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27.11.2012
Vilsendorf
Staus und Umwege befürchtet
Sperrung der Laarer Straße: Landwirt und Gewerbebetriebe protestieren
VON SYLVIA TETMEYER

Gefährlich | FOTO: SYLVIA TETMEYER

Vilsendorf. Klaus Schürmann hat es einmal ausgerechnet: Bei 170 Lastwagen, die täglich über die Laarer Straße fahren, würde der Mehrverbrauch an Dieselkraftstoff jährlich 40.000 Liter betragen – wenn die Laarer Straße für Lkw gesperrt werden würde und die Fahrzeuge stattdessen über die Engersche Straße fahren müssten.

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Untersuchung

Das Amt für Verkehr hält die Engersche- und die Eickumer Straße grundsätzlich für geeignet, zusätzliche Belastungen aufzunehmen. In den letzten drei Jahren habe es auf der Laarer Straße 13 Unfälle gegeben, davon Zwei mit Beteiligung eines Lkw.

Eine "spürbare Auswirkung" auf die CO2-Bilanz durch die Umleitungsfahrten werde nicht erwartet, so die Behörde. (syl)

Grund für seine Kalkulation: Eine Prüfung des Amtes für Verkehr hatte ergeben, dass aufgrund der geringen Straßenbreite von 4,5 Metern Lkw und Pkw sowie besonders von Lkw und Lkw auf der Laarer Straße nicht sicher aneinander vorbeifahren können. Deshalb empfiehlt die Behörde ein Lkw-Durchfahrverbot.

Die Jöllenbecker Bezirkspolitiker haben sich ebenfalls für ein Durchfahrverbot ausgesprochen. Damit sich der Verkehr keine Ausweichmöglichkeiten durch den bereits belasteten Örkenweg oder das Blackenfeld sucht, müssten diese ebenfalls gesperrt werden. "Dann würde sich alles an der Ampel zur Engerschen Straße stauen.

Schon jetzt gibt es zu bestimmten Uhrzeiten lange Wartezeiten auf der Linksabbiegerspur", sagt Schürmann. Der Landwirt baut auf einer Fläche von fast 45 Hektar Zuckerrüben an. An 80 Tagen im Jahr transportiert er die Feldfrüchte zur Weiterverarbeitung nach Lage. "90 Prozent der Transporte gehen über die Laarer Straße", berichtet Schürmann.

Zwar sollen beim Vorschlag der Straßenverkehrsbehörde land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge, die Anlieger sind, weiterhin freie Fahrt haben, da der Rübenbauer jedoch an der Vilsendorfer Straße wohnt, glaubt er nicht, dass die Ausnahmeregelung auch für ihn gelten würde.

Außerdem denkt er an Jöllenbecker Gewerbebetriebe, welche die Strecke ebenfalls regelmäßig nutzen. Getränkehändler Bernd Müller hält die Lösung ebenfalls nicht für gut: "Für uns ist das die direkte Verbindung nach Herford." Rund zehn seiner Lastwagen würden täglich über die Laarer Straße fahren. Sein Tipp: "Alle müssen mehr Rücksicht nehmen."

Für Busunternehmer Volker Husemann ist eine Sperrung "absolut nicht praktikabel". Nicht nur die "schon hoffnungslos überlastete" Engersche Straße müsste dann mehr Verkehr aufnehmen, auch die Eickumer Straße und der Jöllenbecker Ortskern würden dann mehr belastet. Die Laarer Straße hält er deshalb für geeigneter, weil dort am wenigsten Anlieger wohnen. "Wenn sie keinen Verkehr haben will, darf die Stadt keine Gewerbegebiete ausschreiben. Es wird einen Kompromiss geben müssen", meint der Busunternehmer.

Uwe Bredenkamp und Klaus Schürmann glauben, dass sich die Situation schon mit kleineren Maßnahmen verbessern lässt. Erst die Sanierung der Straße 2005 habe viele Autofahrer dazu animiert, schneller zu fahren – obwohl die Kurvenstrecke unübersichtlich sei. Dort ist bislang Tempo 70 erlaubt. Neben einer Temporeduzierung auf 50 regt Schürmann an, eine der großen Linden zu fällen und das Grün auf dem Grundstück eines leer stehenden Gebäudes zu stutzen.

"Seit fünf oder sechs Jahren steht das Haus leer. Seitdem liegt das Gelände brach. Im Sommer ist alles so zugewuchert, dass man keine Sicht hat", sagt Werkzeugmacher Bredenkamp, der im Haus gegenüber wohnt.



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