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28.11.2012
Altkreis Halle/Harsewinkel
Die Zukunft im Visier
Synode des Kirchenkreises Halle bespricht Haushalts- und Stellenplan
VON NICOLE DONATH

Entspannt | FOTO: NICOLE DONATH

Altkreis Halle/Harsewinkel. Wenn die Kreissynode am Freitag, 30. November, in Borgholzhausen tagt und über Haushalts- und Stellenpläne spricht, gehen Superintendent Walter Hempelmann und Margret Rüter, Vorsitzende des kreiskirchlichen Finanzausschusses, ganz beruhigt in die Gespräche: "Wir haben immer gut gewirtschaftet und schreiben den Haushaltsplan entsprechend fort", sagte Hempelmann.

Nichtsdestotrotz muss der Kirchenkreis Halle heute schon an morgen denken, denn die Prognose für die kommenden Jahre sieht weniger rosig aus. "Allein in den nächsten zehn Jahren wird rund ein Drittel der Pfarrer(innen) pensioniert", berichtet Walter Hempelmann. "Das heißt, dass wir weniger Aktive haben, aber auf der anderen Seite immer mehr für die Ruheständler zahlen müssen. Dabei kostet uns eine Pfarrstelle im Jahr nun 92 000 Euro – und 53 Prozent dieser Summe werden allein auf Versorgung und Beihilfe verwendet."

Nicht zuletzt sinke die Zahl der Gemeindeglieder ständig – weniger durch Kirchenaustritte, sondern vor allem durch die demographische Entwicklung, umreißt der leitende Geistliche im Kirchenkreis Halle die Problematik. "Und weil wir nicht in der Lage sind, die Steuern zu erhöhen, müssen wir uns andere Lösungen einfallen lassen." In Arbeitsgruppen laute das Thema während der Synode am Freitag damit "Wie entwickeln wir uns hier im Kirchenkreis?"

2030 werde das Verhältnis sogar derart kippen, dass bei der Besetzung der Pfarrstellen mit einer Unterdeckung zu rechnen ist, fährt Hempelmann fort. "Wir werben also aktiv für ein Theologiestudium", ergänzt Margret Rüter. "Auch müssen wir uns die Frage stellen, ob wir in Zukunft die Zahl der Gemeindeglieder pro Pfarrstelle nach oben setzen müssen", denn nicht zuletzt seien auch noch die Kosten für Küster und Kirchenmusiker sowie für Gemeindepädagogen im Bereich der Jugend- und Altenarbeit zu berücksichtigen. Verpflichtende Aufgaben, an denen man nicht sparen möchte.

Das Haushaltsvolumen beträgt in 2013 rund 7,3 Millionen Euro, die Kreissynodalkasse – verantwortlich unter anderem für Kindertagesstätten, Jugendreferenten und Öffentlichkeitsarbeit – soll mit gut 565.000 Euro veranlagt werden und das Kreiskirchenamt Gütersloh/Halle insgesamt mit 2,264 Millionen Euro. "Der Haller Anteil an dieser Summe, der sich über das Verhältnis der Gemeindeglieder regelt, beträgt hier 670.000 Euro", erklärt Margret Rüter. Und auch hier darf sich der Kirchenkreis Halle der Realität nicht verschließen: "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren 1.165 Mitglieder verloren – allein in Halle wurden in diesem Jahr 107 evangelische Gemeindeglieder beerdigt", so Walter Hempelmann. "Unsere Gemeindeglieder sind aber die Grundlage für die Schlüsselzuweisungen, so dass wir auch hier in Zukunft mit höheren Abgaben rechnen müssen."

Nichtsdestotrotz wolle man sich nicht beklagen, räumt Walter Hempelmann gerne ein. "Wir haben eine stabile, wirtschaftliche Situation, die uns Einnahmen sichert. Größere Sorgen habe ich da schon um unsere Partnerkirche in Argentinien. Da geht es um eine warme Mahlzeit und nicht um die Frage, wie ich ein Gebäude halten kann."



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