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12.05.2013
Gütersloh
Mohn-Media druckt mehr als je zuvor
Marktführer investiert erneut 20 Millionen Euro / Stabiles Wachstum von acht Prozent bis 2018 prophezeit
VON THORSTEN GÖDECKER

Ausgelastet | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Die Kerngeschäfte zu stärken, ist eines der vier strategischen Ziele, die Bertelsmann-Chef Thomas Rabe dem Konzern verordnet hat. Kerniger als Mohn-Media dürfte kaum ein Geschäft sein, das Bertelsmann betreibt. Die größte Druckerei Europas ist eine der Keimzellen des modernen Medienkonzerns - und erfolgreich wie nie zuvor. "Wir haben 2012 deutlich mehr als 500 Millionen Euro umgesetzt", sagt Mohn-Media-Chef Markus Schmedtmann.


Auch die Erträge dürften sich sehen lassen, schüttet der Druckriese an seine Mitarbeiter doch eine Gewinnbeteiligung von 1,4 Monatsgrundgehältern aus. Seit 2009 wächst Mohn-Media im Schnitt mit acht Prozent pro Jahr in einem kontinuierlich um zwei Prozent sinkenden Markt, in dem Wettbewerber zuhauf auf der Stecke bleiben.

Sichtlich stolz steht Schmedtmann vor der neuen 96-Seiten-Lithoman S von Manroland, für die Mohn-Media 20 Millionen Euro bezahlt hat. Die 2,86 Meter breite Papierbahn rast durch die gigantische Maschine, die stündlich bis zu 4,32 Millionen DIN-A4-Seiten bedrucken kann. "Die nächste ist bestellt, im Mai 2014 wird sie in Betrieb genommen", sagt Schmedtmann. Der 1970 in Gütersloh geborene Manager runzelt mit der Stirn, wenn man sein Geschäft der "Old Economy" zuschlägt. "Man sollte sich hüten, sogenannte alte Geschäfte tot zu reden, denn ihr Potential ist mitunter größer als zunächst vermutet." Eine "unternehmerische Kunst" sei es, das Alte mit dem Neuen profitabel zu verbinden: Den E-Commerce-Experten des Bekleidungsherstellers "s.Oliver" verkaufte Mohn-Media einen "Magalog", eine Mischung aus Magazin und Katalog. In den Geschäften wurde es den Kunden in die Tüten gestopft. "Die haben nur über dieses Produkt in drei Tagen einen siebenstelligen Umsatz gemacht", berichtet Schmedtmann.

Das ist für den Manager nur ein Beispiel dafür, dass sich Mohn-Media im Zentrum einer Renaissance des Kataloggeschäftes befindet. Zusammen mit den Prospekten, die mittlerweile 30 Prozent des Umsatzes von Mohn-Media ausmachen und seit 2009 über die Rollen laufen, sind die Kataloge die Säulen der Großdruckerei. In einem boomenden Markt zu wachsen, sei einfach, verglichen mit der "Performance", die Arvatos Drucksparte in der Druckbranche zeige, sagt Schmedtmann. Neben Prospekten und Katalogen rasen Telefonbücher für Angola, Trinidad/Tobago, Chile und Israel und - unter anderen - das auflagenstärkste deutsche Magazin "Landlust" über die 25 Rotationen an der Carl-Bertelsmann-Straße.

Dennoch schätzt Schmedtmann Mohn-Medias Marktanteil in Europa nur auf zirka zehn Prozent. "Der Markt ist nach wie vor riesig." Dass er sich dennoch konzentriert, wird dadurch belegt, dass Schmedtmann 2012 nur fünf Prozent für Mohn-Media vereinnahmte. Mittlerweile betrage der Exportanteil mehr als 30 Prozent.

Die Auftragsbücher sind voll. "Eher unüblich für die Branche, haben wir mit unseren Kunden langfristige Verträge geschlossen", erklärt Schmedtmann. In den nächsten fünf Jahren werde sich am Erfolg und der Dynamik des Unternehmens nichts ändern, ist sich Schmedtmann sicher. Auch deshalb sei der Druck eine integraler Bestandteil von Arvato. Diese Meinung teile auch der ehemalige Microsoft-Manager Achim Berg, der seit April der Bertelsmann-Dienstleistungstochter vorsteht.

Der Erfolg macht Schmedtmann nicht leichtsinnig: Aufträge in Höhe von 50 Millionen Euro habe man derzeit fremd vergeben. "Sollte etwas Unvorhersehbares geschehen, können wir die einfach einatmen."


Papierlager statt Sonopress

Die Krise der CD-Replikation bei "Arvato Entertainment Europe" (vormals Sonopress) schulde sich verändertem Nutzerverhalten, hatte der im Dezember geschasste Arvato-Chef Rolf Buch schon vor zwei Jahren erklärt. Weil Menschen sich Musik und Filme aus dem Internet herunterladen, haben es die silbernen Datenträger schwer im Markt. Es ist kein Geheimnis, dass im Bertelsmann-Konzern niemand an eine langfristige Zukunft für die Replikation an der Carl-Bertelsmann-Straße glaubt. Dazu zählt auch der Arvato-Vorstand Markus Schmedtmann. Er hat ein Auge auf das Sonopress-Areal geworfen, das dem Wachstum der gigantischen Druckerei von Mohn-Media neuen Raum bieten würde. Vor allem die über den Kreis Gütersloh verteilten Papierlager könnten neben der Druckerei zusammengeführt werden.




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