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27.11.2012
Bielefeld
Bedenken gegen Schulexperiment
"Primus"-Projekt heute Thema in Arbeitsgruppe
VON ALEXANDRA BUCK

Bielefeld. Das Schulministerium will 15 Schulen in NRW die Möglichkeit geben, am Projekt "Primus" teilzunehmen – Ziel ist, weitere Erkenntnisse über das längere gemeinsame Lernen von Klasse eins bis zehn zu gewinnen. Heute Nachmittag diskutiert die Bielefelder Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung (bestehend aus Elternvertretern, Politik und Verwaltung), ob eine Bielefelder Bewerbung sinnvoll ist. Tenor vorab: Eher nein.

Mit dem Ende 2011 verabschiedeten Schuländerungsgesetz hat der Landtag NRW die Möglichkeit zum Zusammenschluss von weiterführenden Schulen mit Grundschulen als Schulversuch geschaffen. Hier sollen Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Der Versuch soll ermitteln, welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen auf Lernverhalten, Leistungsentwicklung und Sozialverhalten der Schüler hat – und ob man sie damit zu besseren Abschlüssen führen kann.

Umfrage
Halten Sie es für sinnvoll, Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichten zu lassen?




"Dieses Modell hat etwa für ,Spätzünder’ den Vorteil, dass sie sich in aller Ruhe weiterentwickeln können und nicht nach vier Schuljahren womöglich in die für sie falsche Schulform wechseln", erläutert Georg Müller, Leiter des Bielefelder Schulverwaltungsamtes, einen der Vorzüge des Modells. "Auch bildungsferne Familien, in denen die Eltern ihre Kinder bisweilen automatisiert an der Hauptschule anmelden, würden gebremst und die Kinder später möglicherweise eher im Sinne ihrer Fähigkeiten untergebracht."

Dennoch hält Müller eine Bewerbung Bielefelds nicht für sinnvoll. "Wir haben mit der Laborschule bereits eine Schulform, in der Kinder bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Außerdem fehlt es uns an geeigneten Standorten."

Vorgabe des Ministeriums ist, dass die zusammenzuschließenden Schulen räumlich nah beieinander liegen. "Da kommen ohnehin nur zwei Standorte in Frage." Welche das sind, wollte Müller gestern noch nicht verraten. In Gütersloh ist das Modellprojekt jüngst gescheitert – die Anmeldezahlen waren zu gering. Auch in Minden fehle es offenbar am entsprechenden Elternwillen.

Kommentare
@Breuer: Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass die Statistik für Projekte wie die Laborschule schön gerechnet wird. Ich habe meinen Sohn nach 3 Jahren von der Schule genommen, da er noch nicht schreiben und lesen konnte.
Meiner Meinung gibt es viele Möglichkeiten Kinder eine gute Ausbildung zu geben. Es hängt unter anderen auch an der Mentalität des Kindes ab, welches die beste Schule für das Kind ist.

Das gute Abschneiden der Laborschule bei PISA hat nicht nur mit dem längeren gemeinsamen Lernen zu tun, sondern mit dem von Grund auf anderen Konzept im Vergleich zu den Regelschulen - kleine Lerngruppen, andere Lernmethoden, ein ganz anderer Tagesablauf. Wenn man an den Versuchsschulen nichts ändert, außer der Selektion in drei Schubladen, dann wird dieser scheitern.

Schön wäre es, wenn der Artikel auch darstellen würde, wie erfolgreich die Laborschule ist, vor allen Dingen auch im Rahmen dieser PISA-Tests. Das würde vielleicht mal die m.E. egoistisch motivierte Skepsis einiger 'Eltern' mal auf andere Füße stellen. Das gemeinsame Lernen in der Laborschule erweist sich nämlich als höchst erfolgreich.
Wenn also jemand gegen das gemeinsame Lernen stimmt, hat er entweder keine Ahnung oder ist an der Bewahrung seiner Besitzstände interessiert, aber nicht an der Bildung nachwachsender Generationen.


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