Aber erst das Abenteuer. Das heißt Madagaskar. "Galapagos in groß", nennt er die Insel vor Mozambik, im Südosten Afrikas – größer als Frankreich ist sie. "Die Wissenschaft glaubt mittlerweile, hier noch mehr zur Evolution erfahren zu können als auf den Galapagos-Inseln." Seit 160 Millionen Jahren ist Madagaskar von Afrika getrennt, entwickeln sich hier Arten ohne gravierende Einflüsse von Außen. Gehring: "Erst seit 20 Jahren wird hier intensiv geforscht."
Zwar ist Madagaskar seit 2009 politisch instabil, Krieg aber gibt es nicht, "anders als meistens in Afrika gibt es da nur ein Volk". Dennoch sorgen sich die Biologen: "Unter der Anarchie leidet die Natur, es wird abgeholzt ohne Ende, die Chinesen holen da Tropenholz in Massen raus."

Tarzan zum Beispiel benötigt feuchte Luft vom Indischen Ozean, lebt zwischen 600 und 1.000 Metern Höhe in fast unzugänglichem Wald. "Rundherum ist fast alles abgeholzt", sagt Gehring – "nur noch an steilen Hängen gibt es Wald, schwer zu erreichen, wir sind teilweise tagelang gewandert, um dahin zu kommen."
Wo es noch Wald gibt, wo Forscher genau hinsehen, da werden sie reich belohnt. Mehrere neue Froscharten entdeckte alleine Gehring bei mehreren Reisen, "da sind bisher 240 Arten beschrieben und es gibt mindestens ebenso viele Arten, die jetzt gefunden worden sind und noch beschrieben werden müssen".
Den 15 Zentimeter großen, markant gelb gestreiften Tarzan mit der platten Schnauze hat Gehring nach dem Wald und der nächsten Stadt benannt, aber auch, weil der Name markant ist, unterschwellig für wilde Natur steht – und damit beim Schutz der Arten helfen kann. "Nach dem Entdecker benennt man heute keine Arten mehr."
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