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22.11.2012
Jöllenbeck
Auch Mädchen kicken hier
FC Hasenpatt übernimmt Sportplatz / Kooperation mit Gesellschaft für Sozialarbeit
VON SYLVIA TETMEYER

Mädchen am Ball | FOTO: SYLVIA TETMEYER

Jöllenbeck. In den 50er Jahren wurde auf dem Platz Feldhandball gespielt. Daran erinnert sich Erwin Jung, Vorsitzender des 1. FC Hasenpatt. Den Sportverein gibt es erst seit 1976. Vorher nutzte der VfB das Spielfeld an der Dreeker Heide. Nach zweijähriger Diskussion, in der es um die mögliche Schließung der Sportstätte ging, steht die Vertragsunterzeichnung jetzt kurz bevor. Das Sportamt bietet dem Verein an, den Platz zu übernehmen. Der Vereinsvorstand stimmt zu.

Die Arbeitsgruppe "Sportentwicklungsplanung" überträgt dem Verein die laufenden Betriebskosten für Wasser, Strom und Abfallentsorgung sowie die Reinigungs- und Platzwartaufgaben. Im Gegenzug gibt es einen städtischen Zuschuss von 50 Prozent. Für die Platzwarttätigkeit erhält der Sportverein eine Pauschale von 2.500 Euro. Erwin Jung schätzt, dass die jährliche Mehrbelastung mit rund 2.000 Euro zu Buche schlägt. Die Summe lasse sich unter anderem deshalb so gering halten, weil es Nutzer gibt, die Gebühren bezahlen müssen.
"An eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge denken wir nicht", sagt der Vorsitzende. Solange es gehe, wolle man an dem Obolus festhalten. "Sollten wir merken, dass wir nicht klarkommen, können wir den Vertrag immer noch aufkündigen."


Sportamtsleiter Gerhard Bockermann erklärte während der jüngsten Bezirksvertretersitzung, dass die laufende Grünpflege weiterhin von der Stadt übernommen wird. Größere Reparaturen, beispielsweise an der Drainage, seien jedoch nicht abgedeckt. Jung glaubt nicht, dass es in den nächsten Jahre Probleme gibt: "Der Platz trocknet nach Regenfällen relativ schnell ab, weil das Wasser an den Seiten durch das leichte Gefälle gut ablaufen kann." Außerdem seien die Mannschaften einsichtig. Wenn der Boden aufgeweicht ist, werde der Platz "rigoros gesperrt". Ein Thema in der Sitzung war die Umzäunung.

Einige Politiker kritisierten, dass Kinder aus den Wohngebieten nun dort nicht mehr in ihrer Freizeit Fußball spielen könnten. CDU-Bezirksvertreter Jung berichtete, dass es vor einigen Jahren Beschwerden der Anwohner gegeben habe. Daraufhin habe die Stadt den Zaun aufgestellt. "Bei fehlender Umzäunung sind die Plätze nicht mehr für den Vereins- oder Schulsport geeignet, weil die Rasennarbe leidet", sagte Bockermann. Deshalb würden Naturrasenplätze grundsätzlich eingezäunt. Frank Perlitz, Leiter der Treffpunkts Orionstraße der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS), bedauert, dass das Sportamt in seiner Bewertung davon ausgeht, dass nur eine "Hasenpatt"-Seniorenmannschaft auf dem Platz trainiert. Berücksichtigt werde nicht, dass mit der GfS bereits seit etwa 20 Jahren eine Kooperation bestehe. In den Sommermonaten kicke zweimal pro Woche jeweils eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft an der Dreeker Heide.

Ein Plakat im Versicherungsbüro von Erwin Jung kündigte 1995 ein Benefizspiel von Arminia Bielefeld zu Gunsten der GfS an. "Da kam wirklich die erste Garnitur. Wir hatten mehr als 1.000 Zuschauer", schwärmt Perlitz, der als Vereinsmitglied und Trainer auch für die Jugendmannschaften verantwortlich ist.
Der Treffpunkt-Leiter hofft, dass sich nach der Übernahme des Platzes wieder mehr Jugendliche finden, die Spaß am Sport haben. "In der Vergangenheit hatten wir noch zwei Mannschaften in der Liga. Als die Diskussionen los gingen, war es leider vorbei."



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