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15.05.2009
1.500 Kilometer fest im Sattel
Edda Dupree und Hans-Werner Steinkühler radeln von Berlin nach Lettland
VON ANDREA ROLFES

Per Pedale nach Riga | FOTO: ANDREA ROLFES

Bünde. Die Fahrradketten sind geölt, Zelt, Schlafsäcke und Isomatten in den Gepäcktaschen verstaut. Einige Tage haben Edda Dupree und Hans-Werner Steinkühler noch Zeit, sich einzufahren, dann will das Ehepaar mit voller Kraft in die Pedalen treten. Die Bünder haben sich den Europa-Radweg R1 vorgenommen. Zwei Etappen haben sie schon hinter sich, nun steht die dritte an. Im Juni wird sich das Paar auf die Sättel schwingen und von Berlin nach Lettland strampeln.

Von Boulogne-sur-Mer bis St. Petersburg verbindet der Radweg auf über 3.500 Kilometern die Menschen, die Natur und die Kultur neun europäischer Länder erleben wollen. Die 52-Jährige Edda Dupree und der 50-jährige Hans-Werner Steinkühler haben Frankreich, Belgien, Niederlande und die Hälte Deutschlands bereits hinter sich, nun machen sie sich auf, um Polen, Litauen und Lettland zu entdecken. 1.500 Kilometer will das Paar in drei Wochen schaffen – allerlei Straßenkarten und ein Kompass sollen ihnen den Weg weisen. Los gehts allerdings mit dem Zug. In die Pedalen treten sie erst ab Berlin. Welche Anstrengungen dann auf beide zukommt, wissen die Mitglieder des ADFC aus Erfahrung. Fahrradfahren ist ihre Leidenschaft, Schweiß auf der Stirn somit kein Problem.


"Vom Rest lassen wir uns überraschen", sagen sie mit Hinblick auf Übernachtungsmöglichkeiten und Zustand der Campingplätze. Holperige Radwege, eine schlechte Beschilderung oder Regen bereiten den beiden keine Sorgen. "Ein bisschen Abenteuer muss sein", sagen sie. Die Vorfreude auf üppiges, naturbelassenes Waldgebiet und Seen in Polen überwiegt. Fest eingeplant haben sie die Besichtigung der Marienburg, der größten gotischen Festungsanlage Europas und Städte wie Königsberg oder Riga. Gespannt ist das Paar auch auf die Kurische Nehrung und die Fahrt entlang der Küste in Litauen.

Auf Luxus wollen die Verwaltungsangestellte und der Werkstattleiter auf all den Kilometern verzichten. "Schnickschnack brauchen wir nicht", sind sie sich sicher. Nur ab und zu wollen sie in einem Hotel oder Gasthaus übernachten, damit sie ihre Wäsche waschen können. Lieber noch kuscheln sie sich in ihre Schlafsäcke und übernachten im Zelt. Davor schrecken sie auch bei Regen nicht zurück, schließlich sind sie schon einmal in einer Pfütze untergegangen. Aber das hat das Paar überlebt und mit Humor genommen. Wenn es abends kalt wird, ziehen sie sich eine warme Jacke an und kochen sich ein Süppchen im Campingkocher. "Alles eine Frage der Ausrüstung", finden die beiden.

Das einzige, was dafür sorgen könnte, dass Edda Dupree zeitweise doch die Luft ausgeht, ist eine steife Briese von vorn. Wind spürt die Bünderin lieber im Rücken. Sollte es wider Erwarten ganz dicke kommen, gibt es nach der Anstrengung noch genügend Zeit zum Verschnaufen auf der Fähre von Riga zurück nach Travemünde. Diese müssen sie allerdings pünktlich erreichen – sonst meckern die Chefs, denn der Sommer-Urlaub der Bünder endet an ihrem Rückreisetag.


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