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24.11.2012
Rietberg
Martinschule in Existenznot
Schulverband hofft auf Änderung des Schulrechtsänderungsgesetzes
VON BIRGIT VREDENBURG

Setzen sich für den Erhalt der Martinschule ein | FOTOS: BIRGIT VREDENBURG

Rietberg. Unter der Voraussetzung, dass die Stadt Rietberg das Hauptschulgebäude in Neuenkirchen für die Bedürfnisse der Martinschule herrichtet, hat der Schulverband Rietberg-Verl jetzt dem im Zuge des Schulneuordnungsprozesses in Rietberg geplanten Umzug der Förderschule zugestimmt. "Wir gehen davon aus, dass die Stadt Rietberg ihre Zusagen einhält", sagte der stellvertretende Schulverbandsvorsteher und Verler Bürgermeister Paul Hermreck.

Schulamtsleiter Hermann Lütkebohle hatte zwei Tage zuvor im Schulausschuss versprochen, alle Wünsche der Martinschule zu verwirklichen. Lediglich die Frage eines eigenen Hühnerhauses sei noch offen, da angedacht sei, diesbezüglich mit dem benachbarten Geflügelverein zu kooperieren. Auch was die von der Martinschule gewünschte Einzäunung des Schulgeländes anbelangt, solle zunächst der laufende Betrieb abgewartet werden.

Das gelte ebenso für die Forderung, den vierstufigen Aulaboden im Hauptschulgebäude ebenerdig zu machen. "Für bestimmte Veranstaltungen können die Stufen auch von Vorteil sein", meinte Lütkebohle. Das Mobiliar der Verwaltungsräume auszutauschen, mache ebenso wenig Sinn, wie das Abbauen und Umsetzen der Spielplätze beider Schulen. "Wir sollten die Geräte da lassen, wo sie sind und gegebenenfalls um neue ergänzen".

Sigrid Brandner vom Förderverein der Martinschule wies in der Schulverbandssitzung darauf hin, dass das Martinschulgebäude in den vergangenen vier Jahren mit hohem Finanzaufwand renoviert wurde ("Ein Umzug vier Jahre früher wäre besser gewesen") und äußerte den Wunsch, die großzügige, erst sechs Jahre alte Schulküche (damals eine Spende aus Verl) mitzunehmen: "Da muss es doch eine Möglichkeit geben, die Küche in Neuenkirchen neu anzuschließen".

Hermreck versprach, sich hierfür auf kurzem Dienstweg einzusetzen. Allerdings gab er auch zu bedenken, als Träger nicht nur das räumliche Problem, sondern auch die derzeitige Situation von Förderschulen allgemein im Blick zu haben. Verl habe ein ebenso vitales Interesse daran wie Rietberg, die Martinschule in ihrer jetzigen Form zu erhalten. Sorge bereite ihm aber das geplante NRW-Schulrechtsänderungsgesetz: "Wird tatsächlich die Mindestzahl von 144 Schülern durchgesetzt, werden einige der insgesamt 14 Förderschulen im Kreis schließen müssen". Die Martinschule bewege sich mit 165 Schülern bereits im kritischen Bereich.

Reinhard Bardt, Leiter der Martinschule hofft, "dass an der Schülerzahlgrenze noch einmal gedreht wird". Seine Befürchtung: "Ohne Förderschulen kommen große Probleme auf das gesamte Schulsystem zu". Es stelle sich die Frage: "Wer kümmert sich um Inklusionsverlierer oder Schulverweigerer?" Vor dem Hintergrund, dass die Zahl von Kindern mit Förderbedarf steige, werde sich eine vorschnelle Auflösung aller Förderschulen dramatisch auf das gesamte Schulwesen auswirken. Die inklusive Schule habe keinen Leistungstest, keine Noten, keine Zeugnisse und kenne auch kein Sitzenbleiben oder Herabstufen auf eine andere Schulform. Inklusion zu Ende gedacht bedeute "eine Verabschiedung vom Leistungsgedanken an unseren Schulen".

"Nicht alle Kinder mit Behinderung können in den großen Schulbetrieb aufgenommen werden. Es liegt in den Händen der Eltern, was mit den Förderschulen passiert", sagte die Schulverbands-Vorsitzende Annette Kappelmann. Bardt geht davon aus, "dass nur etwa die Hälfte unserer Schüler überhaupt inklusionsfähig sind". Es müsse daher noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit Eltern verstehen, dass eine Förderschule keinen Makel, sondern eine Chance für ihr Kind bedeute.



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