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16.11.2010
Gütersloh
Neuer Pastor für das Krankenhaus
Rüdiger Helldörfer löst Rainer Vorsmann ab
VON LUDGER OSTERKAMP

Aus dem Siegerland | FOTO: NW

Gütersloh. Um die Seelsorge im St. Elisabeth-Hospital kümmert sich künftig ein neuer katholischer Geistlicher. Pastor Rüdiger Helldörfer wird ab 1. Dezember in dem Gütersloher Krankenhaus tätig sein.

Helldörfer tritt die Nachfolge von Pastor Rainer Vorsmann an, der seit 2004 gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin Christa Tolksdorf die seelsorgerischen Belange am Elisabeth-Hospital und am Städtischen Klinikum wahrgenommen hatte. Vorsmann, derzeit erkrankt, werde nicht nach Gütersloh zurückkehren, teilte Elmar Quante jetzt mit. Quante ist Pfarrer von St. Pankratius, der Trägergemeinde des Eli-Hop.


Helldörfer hatte im Frühjahr Schlagzeilen gemacht. In seiner Heimatgemeinde Wilnsdorf im Siegerland hatte er eine intime Beziehung zu einer 17-jährigen Messdienerin gestanden und sich selbst bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Das Generalvikariat Paderborn hatte ihn daraufhin von seinen Aufgaben entpflichtet.

Die Kirche und Helldörfer gingen offensiv mit dem Vorfall um. Auch gestern sagte Ägidius Engel, Sprecher des Erzbistums Paderborn, dass es in Zeiten von Internet und Google keinen anderen Weg als den der öffentlichen Diskussion gebe. "Dem müssen wir uns stellen."

Auf Nachfrage sagte Engel, dass auch Helldörfer eine Verheimlichung ablehne. Im Gegenteil: Dem Pastor sei bewusst, dass sein Vergehen auf immer Teil seiner Biografie sei und er damit leben müsse, auch mit dessen Veröffentlichung. Er sei ausgesprochen dankbar, dass ihm Gütersloh und die katholische Kirche einen Neuanfang ermöglichten. Er freue sich sehr auf seine neue Aufgabe.

Helldörfer, 46 Jahre alt, hatte über mehrere Monate eine einvernehmliche Beziehung zu der Messdienerin gepflegt. Die Familie der 17-Jährigen hatte auf eine Anzeige verzichtet, und auch die Gemeinde gewährte dem beliebten Pastor breiten Rückhalt; dennoch sah sich die Staatsanwaltschaft Siegen von Amts wegen verpflichtet, wegen Paragraf 174 - sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen - zu ermitteln. "Wir haben das Verfahren im Juni wegen Geringfügigkeit eingestellt", sagte Oberstaatsanwalt Johannes Daheim gestern. Maßgeblich sei die Tatsache gewesen, dass die Beziehung zu der Messdienerin einvernehmlich gewesen sei und der 17-Jährigen weder physisch noch psychisch Schaden entstanden sei.

Auch nach kanonischem Recht wurde Helldörfer nicht verurteilt. "Die Kirche hat ihm eine Geldbuße auferlegt, mehr nicht", sagte Engel. Helldörfer sei in den vergangenen Monaten psychologisch und therapeutisch betreut worden. Ein Gutachter sei zu der Entscheidung gekommen, dass es gegen einen weiteren Einsatz in der Seelsorge keine Bedenken gebe. Engel: "Rechtlich und nach unserem christlichem Grundverständnis gibt es daher keinen Grund, Helldörfer keine neue Chance zu geben." Das Generalvikariat wünsche sich, dass Helldörfers Verfehlung - nach der notwendigen einmaligen Publizierung - nicht weiter Thema sei und die Gemeinde, die Patienten und die Bürger dem neuen Krankenhausseelsorger alles erdenkliche Vertrauen entgegen brächten.

1964 in Siegen geboren, hat Helldörfer in Paderborn und Tübingen studiert. Von 1993 bis 1997 war er Vikar in Korbach, danach sieben Jahre lang Pastor in Ergste/Villigst, bevor er 2004 nach Wilnsdorf wechselte.


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