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21.11.2012
Sennestadt
Tierschutz schreibt rote Zahlen
Jahresbericht: Sinkende Spenden, überfüllte Häuser

Selbstlose Tierfreunde | FOTO: CHRISTINE PANHORST

Sennestadt (cpa). Es ist ein ernüchternder Rückblick auf das Jahr 2011 für den Trägerverein des Tierheims Bielefeld. Die Zahlen des letzten Hauhaltsjahres waren keine Überraschung für die Mitglieder bei ihrer Jahreshauptversammlung, sondern eine Bestätigung einer langen "Saure-Gurken-Zeit", wie Schatzmeister Helmut Tiekötter es nennt. "Wenn wir keine Rücklagen hätten, müssten wir im nächsten Monat in Konkurs gehen."

Die Einnahmen des Tierschutzvereins Bielefeld und Umgebung aus Spenden, Beiträgen, Patenschaften, Aktionen und Basaren können die Ausgaben für den Unterhalt des Tierheims nicht länger decken. "Während wir 2010 noch einen leichten Überschuss hatten, war die finanzielle Situation 2011 bedrohlich und sie ist es noch", eröffnete Tiekötter den Mitgliedern. Der Grund seien deutlich sinkende Einnahmen aus Spenden und Erbschaften bei stetig steigenden Kosten. "Unsere finanzielle Basis ist ins Ungleichgewicht geraten."

"In der heutigen Gesellschaft ist leider das Thema Tierschutz nicht mehr so präsent. Das ist ein allgemeiner Trend", stellte die erste Vorsitzende Iris Brünger fest. Rund 1.800 Erwachsene und 150 jugendliche Mitglieder engagierten sich 2011 neben rund 800 Förderern für den Bielefelder Tierschutz. "Das ist für einen Großstadtverein viel zu wenig." Doch Brünger betonte auch, dass das Engagement der aktiven Ehrenamtlichen außergewöhnlich sei. "Unsere Basare sind eine große Hilfe. Aber die Einnahmen alleine reichen nicht, und noch mehr Aktionen im Jahr sind für unsere kleine Gruppe nicht zu schaffen. Auch die festen Mitarbeiter arbeiten am finanziellen Limit zu Arbeitszeiten, die alles andere als sozialfreundlich sind."

Weil vor allem das Katzen- und immer wieder auch das Kleintierhaus seit 2010 überfüllt seien, könne man auch weiterhin auf keine Kraft verzichten. Am Personal könne deshalb trotz sehr hoher Kosten nicht gespart werden. "Eigentlich müssten wir die Zahl der Tiere drastisch reduzieren, um uns weiter finanzieren zu können. Aber bei dem Bedarf einer Stadt wie Bielefeld geht das nicht." Der Tierschutz gehe vor, doch auch von Seiten der Stadt müsse endlich etwas passieren. "Der jetzige Vertrag, der noch bis 2016 läuft, ist eine Lachnummer. Wenn es so weitergeht sind wir bis dahin pleite", sagte Tiekötter. Für Dezember seien neuen Gespräche anberaumt. "Das wird ein schweres Ringen."



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