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12.04.2012
Wenn Hunde sterben
Wo Vierbeiner ihre letzte Ruhe finden
VON SIGURD GRINGEL

Letzte Ruhestätte für ein treues Haustier | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld. Mandy wird bald sterben. Die Hündin ist schon 15 Jahre alt. Eine Greisin. Ihre Besitzerin Susanne Reitor hat sich schon über den bevorstehenden Tod des geliebten Tieres Gedanken gemacht. Mandy bekommt für einige hundert Euro ein Einzelgrab auf einem Tierfriedhof. Es geht aber auch anders.

IM GARTEN VERGRABEN
"Viele verbuddeln ihren toten Hund im Garten", sagt Reitor. Das ist erlaubt, wenn das Gelände dem Halter des Tieres gehört und nicht im Wasserschutzgebiet liegt; Mieter können den Eigentümer um Erlaubnis bitten. Das Grab selbst soll etwa zwei Meter Abstand zu öffentlichen Wegen und Plätzen haben und mindestens 50 Zentimeter tief sein. Der Hund sollte in leicht verrottendes Material eingepackt werden; oft ist es die Lieblingsdecke. Diese Regelung gilt für alle Kleintiere. Bestehen Zweifel, kann das Ordnungsamt Auskunft geben. Voraussetzung für das Vergraben im Garten ist, dass der Hund nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben ist. Den Hund im Wald zu vergraben wird in Bielefeld mit einem Bußgeld bis 1.000 Euro geahndet.

TIERKÖRPERBESEITIGUNG
Wer keinen Garten besitzt, kann den Hund zur Tierkörperbeseitigung geben, ihn auf einem Friedhof bestatten oder einäschern lassen. "Drei Viertel der Haustiere gehen in die Tierkörperbeseitigung", schätzt Klaus Bornhorst, Veterinäramtsleiter in Paderborn. Das kostet dort 19,08 Euro für einen Hund. Hinzu kommen die Kosten für den Tierarzt und die Lagerung des toten Hundes bis zum Sammeltransport. Auch Tiere aus dem Straßengraben landen dort. Tote Haustiere und Schlachtabfälle aus OWL werden in Bad Sassendorf oder Detmold gesammelt und anschließend zu Tiermehl verarbeitet.

Der Anteil an Haustieren betrage weniger als fünf Prozent, sagt ein Sprecher eines Tierkörperbeseitigers. Das Tiermehl dient als Brennstoff, zum Beispiel in der Zementindustrie. Das Verfüttern ist seit dem BSE-Skandal eingestellt; momentan wird über eine Lockerung des Verbotes nachgedacht.


KLEINTIERFRIEDHÖFE
Seit einigen Jahren gibt es in Delbrück, Herford, Detmold und Bielefeld Heimtierfriedhöfe. "Es sind immer ein oder zwei Mitarbeiter bei der Bestattung anwesend", sagt Tanja Hamedinger vom Bielefelder Umweltbetrieb. Wer seinen Hund nicht selbst bringen will, kann auch einen Tierbestatter beauftragen. Etwa alle 14 Tage finde eine Beerdigung statt, so Hamedinger.

Die Kosten richten sich nach dem Gewicht des Hundes und der Liegezeit. Bei Pflegegrabstätten können Halter zwei bis sechs Jahre wählen, die Preise liegen zwischen 135 und 350 Euro je Grab; anonyme Gräber sind günstiger.

EINÄSCHERN
In Peckelsheim (Kreis Höxter) gibt es ein Kleintierkrematorium mit Aschestreufeld und Urnenfriedhof. Sammel- oder Einzelverbrennungen sind möglich. Nur bei der Einzeleinäscherung können Besitzer die Asche anschließend mit nach Hause nehmen. Für einen Hund zwischen 20 und 40 Kilogramm sind dann rund 250 Euro fällig; die Sammelbestattung ist etwa 100 Euro günstiger. Zu den Preisen fürs Kremieren kommen noch Transportkosten und Kosten für die Urne hinzu. Holzdosen für die Erdbestattung sind ab knapp 20 Euro zu haben, Designermodelle für die Vitrine kosten über 100 Euro.

DIAMANTEN AUS ASCHE
Wer seinem treuen Freund nicht nur in Gedanken mit sich tragen will, kann aus dem Kohlenstoff der Hundeasche oder dem Fell einen Diamanten anfertigen lassen. Der wird in einen Ring eingefasst. Die Herstellung dauert einige Monate. Der Aufwand hat seinen Preis: Ein Tierbestatter aus Verl verlangt für die Diamanten zwischen 1.900 und 16.000 Euro.


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