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28.11.2012
Bielefeld/Gütersloh
Weiter Tauziehen um Andreas Kimpel
Spannungen zwischen den Städten Bielefeld und Gütersloh
VON HOLGER KOSBAB UND LOTHAR SCHMALEN

Zankapfel Andreas Kimpel

Bielefeld/Gütersloh. Um den geplanten Wechsel des Gütersloher Kulturdezernenten Andreas Kimpel auf den Geschäftsführerposten bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Bielefeld (WEGE) gibt es nicht nur Streit zwischen den Parteien im Bielefelder Stadtrat, sondern auch zwischen Bielefeld und Gütersloh. Dabei geht es um die Pensionsansprüche des bisherigen Kommunalbeamten Kimpel, der bei der WEGE als angestellter Manager arbeiten soll.

Kimpel hat Pensionsansprüche aus seiner 20-jährigen Tätigkeit als Beamter im Bielefelder Rathaus und jetzt aus acht Jahren als Dezernent der Stadt Gütersloh. Bei einem Wechsel nach Bielefeld behält er diese Ansprüche nur, wenn die Gütersloher ihn als Beigeordneten nicht wiederwählen. Wählen sie ihn wieder (und diese Frage steht am 14. Dezember in der Gütersloher Ratssitzung an, also zwei Wochen nach der geplanten Wahl Kimpels zum WEGE-Geschäftsführer in Bielefeld) und Kimpel würde dann aus eigener Entscheidung nach Bielefeld wechseln, verlöre er seine Pensionsansprüche.

Nach Äußerungen von CDU und Grünen (die Ratsmehrheit in Gütersloh) ist davon auszugehen, dass der Gütersloher Stadtrat ihn tatsächlich wiederwählt, weil Gütersloh die Pension später eben nicht zahlen will. Bielefelds OB Pit Clausen (SPD) reagierte zugeknöpft: "Ich spreche natürlich mit Herrn Kimpel über die finanziellen Bedingungen seines Wechsels – aber nicht öffentlich." Außerdem sieht Clausen den Ball zurzeit eher im Spielfeld der Gütersloher. "Die Gütersloher müssen entscheiden, ob Herr Kimpel tatsächlich nach seiner Wahl zum WEGE-Chef als Beigeordneter in Gütersloh wiedergewählt werden soll." Aus Clausens Sicht stellt sich in der Tat die Frage der Beamten-Versorgung für Kimpel erst, wenn die Gütersloher tatsächlich einen Beigeordneten, der bereits öffentlich bekundet hat, dass er nun lieber in Bielefeld an anderer Stelle arbeiten möchte, wiederwählen wollen. Offenbar will Clausen das erst abwarten und dann mit Kimpel beziehungsweise der Stadt Gütersloh sprechen. Zurzeit jedenfalls, so Clausen, stehe in seinem Kalender "kein Termin für ein Gespräch mit der Gütersloher Stadtspitze". Das bestätigte auch Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger (SPD).

Kimpel selbst geht davon aus, dass sich die beiden Städte nach seiner Wahl zum WEGE-Geschäftsführer über einen Transfer der Pensionsansprüche einigen werden, sagte er der NW.



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