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16.02.2013
Heepen
Flüssig und deutlich
Kreisentscheid im Vorlesewettbewerb der 6. Klassen

Die Vorleser

Heepen (bjp). Ingrid Wilker versucht den Kindern ein wenig die Aufregung zu nehmen. "Ihr seid alle schon Sieger", sagt die Fachschaftsvorsitzende Deutsch des Heeper Gymnasiums zu den elf Sechstklässlern. In ihren jeweiligen Schulen wurden sie im Dezember schon zu den besten Vorlesern ihrer Klassen und Jahrgänge gekürt. 7.000 Schulen beteiligen sich deutschlandweit am Wettbewerb. Beim Kreisentscheid messen sich die jungen Leseratten jetzt untereinander.

Fünf Minuten hat jeder von ihnen Zeit, eine kurze Passage aus dem Lieblingsbuch vorzutragen. Malin Bornemann vom Gymnasium der von Bodelschwinghschen Stiftungen hat sich für "Wenn das Glück kommt" von Mirjam Pressler entschieden. Atemlos liest sie eine Stelle des Buches vor, an der die Protagonistin, ein elfjähriges Mädchen, von einem Streit und der anschließenden Prügelei mit ihrer Erzfeindin aus der Schule berichtet. Etwas, von dem sie sich nie hätte träumen lassen, das sie es einmal tun würde. "Ich fühle etwas Warmes, Flüssiges. Meine Hände sind rot", schließt sie.

Gespannt haben Eltern, Wettbewerber und eine fünfköpfige Jury dem Vortrag gelauscht. Angela Wäschebach (Buchhandlung Heepen), Germanistik-Studentin Jana Novak und die Lehrer Christian Knäpper, Norbert Schnitzler und Andrea Fehling (Gymnasium Heepen) achten auf Betonung und Flüssigkeit der Vorträge aller Leserinnen und Leser. Und ob sie hin und wieder den Blick von den Zeilen vor ihnen in Richtung Zuhörer heben. "Dass die Mitbewerber alle mit im Raum sind, verlangt von den Zuhörern, sich auch auf die Geschichten der anderen einzulassen", sagt Wilker. Auch wenn es so sprachlich anspruchsvolle Werke wie "Der kleine Hobbit" sind. "Wir hatten auch schon Henning Mankell unter den Vorträgen. Und das obwohl die Kinder ja erst elf Jahre alt sind", äußert Wilker

Seit vergangenem Jahr organisiert sie den Vorlesewettbewerb in Bielefeld. "Das musste ziemlich spontan und kurzfristig geschehen", erinnert sie sich. Dieses Mal habe sie mehr Zeit gehabt. Und aufgrund des großen Interesses der Schulen wurde der Wettbewerb zweigeteilt. Die restlichen neun Vorleser machen den zweiten Sieger des Bielefelder Regionalentscheids am Montag, 18. Februar, unter sich aus. "Ab einer bestimmten Teilnehmerzahl darf eine Stadt zwei Sieger stellen", erklärt Wilker.

Die erste Siegerin steht nach den Vorträgen der selbst mitgebrachten Bücher und eines kurzen Fremdbeitrages fest, den alle Teilnehmer vorlesen mussten: Malin Bornemann hat die Jury mit ihrem "flüssigen und sinngestaltenden" Vortrag am stärksten beeindruckt. Für sie und den Sieger vom Montag (die zweitplatzierte Carla Wemhöner, Realschule der von Bodelschwinghschen Stiftungen, darf dann nochmals antreten) geht es nach den Osterferien zum Bezirkswettbewerb – und mit etwas Glück über die Regional- und Länderebene bis zum Bundesfinale.



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