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29.12.2012
Kreis Gütersloh
Bei Blau sieht Bambi rot
Neue Wildwarnreflektoren im Kreis Gütersloh zeigen Wirkung / Kreisjägerschaft weitet Modellprojekt aus
VON LUDGER OSTERKAMP

Schreckt Wildtiere ab | FOTO: SIGURD GRINGEL

Kreis Gütersloh. Was haben die Jäger schon alles versucht: Blinkende CDs in die Bäume gehängt, Stanniolpapier um die Stämme gewickelt, abschreckende Geruchsstoffe am Straßenrand verteilt – nichts davon brachte den erwünschten Erfolg. Doch nun ist der Kreisjägeschaft ein Licht aufgegangen. Ein Blaulicht.

Die handgroßen, blauen Wildwarnreflektoren, im Sommer an vielen Straßenleitpfosten im Kreis Gütersloh angeschraubt, sie zeigen Wirkung. "Wir registrieren deutlich weniger Unfälle", sagte Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, am Freitag. Wo die blauen Warnreflektoren hängen, seien die Straßen sicherer geworden. Für beide, Mensch und Wild.


Für sein eigenes Jagdrevier, in Pixel gelegen, nennt Reckmeyer Zahlen. Gab es dort zwischen April und Ende Juli 17 Wildunfälle, waren es seither nur noch zwei. Aus anderen Jagdrevieren werde ihm von ähnlich starken Rückgängen berichtet. "Unsere Hoffnungen wurden noch übertroffen", sagte Reckmeyer. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat die Kreisjägerschaft mit Zustimmung des Landrates Adenauer nun beschlossen, das Blaulicht-Projekt auf alle Reviere im Kreis Gütersloh auszuweiten.

Bislang sind die Warnreflektoren nur an Straßen angebracht, die von der Kreispolizei als unfallträchtig ausgewiesen sind. Zusammen machen diese Abschnitte 70 Kilometer aus, gelegen in 55 Revieren. 2.850 Reflektoren brachten die Jäger an, überall dort, wo die Gefahr des Wildwechsels groß ist. Die Reflektoren streuen das Licht der Autoscheinwerfer in die seitlichen Bankette – für das Schalenwild derart grell und farbintensiv, dass es am Straßenrand verharrt, bis die Gefahr vorüber ist.

Der Modellversuch auf diesen Straßenabschnitten läuft drei Jahre. So hat es die Kreisjägerschaft mit dem Kreis Gütersloh, der Kreispolizei und den Straßenbaulastträgern vereinbart. Innerhalb dieses Zeitraumes werden die Unfälle mit Wildbeteiligung genau dokumentiert. Zudem beteiligen sich der Kreis sowie vier Versicherungsgesellschaften mit jeweils 4.000 Euro an den Kosten – eine Beteiligung, die es den Jagdpächtern erlaubt, nur drei statt fünf Euro pro Blaulicht zu bezahlen.

Aufgrund der guten Erfahrungen in den ersten Monaten will die Kreisjägerschaft nun aber nicht mehr drei Jahre warten, um das Projekt auszuweiten. "Wir wollen weitere Reflektoren anbringen", sagte Reckmeyer. 55 Reviere machen bislang mit, 239 gibt es im Kreis Gütersloh – das zeige das noch vorhandene große Potenzial.

Von einer Ausweitung profitierten alle, Verkehrsteilnehmer wie Jäger. Der Jagdausübende habe die Freude, aber auch die Pflicht, weiterhin den Wildbestand zu regeln. Als gesunder Bestand würden fünf bis sieben Stück Rotwild pro hundert Hektar angesehen. Da Unfallwild bislang ein Drittel der gesamten Strecke ausmacht, müsse der Jäger künftig vermutlich häufiger mit der Büchse eingreifen.



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