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15.11.2012
Stieghorst
Ausgesetzt vor dem Zoofachgeschäft
Inhaber des "Tiergartens" erstattet Anzeige
VON ALEXANDRA BUCK

"Waren stark unterkühlt" | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Stieghorst. Als Arndt Günnemann-Laker am Freitag Morgen um 6.15 Uhr den Pappkarton vor seiner Ladentür öffnet und ihn zwei flauschige Zwergkaninchen mit ängstlichen Augen anschauen, läuft das Fass über. Der Inhaber des Zoofachgeschäfts Tiergarten an der Detmolder Straße hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

Zum 29. Mal in diesem Jahr haben Unbekannte ihre ausgedienten Kleintiere vor seinem Geschäft abgesetzt. Bis zu 40 Mal im Jahr ist das in der Vergangenheit passiert. Größtes Fundtier war ein Hund, mit einer Kette am Mülleimer festgebunden.


Ansonsten findet Günnemann-Laker in den Kartons vor seinem Geschäft alles, was das heimische Kinderzimmer hergibt: Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen. Einmal sei ein Einmachglas mit zwei Schildkröten abgestellt worden. "Eine der beiden lag unter der anderen, wurde unter Wasser gedrückt und wäre beinah verendet."

Ein Unding für den engagierten Tierschützer: "Es reicht." So wohlgenährt und gesund wie die beiden Exemplare von Freitag seien die wenigsten Tiere, sagt Günnemann-Laker. Oft sind sie verletzt oder voller Ungeziefer.

"Die Menschen wollen Tierarztkosten sparen und laden die Tiere einfach hier ab." Das koste ihn viel Zeit – und vor allem Geld. Schließlich müsse er dann die Tiere behandeln lassen. Besonders in den Ferien und vor Weihnachten finde er vermehrt ausgesetzte Tiere vor seinem Geschäft. "Dann kommen die alten Kaninchen weg um Platz für Neues zu schaffen." Weiterer Grund für die Tierflut sei die Tatsache, dass das Tierheim in Bielefeld voll ist. "Dann bleiben ja nur noch die Zoogeschäfte oder der Mülleimer, wobei mir ersteres trotz der Umstände natürlich wesentlich lieber ist." Günnemann-Laker betreibt auch den Tiergarten in Gütersloh. "Dort werden viel weniger weniger Tiere abgestellt, weil das dortige Tierheim mehr Kapazitäten hat."

"Wer Tiere aussetzt, begeht kein Kavaliersdelikt", sagt Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Das Aussetzen von Tieren könne laut Tierschutzgesetz mit einer Geldstraße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

"Das Wichtigste ist, sich vor dem Kauf eines Tieres wirklich genau zu überlegen, ob man willens und in der Lage ist, es zu versorgen. Kaninchen würden bis zu 17 Jahre alt, Hunde im Schnitt 12 bis 15. "Das ist eine lange Zeit."



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