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28.11.2012
Bielefeld
Pannen bei MoBiel
Falsche und fehlende Stadtbahn-Informationen verärgern Fahrgäste
VON ARNO LEY UND NICO BUCHHOLZ

Widerspenstige Anzeige | FOTO: BARBARA FRANKE

Bielefeld. Mal zeigt die Anzeige eine falsche Ankunftszeit an, mal werden Wartende gar nicht über Ausfälle der Stadtbahnen informiert: Einige Fahrgäste fühlen sich von MoBiel im Stich gelassen. Das Unternehmen verspricht, den Fehler in der digitalen Anzeige zu beheben und erklärt, warum Informationen über Zugausfälle die Fahrgäste manchmal nicht erreichen. Eine gute Nachricht gibt es auch: Der Krankenstand der vergangenen Wochen unter den Bus- und Bahnfahrern hat sich normalisiert.

Noch vier Minuten, bis die Stadtbahn kommt, verkündet die Anzeigetafel über dem Ausgangsportal des Hauptbahnhofes. Gut zwei Minuten benötigt ein Fußgänger von dort bis zur unterirdischen Haltestelle. Dort angekommen ist die Bahn jedoch weg. Die nächste kommt laut Anzeigetafel in elf Minuten.

"Eigentlich sollte das Problem bei der Dynamischen Fahrgast-Information", so nennen die Stadtbahn-Spezialisten die Hinweistafeln, "inzwischen behoben sein", sagt Günter Till. Er ist Leiter Infrastruktur bei MoBiel, zuständig für nahezu alles – von Gleisen bis zur Leitstelle –, nur nicht für den Fahrdienst der Verkehrsbetriebe. Vor ein paar Tagen sei die "DFI" im Bahnhof von analogem Funk auf das Handysignal GPRS umgerüstet worden. "Wir hatten immer wieder Empfangsprobleme."

Die Fahrgastinfos in den Haltestellen werden über Funk gesteuert. "In der Leitstelle können wir nicht direkt erkennen, ob sie korrekt funktionieren." So blieb unerkannt, dass die Anzeige im Hauptbahnhof offenbar gelegentlich aus dem Takt geriet. "Wenn der Funkkontakt unterbrochen ist, soll dort der Hinweis erscheinen: Bitte Fahrplan beachten." Die Bahnhofsanzeige muss sich dem aber gelegentlich widersetzt haben und stehengeblieben sein. So lassen sich die angekündigten Geisterbahnen erklären. "Wir stehen mit dem Hersteller in Kontakt", sagt Till. Ein anderes Problem wurde beseitigt. Am Adenauerplatz sei die Anzeige früher wiederholt ausgefallen. "Das geschah immer pünktlich von 11 bis 21 Uhr." Die Stadtwerker vermuteten einen Störsender als Ursache und baten die Bundesnetzagentur um Hilfe. Doch als der Kontrollwagen kam, verschwand das Störsignal. "Es hat bis heute nicht wieder dazwischengefunkt", berichtet Till.

Statt fehlerhafter Informationen erhielt Ursula Pohl am vergangenen Freitag gar keine Auskunft, als sie mit der Stadtbahn fahren wollte. "Ich habe am Johanneskrankenhaus um 18 Uhr gewartet." Doch diese kam nicht. Sie machte sich nach einer halben Stunde zu Fuß auf den Heimweg. "Die Leute haben keine Informationen bekommen, wann wieder Bahnen fahren." Ähnlich ging es Jürgen David, der am Samstagabend mit der Stadtbahn in die Innenstadt fahren wollte. Diese fiel aus, auch er vermisste Hinweise.

Dirk Oberschmidt, Geschäftsführer der MoBiel-Service-Gesellschaft, klärt auf: "Im ersten Fall fiel die Bahn wegen eines Unfalls auf dem Adenauerplatz aus." Im zweiten Fall war ein Fahrer kurzfristig krank geworden. Dass Linien wegen Personalmangels zeitweise ausfallen müssen, wie vor wenigen Wochen geschehen, stehe jedoch nicht mehr zu befürchten. "Der Krankenstand hat sich normalisiert", sagt Oberschmidt.

Dafür, dass Infos über Ausfälle die Fahrgäste nicht erreichen, hat er eine Erklärung: "Wir haben die Fahrkartenautomaten mit Lautsprechern ausgerüstet." Über diese sind jedoch keine exakten Informationen möglich, nur standardisierte Ansagen. Und die dürfen in Wohngebieten nur in einer bestimmten Lautstärke erklingen. "Es kann sein, dass Fahrgäste, die weiter entfernt standen, die Ansage nicht gehört haben." Auch im Internet fand Ursula Pohl keine Infos über Ausfälle. Hierfür nennt Oberschmidt eine weitere mögliche Ursache: "Unsere Mitarbeiter für den Onlinedienst arbeiten nicht im Schichtdienst. Darum könnten Informationen am Abend und am Wochenende online fehlen."

Kommentare
Also ich finde die Infos und die Anzeigen, gerade am Hauptbahnhof morgens gegen 8 Uhr eine Katastrophe! Ich VERSUCHE immer die Linie 2 Richtung Milse um 8:56 Uhr zu bekommen. Entweder fährt mir eine Bahn vor der Nase weg, weil die Bahn um 8:46 Uhr Zuspät ist? Oder die Bahn die um 8:56 Uhr kommen soll ist zu früh dran? Und wenn sie dann weg ist dauert es "ewig" bis die nächste 2 Richtung Milse kommt, meist um kurz nach 8 Uhr statt wie laut Plan um 8:06 Uhr also wieder zufrüh oder eben zuspät. In der Zeit die man dort dann wartet, und sich wie eine Sardine in Ihrer Dose fühlt, kommen mindestens 3-4 Bahnen Richtung Uni/Lohmannshof (Sinnvoll wegen der vielen Studenten und Laborschüler) und minimum 2x die 1 Schildesche (die am Bahnhof nicht wirklich voll wird) und 2x die 3 Richtung Babenhausen Süd (auch diese ist hier immer ziemlich leer). Was die Informatione angeht, sollten die Studenten finde ich öfter darauf hingewiesen werden das auf einem anderen Gleis eine zusatz 4 Richtung Uni/Lohmannshof bereit steht bzw. in kürze von dort abfährt, das würde jedenfalls das Sardinen Gefühl auf Gleis 2 erheblich mindern.

Ich fahre regelmäßig mit der Linie 3 Richtung Babenhausen regelmäßig warte ich bis zu 30 min auf die Bahn. Auf dem Rückweg kann man schon an der Haltestelle sehen ob Bahnen ausgefallen sind, wenn viele Menschen an der Haltestelle sind. Pünbktlich zur Arbeit oder zu anderen Terminen klappt oft nur wenn man eine Bahn eher nimmt. Über Anzeigen oder Durchsagen würde ich mich sehr freuen. Denn dann kann man sich vielleicht Rechtzeitig um eine andere Lösung kümmern.

Meine Frau wartete am So 25.11.2012 um 17.17 am Kesselbrink vergeblich auf den Bus der Linie 26 Richtung Radrennbahn. Der Bus um 17.32 fuhr dann glücklicherweise, aber dessen Fahrer konnte keine Auskunft über seinen ausgefallenden Vorgänger geben. Auch habe ich schon Busfahrer in Sieker auf der Abstellfläche beobachtet, die sich im dreier Team ungestört unterhalten, und schonmal 5 Minuten nach der Planmäßigenabfahrt endlich losfahren. Aber man sagt ja FahrPLAN, nicht Fahrpflicht!!!!! Es ist also geplant zu fahren ob es etwas wird bleibt eben abzuwarten. Auch halte ich den angelichen Krankenstand der zu Fahrtausfällen führt für eine Ausrede um einfach durch Personaleinsparungen Kosten zu sparen. Ich würde gerne auf die Kundenunfreundliche Einstellung von Mobiel verzichten, Leider gibt es keinen Ersatz. Auch wird sich bei allen Beschwerden die scheinbare Einstellung von Mobiel und seinen Mitarbeitern, dass der Kunde Geld zu zahlen hat und keine Ansprüche stellen soll nie ändern.

An der Uni werden doch öfter Bahnen aufgeführt, die nicht fahren, ebenso wie am Siegfriedplatz und Oetkerhalle die Abfahrtszeiten Minuten hinterher hängen und das seit Jahren.

Da die Bahnen tagsüber alle zehn Minuten fahren sollten, sind Anzeigetafeln doch eher entbehrlich. Wichtig wäre es, die Fahrplanzeiten einzuhalten, was zunehmend weniger gelingt. Betriebsstörungen sind der tägliche Normalfall geworden. Es kommen drei Bahnen einer Linie hintereinander, man bleibt lange in den Tunneln stehen. An den Haltestellen Jahnplatz und HBF stehen die sog. Servicemitarbeiter in Grüppchen, telefonieren und lassen den Verkehr unbeachtet. Froh kann der sein, der nicht auf die Beförderung mit Mobiel angewiesen ist.



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