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28.11.2012
Enger/Hiddenhausen
Kreis will Schild nicht wechseln
Engeraner Anwohner und Hiddenhauser Politiker wollen das nicht hinnehmen
VON THOMAS DOHNA

Das Schild des Anstoßes | FOTO: KIEL-STEINKAMP

Enger/Hiddenhausen. Jetzte schalten sich Hiddenhauser Politiker in die Sache der Bewohner des Wohngebietes Roßkamp in Enger ein. Die Bewohner beklagen sich über die immer wieder durch die Straßen des Wohngebietes fahrenden Schwerlastwagen. Der Kreis weigert sich, ein Schild zu verändern, um die Durchfahrten zu vermindern.

Der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Hiddenhausen und Ratsherr Karl-Heinz Heibrock gibt die Meinung seiner Fraktion zur ablehnenden Haltung der Kreisverwaltung wieder, wenn er sagt: "Wir fanden das abstrus." Ihm selbst platze bald der Kragen in dieser Sache. Auch Ulrich Heinze, Kreistagsabgeordneter der CDU für Hiddenhausen, sieht Klärungsbedarf. Er habe bereits Kontakt mit der Kreisverwaltung aufgenommen, sagte er auf Anfrage der Neuen Westfälischen.

Beiden ist unverständlich, warum sich die Kreisverwaltung nicht in der Lage sieht, ein nach Ansicht der Engeraner Bewohner des Roßkamps viele Jahre lang bewährtes Schild am Anfang der August-Griese-Straße wieder aufzustellen und das dort jetzt stehende Schild auszutauschen. Es verbietet Lkw über zwölf Tonnen die Fahrt über die Straße.

Vorher war es Lkw über 3,5 Tonnen verboten, einzufahren. Die Verwaltung hatte festgestellt, dass maximal fünf Lkw mit einer Länge von mehr als zwölf Metern am Tag durch die August-Griese-Straße fahren. "Das reicht nicht aus, um eine veränderte Beschilderung einzurichten", sagte der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Heinz Löwenberg.

Nach der Beobachtung der Bewohner des Roßkamps biegen vor allem Lkw-Fahrer in die August-Griese-Straße ein, die von Enger kommend die Löhner Straße befahren. Ihr Navi zeigt ihnen den kürzesten Weg zum Gewerbegebiet Bustedt.

Er führt durch die August-Griese-Straße und dann über die Boschstraße. Weil aber die Einfahrt zur Boschstraße für die Lkw ohne Schäden nicht zu bewältigen ist, missachten die Fahrer das vor dem Wohngebiet stehende Verbot für Lkw über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, weil sie den Weg zur Löhner Straße rückwärts zurück fahren müssten.

Rudi Rothenberger, einer der Bewohner des Engeraner Roßkamps, kann die Argumentation des Straßenverkehrsamtes im Kreis Herford nicht nachvollziehen. Wenn dort täglich fünf Lkw führen und man das auf das Jahr hochrechne, komme man auf eine ziemliche Zahl von Fahrten, meinte er. Wie die Bewohner des Roßkamps weiter vorgehen wollen, sei noch nicht klar, sagte Rothenberger. Dafür sei die Nachricht noch zu frisch.

Straßenverkehrsamtsleiter Heinz Löwenberg sieht jedenfalls keine Möglichkeit etwas zu ändern, auch wenn diese Lkw die August-Griese-Straße und die Wohnstraße im Roßkamp durch ihr Gewicht beschädigen. Man dürfe nach Paragraf 45 Straßenverkehrsordnung nur dort Schilder aufstellen, wo es zwingend nötig ist. Wer die Anordnung des Schildes an der August-Griese-Straße nicht für richtig halte, könne ja vor dem Verwaltungsgericht Minden klagen. Die Straßen gehören der Gemeinde Hiddenhausen und der Stadt Enger.



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