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27.11.2012
Steinhagen
Linden auf dem Prüfstand
Kranker Baum umgestürzt / Problemlage am Austmannshof ist seit Langem bekannt
VON FRANK JASPER

Nochmal Glück gehabt

Steinhagen. Die Gemeindeverwaltung bemüht sich um eine kurzfristige Klärung, ob weitere Bäume am Austmannshof eine Gefahr darstellen. Neu ist die Problemlage an der Lindenallee nicht: Zuletzt 2007 haben umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Bäumen stattgefunden. Zudem waren Holzpoller und Zäune aufgestellt worden, um zu verhindern, dass Autos im Wurzelbereich parken. Trotzdem war während des Sturms am Sonntag eine Linde auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug gestürzt. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Mit einem mulmigen Gefühl dürften in diesen Tagen die Autofahrer unter den hohen Linden an der Straße Austmannshof herfahren. Die bange Frage, die sich stellt: Könnte beim nächsten Windstoß ein weiterer Baum auf die Straße fallen und dabei möglicherweise Menschen zu Schaden kommen?

Laut Marianne Vaske, im Ordnungsamt für die Umweltberatung zuständig, will die Gemeinde ein Gutachten erstellen lassen, das Aufschluss gibt über den Gesundheitszustand der Linden. Der umgestürzte Baum hatte offenbar eine kranke Wurzel.
Die Prüfung soll möglichst schnell in die Wege geleitet werden. "Im Rahmen eines Gutachtens wird eine optische Bewertung der Bäume vorgenommen. Es wird zum Beispiel nach toten Ästen und Anfahrschäden geschaut. Mit Hilfe von Anbohrungen können mögliche Faulstellen erkannt werden.

Schließlich können bildgebende Messungen mit Ultraschall durchgeführt werden, um Schwachstellen im Stamm zu entdecken", erklärt Marianne Vaske. Ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten stellte bereits im September 2001 einen "dringenden Sanierungsbedarf" der Lindenallee fest.

Die Experten kamen zu dem Resultat: "Um den Erhalt der Allee nachhaltig zu sichern, ist es unbedingt notwendig, das Halten und Parken auf dem Seitenstreifen unter den Bäumen wirkungsvoll zu verhindern." Zu diesem Zweck stellte die Gemeinde – allerdings erst 2007 – Begrenzungspfosten und Holzzäune auf.

Vier offizielle Stellplätze wurden eingerichtet. Die Abnutzungsspuren am Straßenrand lassen jedoch den Schluss zu, dass trotzdem weiterhin Autos zwischen den Bäumen abgestellt werden und auf diese Weise die Baumwurzeln belasten.

Die Parksituation an der Straße wird immer dann problematisch, wenn viele Eltern gleichzeitig ihre Kinder zum Kindergarten Kapernaum bringen, der sich am Austmannshof befindet. Bereits 2006 hatten darum Eltern Alarm geschlagen und zusätzliche Parkflächen gefordert. Dass die Gemeinde im aktuellen Fall ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist, verneint Bürgermeister Klaus Besser auf Nachfrage dieser Zeitung. "Wenn ein Baum umsturzgefährdet ist, wird er sofort beseitigt.

Die letzte Prüfung der Bäume am Austmannshof hat vor vier Jahren stattgefunden. Daraufhin haben wir einen Rückschnitt vorgenommen. Es war für uns allerdings nicht erkennbar, dass ein Baum umsturzgefährdet ist." An anderer Stelle ist das Forstbüro Achterberg inzwischen zu dem Ergebnis gekommen, dass die alte Kastanie auf auf dem Schulhof der Realschule stand-, aber nicht bruchsicher ist.

Laut Gutachten ist dieser Baum somit nicht verkehrssicher. Die Mitglieder im Ordnungs- und Umweltausschuss entscheiden morgen, ob die Kastanie mittels Rückschnitt und Kronensicherung saniert wird oder ob sie gefällt werden soll.



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