Team des Städtischen Gymnasiums gewinnt 4:0 gegen Auswahl des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums
Gütersloh. Ein Buchstabe macht den Unterschied: Wenn das SG, das Städtische Gymnasium, und das ESG, das Evangelisch-Stiftische Gymnasium, zum traditionellen Schulduell auflaufen, dann geht es mitunter hitzig zu. Dann werden aus den Rivalen der Laufbahn Rivalen auf dem Rasen. Doch auch wenn es mal brodelte, über kochten die Emotionen nicht.
Um was es beim Derby zwischen den Gütersloher Gymnasien dennoch geht, symbolisiert eine Szene: Es war die 90. Minute. Beim Stand von 4:0 für die Städter war alles gelaufen. Und doch wollte Stifter Sören Balkausky, durch einen Bänderanriss nahezu ausgebremst, wenigstens einmal kurz aufs Feld.
Schon vor dem Anpfiff wurde übers Stadionmikro klargestellt: Passiert etwas Ähnliches wie vor einem Jahr, dann wird der Kick der Gymnasien nach dieser 22. Auflage nicht fortgesetzt. Damals war eine Seite per Banner extrem beleidigt worden. Per Kontrolle sollte so etwas diesmal unterbunden werden. Doch ein Schild – "Stifterschweine" – mit einer Sau war Siegfried Bethlehem, Leiter des SG, offenbar vorenthalten worden. Das war’s auch schon fast. Bis auf Gesänge, in denen alle Spieler zu "Homos" wurden – auch wenn rein statistisch nur fünf bis zehn Prozent der Menschen tatsächlich homosexuell sind. Und bis auf das Abfackeln zweier Bengalischer Feuer, die irgendwie an den Sicherheitskräften ins Stadion geschmuggelt werden konnten, auf den ESG-Rängen.
Ansonsten wurde Einiges geboten: durchaus attraktiver Angriffsfußball des SG mit vielen Chancen auf der einen und eine überschaubare Zahl zaghafter ESG-Vorstöße auf der anderen Seite. Schon vor dem 1:0 durch Nils Berndt in der 16. Minute lag die Städter-Führung in der Luft. Obwohl ESG-Keeper Jan Schmook noch dreimal – Spielertrainer und Kapitän Matthias Pendziallek (56.), Fatih Gürer (60.) und David Niebusch (63.) – den Ball aus dem Netz holen musste, war er ein Rückhalt. Und das, obwohl er sonst Feldspieler sei, wie Andreas Peterburs sagte, der die Stifter fürs Derby getrimmt hatte. Mit dem 0:4 ist er zufrieden, er hatte eine weit höhere Pleite eingeplant.
Wie wichtig der Sieg dagegen für die Städter ist, sagt Torschütze Berndt: Als er in der 8. Klasse auf die Schule gekommen war, wurde ihm rasch erklärt, worauf es ankommt, sobald er vor dem Abi stehe. Die Rivalität wurde ihm quasi eingeimpft. Und die Schulleitung habe vor Anpfiff gesagt, dass gleich hinter dem Punkt Sicherheit ein Sieg die höchste Priorität habe.