Unter der Überschrift "Stadtteilfest auf dem Siggi abgebrochen" berichtete die Neue Westfälische am 25. Juni 2012 über das vom schlechten Wetter gebeutelte Fest auf dem Siegfriedplatz, auf dem auch die "Rote Hilfe" vertreten war (
siehe Artikel hier). Zu unserer Berichterstattung erreichte uns folgender Leserbrief. Die Autorin ist stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), der Jugendorganisation der FDP, in Bielefeld:
"Die Jungen Liberalen Bielefeld zeigen sich verärgert über die Präsenz des Vereins "Rote Hilfe" beim Stadtteilfest auf dem Siegfriedplatz. "Es ist erstaunlich, dass die Teilnahme einer linksradikalen Gruppierung an einem Stadtteilfest keinen Protest hervorruft, nachdem nun wochenlang über Infostände und Demos von Rechtsextremen debattiert worden ist", so Florian Sander, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Bielefeld.
Erst vor wenigen Jahren war nach heftiger Kritik selbst die damalige Bundesvorsitzende der Jusos, Franziska Drohsel, aus dem Verein ausgetreten, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Nach Ansicht der Liberalen werde mit zweierlei Maß gemessen. Während wiederholt vor Rechtsradikalismus gewarnt werde, würden die Gefahren des Linksradikalismus konsequent verharmlost. Sander: "Es braucht nicht einmal die Beispiele von DDR und Stalinismus, um diese zu erkennen. Die sich ständig wiederholenden linksextremen Übergriffe auf Polizisten sprechen noch heute eine deutliche Sprache. Wo bleibt da die so viel zitierte Zivilcourage?"
Die JuLis kritisieren in diesem Zusammenhang auch die Berichterstattung der Neuen Westfälischen. In dem betreffenden Artikel zum Stadtteilfest werde die politische Verortung der "Roten Hilfe" mit keinem Wort erwähnt. "Stattdessen wird nur berichtet, dass sie Waffeln verkauft hat und Hilfe bei Repression und Strafverfahren biete – wie aus einem Werbeflyer herauskopiert. Objektiver und kritischer Journalismus sieht anders aus", monierte Sander.
Roga Sahba Afradi,
33613 Bielefeld"
Solidarisch den Menschen beizustehen, die wegen linker politischer Aktivitäten strafrechtlich verfolgt werden, ist Leitlinie der Arbeit der Roten Hilfe in Bielefeld wie in vielen anderen Städten. Wir wollen verhindern, dass Betroffene durch hohe Strafandrohungen eingeschüchtert werden, und ihnen ermöglichen, dass sie sich einen erfahrenen Anwalt nehmen. In den letzten Jahren haben wir hauptsächlich junge Leute unterstützt, die sich z.B. gegen Atomkraft, gegen deutsche Kriegsbeteiligungen, gegen Nazi-Aufmärsche, gegen Abschiebungen und Rassismus engagiert haben. Dabei machen wir keine Unterschiede nach Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit.
In den Augen der Geheimdienstler sicherlich eher beängstigend, für uns sehr erfreulich: Dieses breite Solidaritätsverständnis der Roten Hilfe findet von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch. Heute hat der Verein über 5.000 Mitglieder, allein in Bielefeld gut 150. Wer nach erfahrener staatlicher Repression einen Unterstützungsantrag stellen möchte, oder Menschen unterstützen möchte, die Opfer derselben wurden, bitte gerne Kontakt aufnehmen über: Link unterdrückt Zu einer sachlichen und fairen Diskussion um politische und rechtliche Aspekte ihrer Arbeit und gerne auch zu einem Themenabend über Aktivitäten und (Fehl-)Einschätzungen des Verfassungsschutzes steht die Rote Hilfe Bielefeld gern zur Verfügung.