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23.11.2012
Verl-Kaunitz
"Dankeschön für Eure Ausdauer"
Seit zwei Jahrzehnten häkelt, strickt und stickt die kfd-Handarbeitsgruppe Kaunitz für ihren Adventsbasar
VON HUBERTUS EBBESMEYER

Mit den Frauen der ersten Stunde | FOTO: HUBERTUS EBBESMEYER

Verl-Kaunitz. Ob Verls Ex-Bürgermeister Josef Lakämper strick- und nähaffin ist, ist den Damen der Handarbeitsgruppe der Frauengemeinschaft Kaunitz nicht bekannt. Gleichwohl war es der rührige Kaunitzer gewesen, der den Strickenden und Stickenden einst empfahl, nicht mehr bloß für eine Tombola zu arbeiten, sondern ihre flauschigen und nützlichen Produkte in Form eines Weihnachtsbasars zu verkaufen. "20 Jahre ist das jetzt her", sagt Marlies Sagemüller. Für sie und die übrigen Damen ein Grund zum Feiern.

Info

Die Mitglieder

Die Handarbeitsgruppe der kfd von St. Marien Kaunitz wird von Marlies Sagemüller geleitet. Mit dabei sind Luzie Füchtjohann, Edeltraud Palsherm, Gertrud Wapelhorst, Anni Möllmeier, Martina Lauster, Ruth Stickling, Ingeborg Görger, Hilde Landwehr, Maria Pagenkemper, Karin Apelmeier, Mathilde Apelmeier. Lore Meißner, Anni Cordfulland, Ida Junker und Margret Scholz. Ihre Arbeiten, wärmende Socken und Puschen, feine Tischwäsche, Schals, Fenster-, Tür- und Namensbänder und andere Dinge mehr präsentiert die Handarbeitsgruppe am Basarsonntag "November-Lichter" am kommenden Sonntag, 25. November, ab 10 Uhr im Pfarrheim Kaunitz. (ebbe)

20 Jahre – so lange gibt es den kfd-Basar schon, der vor sechs Jahren eine Neuausrichtung erfahren hat und sich seither "November-Lichter" nennt. Für die handarbeitenden Frauen hat sich indes nichts an ihrer Tätigkeit geändert.


Das bestätigten im Rahmen eines besonderen Dankeschön-Kaffeetrinkens auch die Frauen der ersten Stunde, Margret Scholz, Anni Cordfulland und Edeltraud Palsherm. "Wir treffen uns noch immer regelmäßig einmal die Woche, um in geselliger Runde, Schönes und Nützliches für die Basarbesucher zu fertigen", so das Trio.

Sei es doch gemütlicher und lustiger, in der Runde zu arbeiten als womöglich zuhause und allein. "Kaffee, Kuchen und Schnittchen gehören immer dazu", verrät Margret Scholz. "Und bei Geburtstagen gibt es auch schon mal ein Schnäpschen." Aber natürlich können sie auch ohne Hochprozentiges fröhlich und ausgelassen zu Werke gehen. Das sei schon bei Sagemüllers Vorgängerin Marianne Kaup so gewesen.

"Sie hat damals die Gruppe geleitet", erinnern sich die Damen bei ihrem Geburtstagskaffee nur zu gerne an die frühere kfd-Vorsitzende, die die Neuausrichtung vor 20 Jahren gemeinsam mit dem gesamten Vorstand und mit dem geistlichen Begleiter, Pfarrer Walter Schütte, vorgenommen hatte.

Bestaunen das Ergebnis

In Schüttes Pfarrhaus hatte man sich damals regelmäßig getroffen. Heute kommen die Handarbeiterinnen im Pfarrheim zusammen. "Fünf, sechs waren wir damals", erinnert sich Edeltraud Palsherm. Heute seien es 15 kfd-Mitglieder, die sich zum Handarbeiten treffen. Weitere Frauen seien daneben auch von zuhause aus aktiv. "Wir freuen uns immer, wenn neue Frauen dazukommen", wünscht man sich durchaus weitere Verstärkung. "Neue Leute haben immer andere Talente und eigene Vorlieben und bringen so immer auch neue Ideen mit", sagt Marlies Sagemüller.

"In all den Jahren haben wir auch immer geguckt, was die Trends sind", erinnert sich Edeltraud Palsherm. "Es gab immer neue Techniken und auch immer neue Materialien, die wir verarbeitet haben. Wobei das meiste Material an Stoffen und Wolle gespendet wird."

"Dankeschön für Eure Ausdauer, für Eure kreativen Ideen und dass Ihr immer da ward und dabei seid", dankte Marlies Sagemüller den fleißigen Damen und überreichte den "Zwanzigjährigen" eine Rose, deren Grün – wie passend – mit einem roten Wollfaden zusammengehalten wurde. "Wenn die Rose dann mal verblüht ist, können wir wenigstens die Wolle noch nutzen", witzelte Margret Scholz.

Gearbeitet wird in der kfd-Handarbeitsgruppe aber nicht bloß zum Selbstzweck. "Die vergangenen 20 Jahre haben wir unsere Erlöse meistens für zwei Projekte geteilt", erläutert Marlies Sagemüller. Für ein Kinderhospiz, die neuen Kirchenglocken, das Mexiko-Projekt von Kolpings und die Jugendfeuerwehr, für die Raphaelgruppe, die Totenleuchte, für Pater Dresselhaus’ Malawi-Projekt und die Balkanhilfe, für die Pfarrheim- und Kirchenrenovierung. "In den vergangenen 19 Jahren sind durch Euch alle sage und schreibe 87.880 Euro zusammengekommen, lobt Sagemüller.

"Dafür muss ’ne alte Frau ganz schön lange stricken", weiß Margret Scholz. "Aber schreiben Sie das mal nicht."



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