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25.01.2013
Rietberg
Fünftes Abitur-Fach geschafft
Drei Rietberger Gymnasiasten haben nebenher an der Universität studiert

Drei junge Forscher habe exzellente Sonderleistungen erbracht | FOTO: NW

Rietberg (NW). "Besondere Lernleistungen" schon vor dem Abitur: Cornelius Kuron (19), Kai Ole Koop (18) und Matthias Strake (18) haben an den Universitäten Osnabrück, Vechta und Paderborn in wissenschaftlichen Projekten der Fachbereiche Musik, Geschichte und Physik studiert. Was sie erreichten, verblüffte alle Professoren.

Die "Studenten auf Zeit" und ihre Professoren äußerten sich nun in einem Gespräch am Gymnasium Nepomucenum. GNR-Leiter Peter Esser: "Die zusätzliche gelungene Leistung der drei Abiturienten wird in ihren Zeugnissen als fünftes Abiturfach aufgenommen. Dies ermöglicht weitere Rückschlüsse auf ihre Leistungsbereitschaft."

Matthias Strake:
Was Strake an der Uni Paderborn erforscht hat, war eigentlich als Examensthema für werdende Physiklehrer vorgesehen, erläuterte Prof. Dr. Jörg Lindner. Strake beschäftigte sich mit der "Modifikation von Nanokugelmasken durch Temperatur" und wandte eine Technik an, mit der es ihm gelang, dicht gepackte Lagen kleiner Kugeln auf einer Oberfläche in Einfach-und Doppellagen herzustellen. Der junge Forscher verkleinerte durch Erwärmung dieser Kugellagen den Raum zwischen den Kugeln auf eine Größe von wenigen Millionstel Millimetern. Praktischer Sinn: Kleinste Materialmengen können auf der Oberfläche untergebracht werden. In vielen Versuchsreihen und in Einsätzen am Rasterelektronenmikroskop wurde Strake fündig – jetzt will er Achtklässlern in einem Vortrag seine Erkenntnisse vermitteln und sie für die Physik begeistern.

Kai Ole Koop :
Sein Mentor an der Uni Vechta, der gebürtige Rietberger Prof. Alwin Hanschmidt, Historiker, und sein Kollege, der Geograph Prof. Dr. Werner Klohn, stellten Koop als einen erfolgreichen jungen Geschichtsforscher vor. Denn Koop nahm explizit die Siedlungsentwicklung der Bauerschaft Drohne im Kreis Minden-Lübbecke, wo seine Großeltern wohnen, unter die Lupe. Er erstellte die Besitzerabfolge von 61 Höfen des Dorfes vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, deren Darstellung und Analyse sowie die Einbettung seiner Mikrostudie in den historischen Gesamtzusammenhang. Die Basis seiner Forschungen bildete eine umfangreiche Archivrecherche. Er trug über 3.500 Daten zusammen – und schreibt jetzt darüber ein Buch, das im Frühjahr erscheinen soll. Verblüfft registrierte der junge Rietberger am Ende seiner Untersuchungen, "dass ich mit dem halben Dorf Drohne irgendwie verwandt bin."

Cornelius Kuron:
Kuron absolvierte nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung an der Uni Osnabrück ein Juniorstudium, Hauptfach "Jazzklavier". Der junge Pianist studierte die Stilrichtungen Bepop, Mainstramjazz und Pop, setzte sich mit Harmonik, Melodiegestaltung und Improvisation auseinander. Nach Abschluss des Juniorstudiums komponierte er als besondere Lernleistung für die Jazz-Combo des GNR ein Auftragswerk, das er zur Zeit mit Schülern einstudiert und am 17. März im Jahreskonzert der Big Band des GNR öffentlich präsentiert. Sein Musiklehrer Leonhard Gand äußert sich begeistert: "Er hat sich zu einer selbstständigen Musikerpersönlichkeit entwickelt." Kuron, der junge Komponist, war erfreut über das Lob, stöhnte aber auch: "Jetzt stehen bei mir so profane Dinge wie das Abitur an. Leider ist das Thema Musik in der Abiprüfung nicht vorhanden."

Der Paderborner Professor Lindner lobte das Gymnasium, das seit Jahren Schüler motiviere, eine "Besondere Lernleistung" als fünftes Abiturfach in Angriff zu nehmen. Es sei wichtig, die Talente unter den Schülern zu erkennen und zu fördern. Es gebe leider viele Gymnasien, die dies ablehnten mit der Begründung, dafür hätten die Lehrerkollegien keine Zeit.



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