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27.11.2012
Verl
Ein Platz für Willy Brandt
Die Verler SPD stellt den Antrag, den Marktplatz nach dem Friedensnobelpreisträger umzubenennen
VON HUBERTUS EBBESMEYER

Zur Probe schon mal ein entsprechendes Schild | FOTO: HUBERTUS EBBESMEYER

Verl. Am 18. Dezember 2013 würde der frühere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Willy Brandt 100 Jahre alt. Ebenfalls im kommenden Jahr feiert die SPD ihre Gründung vor 150 Jahren. Aus diesen Anlässen haben die Verler Sozialdemokraten gestern im Stadtrat einen Antrag auf den Weg gebracht, den Marktplatz im Dezember 2013 in "Willy-Brandt-Platz" umzubenennen.

"Das Schulzentrum ist dem früheren CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer gewidmet; nun meinen wir, dass es an der Zeit ist, eine Straße oder einen Platz nach dem einstigen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt zu benennen", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Fuchs.

Geeignet dafür ist nach Ansicht seiner Partei der Busbahnhof, "ein Platz, der ja künftig bei der Ortskernneugestaltung eine noch größere Bedeutung bekommen soll", so Fuchs, der gestern gemeinsam mit seinen Parteikollegen Rudi Räder, Sigrid Brandner, Olaf Feldmeyer, Volker Manthey, Bärbel Fleiter und Peter Heethey vor Ort schon mal ein Straßenschild mit der Bezeichnung "Willy-Brandt-Platz" angebracht hatte.

In ihrer Antragsbegründung schreibt die SPD: "Während der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer für seine Verdienste, insbesondere für die Aussöhnung mit Frankreich und unseren westlichen Nachbarn, mit der Namensgebung des Schulzentrums geehrt wurde, ist bisher keine Straße beziehungsweise kein Platz in Verl nach Willy Brandt benannt." So regen die Sozialdemokraten nun an, den Bereich Marktstraße/Marktplatz zwischen Bahnhofstraße im Westen, der Post/Telekom im Osten und dem alten Bahnhof/Genossenschaft umzubenennen.

"Mit seiner Ost- und Entspannungspolitik hat der ehemalige Berliner Bürgermeister, Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger die Grundlagen für die Aussöhnung mit unseren östlichen Nachbarn gelegt", schreibt die SPD weiter. 1971 hatte Brandt den Nobelpreis erhalten. Die Begründung des Nobelpreiskomitees für die Verleihung sei damals folgende gewesen: "Der Bundeskanzler Willy Brandt hat im Namen des deutschen Volkes die Hand zur Versöhnung mit früheren Feinden ausgestreckt". Mit seiner Friedens- und Entspannungspolitik, der Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn habe Willy Brandt wesentlich dazu beigetragen, "dass wir heute in Europa in Frieden zusammenleben können", so der SPD-Antrag weiter.

Wie Udo Fuchs gestern anmerkte, habe der am 17. April 2004 verstorbene frühere Verler CDU-Vorsitzende Paul Lükewille, der von seinen 34 Jahren im Gemeinderat 14 Jahre als Fraktionsvorsitzender gewirkt hat und nach dem seit Mai 2006 der Dorfplatz in Sende benannt ist, "sich seinerzeit schon vorstellen können, Willy Brandt eine Straße oder einen Platz widmen zu können". Er, Fuchs, rechne sich durchaus Chancen für den SPD-Antrag aus. "Ich hoffe, dass sich die CDU noch an die Worte Lükewilles erinnert."

Bewusst haben die Verler Sozialdemokraten bereits jetzt ihren Antrag auf den Weg gebracht. Fuchs: "Damit er noch vor der heißen Phase des Bundestags-Wahlkampfs im ersten Quartal 2013 beraten werden kann."



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