagoge Bentrup greift das auf, bittet den Theatergast vielleicht um zwei Beispiele zum November. "Sagen wir einmal, da kommen die morgendliche Müdigkeit auf der einen und das Gefühl, dass gerade ganz viel Gutes geschieht auf der anderen Seite", sagt Bentrup, "dann gebe ich das an die Schauspieler weiter." Und die setzen das szenisch um. Langsam, anmutig, tiefenentspannt.

Manchmal aber löst sich alles auch in Lachen auf, zumindest in den Proben. "So viel Freude habe ich hier lange nicht erlebt, manchmal werde ich richtig neidisch", sagt die Leiterin der Pellahöhe, Claudia Domke. Der Kursus sei "ein Gute-Laune-Projekt, das in der Pellahöhe seine Kreise zieht, ansteckend ist."

Auch deshalb ist sie der Bezirksvertretung Gadderbaum dankbar, die sich, auf Anregung von Hannelore Pfaff (Grüne), nach einigem Hin und Her auf einen 600-Euro-Zuschuss einigen konnte. Auch die Teilnehmer wissen das zu schätzen. Für sie, so Siegfried Hahne (82), ist das Theaterstück "unser Zeichen dafür, dass wir hier eine tolle Gemeinschaft haben und dass hier richtig viel bewegt wird".

Ilona Simon-Splinter (52) schauspielert bereits privat und im Frauentheater – hier ist sie das Küken, die Jüngste, und begeistert: "Ich erlebe ein Stück Langsamkeit, das, wenn es aufbricht, wie eine Knospe aufblüht."

Manfred Lammert (73), der zum ersten Mal in seinem Leben Theater spielt, hat besondere Erfahrungen gesammelt: "Ich bin sonst ein sehr unruhiger Typ, hier habe ich gelernt, mich in eine ruhige Statue zu verwandeln und damit auch etwas ausdrücken zu können." Er lerne seinen Körper neu kennen.

Erst seit einem Jahr in Bielefeld ist Margitta Ettner (72), sie hat über die Pellahöhe Anschluss gefunden, ist dafür sehr dankbar: "Das hier gibt mir eine große innere Ruhe."

Nun hoffen alle, dass sich Sponsoren finden, die den Theaterpädagogen finanzieren helfen, "damit es hier weitergeht mit der Theatergruppe", sagt Domke.

Aufführung: Sonntag, 18. November, 15.30 Uhr, Pellahöhe, Kaffeetrinken ab 14.30 Uhr.



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