Benefiz-Soccer-Turnier der NW und Public Viewing locken tausende Fans in den Steinmeisterpark
Bünde. Das ist Leidenschaft, das sind Schweiß und Tränen, das ist Fußball! Im Steinmeisterpark kam am Wochenende zusammen, was das Kicker-Herz begehrt. Tausende hofften und bangten. Emotion und Enthusiasmus, Kreativität und Geschick machten die grüne Lunge der Tabakstadt zur Fußballhochburg. Und ganz nebenbei kamen vor dem Public Viewing beim NW-Benefiz-Soccer Cup noch 1.100 Euro für den guten Zweck zusammen.
Der Mythos des "Sommermärchens" lag schon in der Luft, als sich am Freitag die ersten Hobby-Kicker im Steinmeisterpark versammelten. Der Benefiz-Soccer-Cup der Neuen Westfälischen stand auf dem Programm, 16 Teams gingen im Soccer-Court ins Rennen um die Trophäe und machten das Spektakel zu einer perfekten Einstimmung auf den EM-Auftakt der deutschen Elf.
Verteilt auf vier Vorrunden-Gruppen ließen Parteien und Schulen, Verwaltungen und Betriebe, Vereine und Freizeit-Teams das runde Leder laufen, sorgten mit präzisen Pässen, feinen Kabinettstückchen und Fan-Choreografien für Aufsehen. Schnell kristallisierten sich dabei erste Favoriten heraus, die in die Hauptrunde einzogen.
Als Verlierer sollte jedoch niemand vom Platz gehen. Die in der Vorrunde unterlegenen Teams durften ihre Kräfte noch einmal messen und in der Lucky-Loser-Runde um ein 50-Liter-Fass Bier spielen. Und ein Gewinner stand ohnehin von vornherein fest, gingen 1.100 Euro, der Erlös des Turniers, doch zum Kauf von Sportbekleidung an Bünder Kinder aus sozial schwachen Familien.
Ein echter Sieger präsentierte sich den fußballhungrigen Fans anschließend im Festzelt. Die Deutschrocker von "Das Gesetz", die erst kürzlich den NW-Bandcontest "Goldene Else" für sich entschieden, stimmten die angewachsene Menge auf den Höhepunkt des Abends ein. Megaphon, Festzelt-Medley und das eigenwillige Fußball-Outfit der Musiker taten dabei ihr Übriges, um die Stimmung unter den Fans zum Kochen zum Bringen.
Als die Live-Übertragung des Länderspiels gegen Portugal beginnt, feiern rund 3.000 Fans im Steinmeisterpark das Team von Jogi Löw. Ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer begrüßt die Neuankömmlinge. Überraschte Gesichter bei Bekanntgabe der Aufstellung: Die Namen Hummels und Gomez hinterlassen Begeisterung auf der einen Seite, Kopfschütteln auf der anderen. Am Ende aber ist es das Kollektiv, das die deutschen Spieler beständig nach vorne brüllt, gemeinsam bangt und ob des schwerfälligen Gekickes an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit geht. 72 Minuten verstreichen, bis Mario Gomez die Anhänger im Park per Kopf erlöst und das Festzelt zum Beben bringt. Spätestens jetzt kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Noch lange nach Spielende belagern deutsche Fans das Areal, andere sind zu diesem Zeitpunkt längst auf Bündes Straßen unterwegs, um ihrer Freude im Autokorso Ausdruck zu verleihen.