Mehr als 400 Radler waren bei der 19. Auflage der Ravensberger Hügel-Radtouristik-Fahrt dabei
Spenge-Lenzinghausen. Mit seinem blauen Sturzhelm, dem kleinen gelben Fahrrad mit der roten Klingel und einer Windjacke gegen die Kälte ist der fünfjährige Simon bestens ausgerüstet, um als jüngster Teilnehmer mit mehr als 400 weiteren Radlern bei der 19. Ravensberger Hügel-Rad-Touristik-Fahrt in Lenzinghausen zu starten. "Wir nehmen heute die 45 Kilometer Strecke in Angriff", verriet Petra Gerlitzki und musste sich beeilen ihrem Sohn hinterher zu kommen, der allen Großen voran kräftig in die Pedale trat.
Vor dem großen Ausschwärmen in die Ravensberger Hügellandschaft sammelten sich alle 420 Teilnehmer zum großen Massenstart in der Turnerstraße in Lenzinghausen.
Bei morgendlich frischen Temperaturen und bei schönstem Sonnenschein warteten die Radler gespannt auf den Startschuss der Ausrichter der Lauf- und Radfahrgemeinschaft (LRG) Lenzinghausen. Unter ihnen auch Torsten Kaiser, der sich die 115 Kilometer vornahm: "Ich habe fleißig trainiert und bin jede Woche 150 Kilometer gefahren. Jetzt kann es losgehen."
Ab 8 Uhr ging die große Masse zu den verschiedenen Distanzen der 19. Hügel-Rad-Touristikfahrt an den Start. Von den 45, 75 und 115, bis hin zu den 155 Kilometern, die jeweils durch die schönsten Landschaften und Wälder im Ravensberger Land führten, ging es vorbei an alten Bauernhäusern und gelb blühenden Rapsfeldern. Für jeden war das Passende dabei.
Unter den mehr als 400 Rennradfahrern fiel vor allem eine auf: Martina Bösch. Die amtierende deutsche Vizemeisterin in der Gesamtwertung rollte t ihrem Tretroller an den Start: "Das ist etwas für Leute wie mich, die nicht erwachsen werden wollen", erklärte Bösch schmunzelnd. Den Tretroller, bestehend aus einem Stahlrahmen, einem großen Rad vorne, einem kleineren hinten und ausgestattet mit den neusten Rennradkomponenten, brachte sie mit reiner Muskelkraft durch das Abstoßen mit einem Bein auf durchschnittlich 23 Kilometer pro Stunde. "Das ist auf dieser Strecke mehr als beachtlich. Die hat den Namen Ravensberger Hügeltour redlich verdient. Denn die Höhenmeter werden selbst den ein oder anderen Rennradfahrer ordentlich ins Schwitzen bringen", verriet Michael Podstufka, Pressewart der LRG.
Deshalb durfte es natürlich nicht an der passenden Stärkung zwischendurch fehlen. Alle 25 bis 30 Kilometer warteten Verpflegungs- und Kontrollpunkte auf die fleißigen Sportler. So konnten sich die Profis gut gestärkt auf den 155 Kilometern bis zum Ziel auf ihrem Zweirad richtig austoben.
Und wer dann immer noch nicht genug hatte, konnte von dem Rennrad gleich auf eins der E-Bikes von den Stadtwerken Herford umsteigen. Ein Elektromotor unterstützt den Fahrer hier beim Treten: "Das ist total super", sagte Bärbel Vinke begeistert. "Ich fahre für mein Leben gerne Fahrrad, habe aber seit einiger Zeit Knieprobleme und schon nach drei Kilometern Fahrt große Schmerzen. Nächstes Jahr habe ich auch so ein E-Bike."
Einer der Ersten, der wieder in der Turnerstraße ankam, war der Bielefelder Ulli Vogelpohl. Nach 45 Kilometern, die er in anderthalb Stunden zurücklegte, ließ er es sich mit einem Kaffee in der Sonne gut gehen. "Diese 19. RTF war einfach klasse. Durch die gut ausgeschilderte, kaum von Motorfahrzeugen befahrene, landschaftliche und abwechslungsreiche Strecke und die tolle Verpflegung war das die perfekte Radtour", sagte der Rennradfreund zum Schluss.